Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Mitarbeiter’

Fisch oder Fleisch? – Serie über das Gelingen von Veränderungsprozessen in Verbänden (1)

Freitag, 6. März 2015

Raw beef steak with rosemary and garlic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie gehen in ein Restaurant, man weist Ihnen einen Platz zu und nach kurzer Zeit bekommen Sie ein Essen serviert, ohne dass Sie bestellt haben.

Die Bedienung beantwortet Ihren fragenden Blick mit dem Hinweis, dass es sich um ein vorzügliches Menü handele, dass von vielen Gästen gern bestellt und regelmäßig gelobt werde.

Wie werden sie reagieren?

Sie werden das Essen ablehnen, da sie zunächst in die Karte schauen wollen. Sie werden das Essen ablehnen, selbst wenn es verlockend aussieht und wunderbar duftet, selbst wenn Sie genau das Gericht tatsächlich bestellt hätten. Denn Sie sind nicht gefragt worden was Sie wollen; Sie hatten keine Wahl.

Normalerweise orientieren Sie sich mit Hilfe der Karte des Restaurants. Und während Sie bestellen, werden noch besondere Wünsche oder Vorlieben berücksichtigt: keine Pilze, dafür Bohnen, und das Fleisch medium, nicht durch und auch nicht englisch. Schließlich wird Ihre Sorge ausgeräumt, dass es sich nicht um Biofleisch handeln könne.

Genauso wenig wie ein Restaurantmanager seine Gäste ungefragt mit Essen versorgt, sollten Sie als Verbands-Manager Ihrer Mitarbeiterschaft fertige Lösungen servieren, die nicht bestellt wurden. Die Mitarbeiter werden die Lösung ablehnen, weil sie nicht zu Problemlösung befragt wurden und keine Wünsche formulieren und Sorgen einbringen konnten. Sie werden die Lösung nicht unterstützen, ggf. sogar passiv oder aktiv bekämpfen, selbst wenn Sie unter objektiven Maßstäben die ideale Lösung wäre – was eben gerade durch die fehlende Einbindung der Kollegen ohnehin zu bezweifeln ist.

Wie sich wirklich etwas ändert – Veränderungen und Reorganisation gestalten. Zum Serienstart

Montag, 2. März 2015

Fear of crisis with businessman like an ostrichVor einem knappen Jahr habe ich in einem kurzen Post die mir damals besonders häufig gestellte Frage „Warum sich nichts ändert“ zum Thema gemacht.

Die Frage bezog sich auf fehlgeschlagene Reorganisations- oder Entwicklungsvorhaben, deren Ursachen die Fragesteller partout nicht ermitteln konnten: die positiven Effekte der Vorhaben lagen doch scheinbar auf der Hand; teilweise ging es gar um Vorhaben, die ausdrücklich bekannte und beanstandete Missstände in der Organisation abstellen sollten.

Trotzdem misslang das Vorhaben, benötigte erheblich länger als geplant, kostete spürbar mehr als ursprünglich berechnet, wurde von den Kolleginnen und Kollegen bereits während der Projektphase abgelehnt oder nach der Umsetzung bzw. Implementierung nicht angewandt.

Natürlich sind die Gründe für das Scheitern einzelner Vorhaben immer auch individuell zu betrachten. Beim Managen von Veränderungen mangelt es jedoch regelmäßig an einem übergeordneten Verständnis:

2013 – Der kurze Rückblick

Sonntag, 5. Januar 2014

im spiegelGut erholt, reich beschenkt und um durchschnittlich 2,5 Kilo schwerer kommen wir aus den Weihnachtsferien zurück in die Büros.

Nun stehen Jahresplanungen an, vielleicht stecken sogar Zielfindungs- und Strategieentwicklungsprozesse in der Pipeline.

Bevor diese aufgerufen werden, lohnt sich ein Blick zurück in das Jahr 2013. Was war wichtig? Wo lagen die Trends? Wozu müssen wir uns positionieren?

Hier die vier Themen im Schnelldurchlauf, die in meinen persönlichen Verbände-Jahresrückblick gehören:

5 Fragen an Georg Hötte zur Fusion der Binnenschifffahrtsverbände AdB und BDB

Montag, 22. Juli 2013

Hoette_miniDer Arbeitgeberverband der deutschen Binnenschifffahrt (AdB) und der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) sind unter dem Dach des BDB fusioniert. Die Verschmelzung wurde in jeweils einstimmigen Beschlüssen der Mitglieder auf Versammlungen am 28. Mai 2013 in Duisburg besiegelt.

Aktuell ist der BDB wegen einer Auseinandersetzung mit ver.di in den Medien. Die Gewerkschaft bestreikt diese Woche erneut Schleusen, zum Schaden für die Binnenschifffahrt, so der BDB.

Georg Hötte, Geschäftsführer der in Duisburg ansässigen Reederei  Rhenus PartnerShip GmbH & Co KG, ist seit dem 11. Januar 2012 Präsident des alten BDB und seit 28. Mai 2013 Präsident des nunmehr neuen Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt. In beiden Organisationen war er zuvor viele Jahre im Präsidium bzw. Vorstand aktiv.

V//T: Herr Hötte, Sie haben die Fusion damit begründet, dass sich bereits bestehende Synergieeffekte noch effektiver nutzen ließen und dies zugleich ein Beitrag zur Bereinigung der Verbändelandschaft sei. Das klingt ein wenig nach der ja durchaus nachvollziehbaren Situation, dass es nicht weiter wirtschaftlich war, zwei Verbände für eine Branche zur organisieren.

Warum gab es für die deutsche Binnenschifffahrt in der Vergangenheit zwei Verbände und warum ist diese Konstellation nun tatsächlich nicht weiter aufrecht zu erhalten?

Warum 70-80% aller Veränderungsprozesse fehlschlagen

Mittwoch, 3. Juli 2013

AkzeptanzkurveWer bei Amazon nach „Change Management“ sucht, wird aktuell mit 69.096 Treffern belohnt. Das Wissen um Veränderungsvorhaben ist offensichtlich beachtlich.

Aber wird es auch angewendet?

Nach wie vor werden zwischen 70 und 80 Prozent der Veränderungsprozesse als misslungen bewertet. Für Projektmanager wie mich völlig faszinierend.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Mutaree im Auftrag von Handelsblatt-Online (dort weitere Ergebnisse) stelle ich in Auszügen zur Verfügung. Geantwortet haben zwischen Januar und April 2013 280 leitende Mitarbeiter überwiegend aus den Bereichen Human Ressurces und Unterehmensentwicklung aus Unternehmen mit in der Regel über 1.000 Mitarbeitern:

Was sind die Voraussetzungen, damit Change-Prozesse erfolgreich verlaufen?

  1. Beteiligung der Mitarbeiter (ca.70%)
  2. Professionelles Projektmanagement (68%)
  3. Motivationskraft der Führungskräfte (60%)
  4. Übernahme von Verantwortung durch die Linie (knapp 60%)
  5. Konfliktfähigkeit der Mitarbeiter (knapp 50%)

Was sind die Gründe für das Scheitern von Veränderungsprozessen?

  1. Schlechte Kommunikation (fast 80%)
  2. Unklare Verantwortlichkeiten (55%)
  3. Schlechtes Projektmanagement (52%)
  4. Frustration aus vergangenen Veränderungsprozessen (47%)
  5. Mangelnde Unterstützung aus Vorstand (44%)

(Mangelnde Einsicht für Veränderungen mit 38% auf Platz 7, Verlust von Einfluss und Macht mit knapp 20% auf Platz 12)

Welche Skills der Führungskräfte sind in Change-Prozessen entscheidend?

  1. Ehrlichkeit (65%)
  2. Überzeugungskraft (57%)
  3. Motivationskraft (52%)
  4. Sensibilität (51%)
  5. Problemlösungsfähigkeit (48%)

Wofür fürchten sich die Mitarbeiter bei Change-Prozessen am meisten?

  1. Statusverlust (63%)
  2. Jobverlust (62%)
  3. Mehr Arbeit (56%)
  4. Höhere Anforderungen (43%)
  5. Konflikte (36%)

Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Change-Prozess scheitert?

  1. Vorstand (70%)
  2. Projektmanager (53%)
  3. Linienverantwortlicher (45%)
  4. Mitarbeiter (20%)
  5. Gesellschafter (15%)

(An 6. Stelle Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften mit 10%)

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Change Management keine eigene Disziplin darstellt, ein adäquates Projektmanagement allerdings ohne Change Management in keiner Weise auskommt.

Welche Erfahrungen zum Gelingen oder Scheitern von Veränderungsvorhaben gibt es bei Ihnen in Verbänden und Organisationen? Ich freue mich auf Kommentare.

 

YouTube-Clip erklärt Social-Media-Regeln für Mitarbeiter

Sonntag, 12. Mai 2013

Bei vielen großen Unternehmen sind Social-Media-Richtlinien Standard. Sie geben der Kollegenschaft vor, wie sie Social Media-Kanäle mit dem Ziel nutzen sollen bzw. dürfen, dem Unternehmen möglichst zu nutzen, zumindest aber nicht zu schaden.

Wir wissen, dass die Nutzung eines Social Media-Angebots durch den Einsatz von Bildern und Videos tendenziell steigt.

Konsequenter Weise geht die Generali-Gruppe in Deutschland bei der Vermittlung von Social Media-Richtlinien eben diesen Weg: Anstatt lange Texte an die Mitarbeiter auszugeben, wurde eine Agentur mit der Erstellung eines Video-Clips beauftragt.

Die zentralan Aussagen des Clips lauten:

  • Gute Kommunikation verzichtet auf Anfeindungen, Beleidigungen und Verleumdungen.
  • Schlechter Stil wirft kein gutes Licht auf Sie oder die Generali Versicherungen.
  • Firmen-Interna oder Kritik an der Konkurrenz sind in privaten Netzwerk-Profilen nicht gut aufgehoben.
  • Äußerungen über die eigene Firma sind eine persönliche Meinung und sollten auch so beschrieben werden.
  • Achten Sie auf das Urheberrecht zu Texten, Fotos etc.
 

Selten so gelacht – Banalitäten fürs Betriebsklima

Montag, 25. März 2013

Vielen Dank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tagesspiegel hat seine Karriere-Rubrik vom vergangenen Sonntag mit einem Beitrag eröffnet, der den Nutzen von guter Stimmung im Büro für die Motivation der Mitarbeiterschaft erklärt.

Ach so? entfährt es schmunzelnd beim Anlesen, irgendwann schon mal gehört.

Nun erwartet der Leser aber doch ein paar frische und fundierte Erkenntnisse zum immer jungen Thema. Was geboten wird ist allerdings – passenderweise unter dem Titel „Selten so gelacht“ – eine Aneinanderreihung von Plattitüden und Allgemeinplätzen auf Schülerzeitungsniveau, optisch untermalt durch vier „Strahler 70“-Fotos.

Einige Beispiele gefällig?

Gesundheit! Betrifft die aktuelle Stressdebatte die Arbeitswelt in Verbänden?

Mittwoch, 6. Februar 2013

Businessman sinking in heap of documents

Update: Zwei Tests zur Prüfung des eigenen „Stress-Levels“ am Ende dieses Beitrags.

Stressreport Deutschland 2012

Keine der letzten Wochen verging ohne Berichte über die Zunahme von Stress und psychischen Belastungen an deutschen Arbeitsplätzen.

Der Stressreport 2012 dokumentiert, dass etwa die Hälfte (52 Prozent) der befragten 17.000 Beschäftigten unter Termin- und Leistungsdruck leiden, der darüber hinaus in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat (47 Prozent).

Knapp 60 Prozent gaben an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu betreuen. 44 Prozent werden bei der Arbeit durch Telefonate und E-Mails störend unterbrochen.

38 Prozent haben nach eigener Einschätzung zu viel zu tun. Bei 47 Prozent der Befragten passen Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf. Über ein Viertel lässt Pausen daher ausfallen. Insgesamt 64 Prozent arbeiten auch samstags, 38 Prozent arbeiten an Sonn- und Feiertagen.

Druck, Überforderung, Ängste und die Zunahme psychischer Erkrankungen – sind das relevante Themen auch in Verbänden?

Zeitreise

Personalwirtschaft benennt HR-Trends 2013

Dienstag, 29. Januar 2013

trends_2013_cover_150x100Für das Jahr 2013 hat die Zeitschrift Personalwirtschaft erneut zehn HR-Themen zu Trends ausgerufen.

In einer Sonderausgabe werden zu den personalwirtschaftlichen Themen aktuelle Erkenntnisse zusammengefasst und mögliche wie sinnvolle Auswirkungen für die betriebliche Praxis dargestellt.

Die zehn Trends lauten aus Sicht der Personalwirtschaft:

  1. Recruiting – Social Media: Nice to have oder Pflicht?
  2. Employer Branding – Langsam wird es Ernst
  3. Talent Management – Mit Humboldt im Rücken
  4. E-Learning – Wie im wahren Leben
  5. Corporate Social Responsibility – Der fehlende Nenner unter dem Strich
  6. Betriebliches Gesundheitsmanagement – BGM versenkt Suchtproblematik
  7. Outsourcing/Payroll – „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“
  8. Betriebliche Altersversorgung – Vom Stiefkind zum Hoffnungsträger
  9. Zeitarbeit – Der Flaute trotzen und das Image aufpolieren
  10. Arbeitsrecht – Alles was rechtens ist

Wenn wir mal hintanstellen, dass es sich bei dieser Sonderausgabe um eine Werbeformat handelt, und nicht alle genannten HR-Themen gleichermaßen Bedeutung für die Verbandswelt haben, ist es doch eine interessante Lektüre für jede/n Geschäftsführer/in bzw. Personalverantwortliche/n in Verbänden, um zu prüfen, welche aktuellen Entwicklungen in welcher Form eine Berücksichtigung bzw. Intensivierung lohnen.

Die Ausgabe Trends 2013 können hier von personalwirtschaft.de angeschaut und heruntergeladen werden.

 

Studie der DGPF zu „Megatrends“ und HR-Trends

Dienstag, 20. Dezember 2011

Der demografische Wandel (82%), der Wertewandel (70%) und die Digitalisierung und Virtualisierung der Arbeit (49%) sind nach Meinung von 140 Personalverantwortlichen die Megatrends der kommenden drei Jahre.

Zu den Hauptaufgaben, die das Personalmanagement in der gleichen Zeit stark prägen werden, zählen Personalmanager die Erhaltung und Förderung des Mitarbeiter-Engagements, die Bindung strategisch wichtiger Mitarbeitergruppen, das Employer Branding und eine systematische Führungskräfteentwicklung.

Zusätzlich haben die Aspekte Work-Life-Balance, psychische Belastungen, Gesundheitsmanagement, lebensereignisorientiertes Personalmanagement und Social Media seit dem letzten Trendbarometer 2009 spürbar an Bedeutung gewonnen.