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Schlagwort ‘Strategie’

Mächtige Strategieberater entdecken Relevanz von Social Media

Freitag, 29. August 2014

Business man with binoculars.Auch die letzten Freunde der analogen Welt haben längstens verstanden: Social Media ist keine Modewelle, Wegducken ist keine Strategie.

Wer soziale Medien noch nicht aktiv nutzt, hat sich noch nie um Zielgruppen geschert.

Wir nutzen sie nicht nur für eine dialogische externe Kommunikation, sondern endlich auch für die interne Kommunikation, sie verändern nach und nach alle Prozesse in Organisationen (selbst die Human Ressources Abteilungen!) und sind so, nahezu unbemerkt, zentrale Treiber für die Organisationsentwicklung.

Nun haben auch die vorausschauenden Berater des Strategie-Tankers Roland Berger die Relevanz entdeckt und – immerhin fundiert – unter dem Titel „Wer teilt, gewinnt – zehn Thesen [veröffentlicht], wie Digitalisierung und Social Media unsere Unternehmen verändern“.

Hier die zehn Thesen:

  1. Social Media ist zur sozioökonomische Realität geworden
  2. Social Media hat sich zum Machtfaktor entwickelt
  3. Social Media ist eine Schlüsselfähigkeit
  4. Social Media ermöglicht neue Formen der Kundeninteraktion
  5. Social Media beeinflussen das Kaufverhalten – direkt und vor allem indirekt
  6. Social Media verändert die Markenführung
  7. Social Media revolutioniert die Zusammenarbeit im Unternehmen
  8. Social Media ist kein Selbstläufer
  9. Social Media folgt eigenen Gesetzen
  10. Social Media umreißt ein umfassendes Organisationsprinzip

Hier der Link zur ausführlichen Studie von Roland Berger.

Die Erkenntnis der Relevanz von Social Media entwickelt sich ganz typisch: von unten nach oben.

 

Ankündigung: Strategien, Monitoring Tools und Social Media für Verbände

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Kurzfristig weise ich auf eine Veranstaltung am 10.12.2013 zum genannten Thema hin, deren Anmeldefrist bis morgen 5.12. läuft. Zur Vorstellung des Programms nutze ich den Text des Einladungsflyers:

„Social Media bieten nicht nur für Wirtschaftsunternehmen eine hervorragende Möglichkeit, mit den eigenen Zielgruppen in einen Dialog zu treten, auch die Kommunikation von Verbänden profitiert von Facebook, Twitter und Co. Doch ob ein Social-Media-Engagement für Verbände erfolgversprechend ist, hängt nicht nur von den richtigen Kanälen und einer webaffinen Zielgruppe ab. Auch die Verbände müssen sich auf das Medium einstellen und den Ressourceneinsatz sorgfältig planen.

  • Können Social-Media-Kanäle permanent „bespielt“werden?
  • Welche Herausforderungen bringen soziale Medien für Freigabeprozesse in Verbänden mit sich?
  • Welche Tools gibt es?

Der eBusiness-Lotse Berlin und Xinnovations laden Sie zur Veranstaltung „Strategien, Monitoring, Tools – Social Media für Verbände“. Experten stellen Beispiele aus der Verbandskommunikation vor, geben Tipps für ein umfassendes Social Media Monitoring und präsentieren Instrumente für Ihr Social-Media-Engagement.“

Programm

18.00 Uhr Unsere Leistungen im e-Business-Lotsen Berlin
(Mailin Winter – Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut)

18.15 Uhr Social Media als Mitgliedermagnet?!
(Christian H. Schuster – IFK)

18.35 Uhr Tame – Recherche in Sozialen Medien
(Tobias Wagner – Tame)

18.55 Uhr Social Media Monitoring – Agenda-Setting (auch) für die Verbandsarbeit
(Oliver Berger – uberMetricsTechnologies)

19.30 Uhr Get together

20.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Veranstaltung findet statt im CINIQ – Center for Data and Information Intelligence, Salzufer 6, 10587 Berlin.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich verbindlich bis zum 5. Dezember über das Online-Formular an.

 

Für das erste Mal! Leitfaden Social Media vom BITKOM

Montag, 12. November 2012

„Social Media ist wie Sex bei Teenagern: Jeder will es tun, keiner weiß genau, wie’s geht. Und wenn es endlich passiert ist, war es nicht so toll wie gedacht.“

Ich bin nicht sicher, ob Avinash Kaushik, dem dieses Zitat zugeschrieben wird, eine wirkliche Idee davon hat, was Teenager heutzutage über Sex wissen – in Theorie wie Praxis.

Eins aber ist zumindest bei Verbänden immer noch gewiss: eine verbreitete Unsicherheit über Möglichkeiten, Voraussetzungen und Einsatz von sozialen Medien.

Die 2. Auflage des Leitfaden Social Media vom BITKOM schafft definitiv Abhilfe.

5 Fragen an … Nina Katzemich von LobbyControl über mangelnde Transparenz, ungleiche Zugänge und fragwürdige Strategien

Samstag, 18. August 2012

Nina Katzemich hat unter anderem fünf Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die GRÜNEN-MdB Schewe-Gerigk gearbeitet. Seit Mai 2009 widmet sie sich bei LobbyControl insbesondere der Arbeit über den Lobbyismus in Brüssel.

Teil XIV der Serie zum EU-Lobbying.

V//T: Frau Katzemich, LobbyControl ist ein gemeinnütziger Verein, der – so ist es auf seiner Website zu lesen – über „Machtstrukturen und Einflussstrategien in Deutschland und der EU aufklären will“ und „Impulse für Transparenz, eine demokratische Kontrolle und klare Schranken der Einflussnahme auf Politik und Öffentlichkeit“ liefern möchte.

Es geht LobbyControl also nicht darum, Interessenvertretung grundsätzlich zu ächten. Aber was ist aus Ihrer Sicht nicht hinnehmbar und wie stellen Sie sich konkret die zitierte demokratische Kontrolle und die klaren Schranken der Einflussnahme vor?

NK: LobbyControl ist nicht gegen das Einbringen von Interessen und Bewertungen durch Interessengruppen in die Politik per se, auch wir sehen, dass dies in einer pluralen Demokratie notwendig ist. Für uns gibt es, grob gesagt, drei Problemfelder, die es zu bearbeiten gilt:

1. Mangelnde Transparenz: Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, wer mit welchem Geld wessen Interessen in der Politik vertritt. Wir streiten daher auf deutscher und auf europäischer Ebene für verpflichtende Lobbyregister für alle Lobbyakteure. Europa ist hier schon einen guten Schritt weiter gekommen, aber immer noch ist das Lobbyregister von Kommission und Parlament freiwillig und zentrale Lobbyakteure fehlen oder machen unzureichende Angaben.

2. Ungleiche Zugänge: Wir kritisieren auch, dass heute wirtschaftliche Interessen gegenüber anderen, z.B. den Interessen von Verbrauchern, einen privilegierten Zugang zur Politik haben. Dies hat zahlreiche Gründe. Unterschiedliche Ressourcen spielen dabei eine wichtige Rolle – so können beispielsweise Kontakte und Strategien über große Lobbyagenturen gekauft oder gleich ehemalige Politikerinnen und Politiker für ein hohes Gehalt engagiert werden.

Unter anderem fordern wir daher eine dreijährige Abkühlphase für Politikerinnen und Politiker, die in Lobbytätigkeiten wechseln möchten. Auch Parteispenden und exklusive Lobbyveranstaltungen sind Mittel, um sich Parteien und Politiker gewogen zu machen – wir fordern daher, Parteispenden noch transparenter zu machen und auf 50.000 Euro pro Partei und Spender/-in zu begrenzen. Parteisponsoring sollte wie Parteispenden behandelt werden. Einladungen an Abgeordnete müssen ebenfalls begrenzt werden.

3. Zunahme fragwürdiger Strategien: Gerade in Brüssel sind diese an der Tagesordnung. Lobbyagenturen täuschen im Auftrag von Unternehmen zu einem bestimmten Thema Bürgerinitiativen vor, Denkfabriken geben im eigenen Namen Studien heraus, deren wahre Auftraggeber unbekannt bleiben. Bürgerinnen und Bürgern wird so mit Absicht eine falsche Neutralität vorgetäuscht. Auch in Berlin beobachten wir, dass auf solche Strategien zurückgegriffen wird. Derartige bewusste Täuschungsmanöver müssen sanktioniert werden.

V//K: Die Europäische Kommission hat nicht den Anspruch fachlicher Allwissenheit, sondern versteht sich eher als professionelle Organisatorin eines Verwaltungsverfahrens, das die systematische Berücksichtigung von Argumenten aller relevanten Interessengruppen organisiert. Sehen Sie auf der EU-Ebene trotzdem ähnliche Probleme wie bei der Interessenvertretung in Deutschland?

Ach ja. Die Strategie.

Mittwoch, 2. März 2011

Jochen Mai hat in der Karrierebibel auf eine Studie von Booz & Company hingewiesen, nach der 43 Prozent der befragten Manager anzeigten, dass ihr Unternehmen über keine klare Strategie verfügt.

50 Prozent der Manager gaben darüber hinaus an, dass etwaig vorhandene Strategien in der Organisation nicht überzeugend kommuniziert sind.

Was ist daher zu tun, fragte Booz & Company die Führungskräfte. Ihre Antworten:

  • Tagesentscheidungen sind besser auf die Gesamtstrategie abzustimmen (56 Prozent)
  • Strategische Entscheidungen sind zügiger umzusetzen (54 Prozent)
  • Es ist zunächst einmal überhaupt eine Strategie zu entwickeln (50 Prozent).

Nach meiner Erfahrung haben Führungskräfte in Verbänden grundsätzlich Anlass darüber nachzudenken, ob sich die Situation in ihrer Organisation vergleichbar darstellt. Ein Verweis auf den in Paragraph 2 der Satzung genannten Zweck des Verbandes ist selten ausreichend. Die Gleichung ist ganz einfach: Ohne Ziele und Strategien kein zielgerichtetes Handeln. Treten Sie Ihren Urlaub ohne klares Ziel an?

Der Selbsterfahrungstest ist mit der Beantwortung von drei Fragen schnell durchgeführt: Was wollen wir erreichen? Wie wollen wir es erreichen? Würden die Mitarbeiter auch so antworten?

Achtung Krise!

Dienstag, 3. August 2010

Hektik macht sich breit, Telefone stehen nicht still, der Adrenalin-Spiegel steigt bei der Geschäftsführung in der nach oben offenen Panik-Skala – eindeutige Anzeichen einer Krise in der Organisation. Und es müssen keine BP-, Toyota- oder Griechenland- Dimensionen erreicht sein, um in Verbänden empfindliche Kosten oder einen spürbaren Imageschaden zu verursachen.

Zahlreiche Autoren, Kommunikationsprofis und sogar Hochschulen leben vom „Krisenmanagement“ und beklagen, dass Organisationen hier nicht adäquat aufgestellt sind. Dabei ist der wichtigste Baustein eines guten Krisenmanagements, und gleichzeitig die beste Krisenprävention, eine klare strategische Ausrichtung der Organisation.

Wo laufen sie denn? – Projekten fehlt oft Bezug zur strategischen Ausrichtung

Mittwoch, 21. Juli 2010

Projekte beginnen idealerweise mit einer Idee von Weiterentwicklung, Verbesserung oder auch nur mit dem Wunsch, ein Problem zu lösen. In einigen Fällen bilden Visionen die Grundlage einer Projektidee, meistens ist ein akuter Leidensdruck die Triebfeder.

Ob es nun einen Treiber oder eher einen Getriebenen für ein Vorhaben gibt, eine Erfahrung ist vorherrschend: Projekte werden erwogen, weil andere Verbände bereits einen ähnlichen Schritt hinter sich haben, ein maßgebliches Mitglied das Vorhaben freundlich aber bestimmt empfiehlt, oder aber ein Mitglied der Verbandsführung aus unterschiedlichster Motivaton heraus eine Marschroute vorgibt.

Der einzig relevante Maßstab bleibt jedoch regelmäßig außen vor: Ein Vorhaben hat sich nach definierten übergeordneten Verbandszielen auszurichten. Oder andersherum: Aus den aktuellen Zielen bzw. aus einer Strategie zur Erreichung dieser Ziele ergeben sich Projekte und leiten sich Vorhaben ab.