Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Ziele’

5 Fragen an Prof. Olaf Hoffjann zur Relevanz und Nutzung von Social Media durch Verbände

Mittwoch, 20. November 2013

ov_hoffjanngrossEndlich gibt es eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Nutzung der sozialen Medien durch Verbände in Deutschland.

Eine von der Otto-Brenner-Stiftung geförderte Studie zur Verbandskommunikation untersucht die Veränderungen der internen wie externen Kommunikation bei Verbänden in den vergangenen Jahren im Allgemeinen sowie die Relevanz und die Nutzung der sozialen Medien im Besonderen.

Verbände//Talk spricht mit dem Leiter der Studie Prof. Dr. Olaf Hoffjann, der an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften im Studiengang Medienmanagement in Salzgitter arbeitet.

V//T: Herr Prof. Hoffjann, Sie stellen als ein Ergebnis der Studie fest, dass klassische Massenmedien für Verbände in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden sind, nicht nur trotz einer zunehmenden Nutzung sozialer Medien, sondern sogar mit deren Unterstützung. Das müssen Sie erklären …

OH: Journalisten sind bei vielen Facebook- und Twitter-Aktivitäten eine wichtige Zielgruppe. Einige Twitter-Kanäle zielen sogar ausschließlich auf Journalisten. Hier geht es dann weniger um eine direktere Ansprache von Mitgliedern und potenziellen Unterstützern, sondern lediglich um eine andere Ansprache von Journalisten. Soziale Medien sind damit bei einigen Verbänden eine Fortführung der Pressearbeit mit anderen Mitteln.

V//T: Haben Sie den Eindruck gewonnen, dass der Einsatz sozialer Medien zur internen und/oder externen Kommunikation bei den beteiligten Verbänden strategisch sehr gezielt sowie Zielgruppen gerecht angegangen wird?

Problem-BER: Flitzpipen des Projektmanagements

Dienstag, 8. Januar 2013

Flughafen BER - BauunterlagenZwischen Schadenfreude und Sarkasmus

Als der Münchener Flughafen seinerzeit 28 km von München entfernt in Betrieb genommen wurde, soll aus Berlin gefrotzelt worden sein, dass er tatsächlich nur mit dem Flugzeug zu erreichen sei.

Aktuell könnte es aus München zurück schallen, dass der neue Berlin-Brandenburger Flughafen mit fast allen Verkehrsmitteln zu erreichen ist – nur eben nicht mit dem Flugzeug.

In Berlin geht man mit Meldungen zum Kopfschütteln heiter-sarkastisch um: „Berlin kriegt keinen hoch“, „Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen!“ und „Mr. Wowereit, please open this Gate!“ sind nur einige Beispiele, die das Unfassbare im Falle BER erträglich machten.

Aber diese Zeit ist vorbei. Zur vierten Verschiebung des Eröffnungstermins und allen Begleitmeldungen von der Schreckensbaustelle fällt einem nichts Witziges mehr ein!

Willy Brandt, der seinen Namen für den Untertitel des Flughafens herhalten musste, wird sich bereits mehrfach im Grab gedreht haben. Eine Umdrehung galt sicherlich der Verweigerung der Übernahme von Verantwortung seitens der Mitglieder des Aufsichtsrates. Willy Brandt wusste noch, wie das geht.

Das Debakel

Ach ja. Die Strategie.

Mittwoch, 2. März 2011

Jochen Mai hat in der Karrierebibel auf eine Studie von Booz & Company hingewiesen, nach der 43 Prozent der befragten Manager anzeigten, dass ihr Unternehmen über keine klare Strategie verfügt.

50 Prozent der Manager gaben darüber hinaus an, dass etwaig vorhandene Strategien in der Organisation nicht überzeugend kommuniziert sind.

Was ist daher zu tun, fragte Booz & Company die Führungskräfte. Ihre Antworten:

  • Tagesentscheidungen sind besser auf die Gesamtstrategie abzustimmen (56 Prozent)
  • Strategische Entscheidungen sind zügiger umzusetzen (54 Prozent)
  • Es ist zunächst einmal überhaupt eine Strategie zu entwickeln (50 Prozent).

Nach meiner Erfahrung haben Führungskräfte in Verbänden grundsätzlich Anlass darüber nachzudenken, ob sich die Situation in ihrer Organisation vergleichbar darstellt. Ein Verweis auf den in Paragraph 2 der Satzung genannten Zweck des Verbandes ist selten ausreichend. Die Gleichung ist ganz einfach: Ohne Ziele und Strategien kein zielgerichtetes Handeln. Treten Sie Ihren Urlaub ohne klares Ziel an?

Der Selbsterfahrungstest ist mit der Beantwortung von drei Fragen schnell durchgeführt: Was wollen wir erreichen? Wie wollen wir es erreichen? Würden die Mitarbeiter auch so antworten?

Wo laufen sie denn? – Projekten fehlt oft Bezug zur strategischen Ausrichtung

Mittwoch, 21. Juli 2010

Projekte beginnen idealerweise mit einer Idee von Weiterentwicklung, Verbesserung oder auch nur mit dem Wunsch, ein Problem zu lösen. In einigen Fällen bilden Visionen die Grundlage einer Projektidee, meistens ist ein akuter Leidensdruck die Triebfeder.

Ob es nun einen Treiber oder eher einen Getriebenen für ein Vorhaben gibt, eine Erfahrung ist vorherrschend: Projekte werden erwogen, weil andere Verbände bereits einen ähnlichen Schritt hinter sich haben, ein maßgebliches Mitglied das Vorhaben freundlich aber bestimmt empfiehlt, oder aber ein Mitglied der Verbandsführung aus unterschiedlichster Motivaton heraus eine Marschroute vorgibt.

Der einzig relevante Maßstab bleibt jedoch regelmäßig außen vor: Ein Vorhaben hat sich nach definierten übergeordneten Verbandszielen auszurichten. Oder andersherum: Aus den aktuellen Zielen bzw. aus einer Strategie zur Erreichung dieser Ziele ergeben sich Projekte und leiten sich Vorhaben ab.