Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Kommunikation’

Aktuelle Herausforderungen für Verbände

Montag, 10. März 2014

Junger Mann mit MegafonVerbände koordinieren und vertreten Interessen. Sie sind Informationsbroker und Berater sowie Dienstleister für ihre Mitglieder aus Branchen oder Berufsständen.

Hinter dieser schmucklosen Beschreibung der Kernaufgaben steckt ein erheblicher Kommunikationsaufwand. Mitglieder, Politik, Behörden, Organisationen, Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit sind gleichzeitig Adressaten wie Anspruchsteller der Informations-, Abstimmungs- und Vermittlungsbemühungen von Verbänden.

Social Media-Nutzung von Bundestagsabgeordneten

Mittwoch, 6. März 2013

Grafik Anzahl Abgeordnete Social Media_updateVerbände, die politische Interessenvertretung betreiben wissen, ein belastbares Netzwerk persönlicher Kontakte zu den jeweils relevanten Entscheidungsvorbereitern und Entscheidungsträgern ist nach wie vor entscheidender, als jeder andere Kanal.

Dessen ungeachtet ist es grundsätzlich ständige Aufgabe zu ermitteln, wie die Zielgruppen einer Organisation kommunizieren, welche Kanäle sie benutzen, wie sie also erreicht werden können.

Politisch arbeitende Verbände müssen folglich wissen, welche der für sie relevanten Bundestagsabgeordneten (auch) über welche Social Media-Kanäle kommunizieren.

Dies ist mitunter ein mühsames Unterfangen. Dank Martin Fuchs gibt es jetzt eine aktuelle quantitative Betrachtung mit dem Stichtag 21. Januar 2013, die er in seinem Blog Hamburger Wahlbeobachter vorgelegt hat.

Da es sich wirklich lohnt, die schön aufgearbeitete Nutzung von Social Media-Profilen der 620 MdBs je Netzwerk und Fraktionen selbst zu studieren, an dieser Stelle nur folgende Informationen:

  • 86 Prozent aller Bundestagsabgeordneten besitzen mindestens ein Social-Media-Profil
  • Die Spannbreite reicht von der aktiven Nutzung von bis zu acht Profilen bis zur Nutzung von nur einem XING-Profil
  • 85 Abgeordnete besitzen aktuell kein Social-Media-Profil

Ich bin davon übereugt, dass sich die Anzahl der MdBs ohne Social Media-Profil nach der Bundestagswahl mindestens halbieren wird.

Hier nun verschiedene Links zu Thema:

 

5 Fragen an Daniel Günther über gute Public Relations in Verbänden, interne und externe Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten

Dienstag, 15. Januar 2013

Portrait Daniel GuentherDaniel Günther ist Inhaber der Agentur DIALOG Public Relations und Lehrbeauftragter für PR an der Universität Bremen.

V//T: Was macht gute Public-Relations-Arbeit aus?

DG: Hach, die beste Frage gleich zu Beginn. Für mich orientiert sich gute PR vor allem an den jeweiligen Bedürfnissen des Verbandes, Unternehmens oder der Person, um die es geht. Erfahrungsgemäß bringt es nichts, PR nach Lehrbuch zu machen. Vielmehr geht es darum, sehr gut auf die Kultur einer Einrichtung zu achten und auch zwischen den Zeilen lesen zu können, denn der Ton macht ja die Musik.

Wichtig ist in meinen Augen, sich zu Beginn wirklich die Zeit zu nehmen, eine Art Bestandsaufnahme für die Kommunikation zu machen und daraus Ziele abzuleiten. Das klingt theoretisch, aber im jeweiligen Umfeld ist das sehr praktisch und sehr wichtig. Denn wenn PR etwas bringen soll, gilt es am Anfang genau zu überlegen, wie sich das erreichen lässt.

V//T: Was muss in einer Organisation vorhanden sein, damit PR bzw. Öffentlichkeitsarbeit reibungslos aufsetzen kann?

DG: Es braucht vor allem den Willen zur Kommunikation und relevante Themen. Relevant für die Organisation und für die jeweiligen Zielgruppen, ganz gleich ob Medien, Mitglieder oder eine Branche. Themen lassen sich meist planen, so dass PR-Maßnahmen auch planbar sind.

Organisatorisch sollte die Öffentlichkeitsarbeit beim Vorstand „angedockt“ sein. Egal ob im Unternehmen oder im Verband, Kommunikation ist Chefsache – nach innen und nach außen. Denn genauso wichtig wie ein gutes Thema ist eine gute Kommunikationsstruktur, die Verantwortlichkeiten klar regelt und die Dos und Don’ts definiert. Wer darf wann etwas sagen? Was wollen wir kommunizieren? Wie schnell sollte reagiert werden? …

V//T: Im Durchschnitt verfügen hauptamtlich aufgestellten Verbände über etwa 5 Mitarbeiter. Ein PR-Profi findet sich nicht immer darunter. Geht es auch ohne? Gibt es so etwas wie einen PR-Grundbaukasten und besonders wichtige Instrumente, auf die Verbände besonderen Wert legen sollten?

Warum wir alle Chief Listening Officers werden müssen

Freitag, 23. März 2012

Für jeden Verband ist eine professionelle Kommunikation überlebenswichtig. Das Bewusstsein über die Zielgruppen und wie sie kommunizieren ist Basis für eine erfolgreiche Verbandsarbeit.

Soweit der verbale Griff in die Schublade der alten Hüte und Selbstverständlichkeiten.

Das Verständnis für eine zielgruppengerechte Kommunikation ist organisatorisch regelmäßig bei der dafür die Verantwortung tragenden Geschäftsführung bzw. der Kommunikationsleitung aufgehängt.

Dies erscheint eingedenk der überragenden Rolle und zunehmenden Komplexität aller Aspekte der Kommunikation nicht mehr weiter ausreichend. Das Anforderungsprofil für alle Verbands-Mitarbeiter wird sich diesbezüglich ändern.

Lobbying und Sprache

Mittwoch, 15. Februar 2012

Aktuell ist in der Online-Ausgabe von Politik und Kommunikation unter dem Titel „Das Arsen der Lobbyisten“ ein Artikel über die Rolle von Sprache im Lobbying platziert.

Der Sozialwissenschaftler Andres Kolbe erläutert anhand einiger Beispiele, dass Wortkreationen und innovative Umdeutungen seit einigen Jahren zum Werkzeugkasten der Interessenvertreter gehören.

Ja und?, möchte man antworten. Warum sollte die Rolle der Sprache im Lobbying eine marginalere Rolle oder andere Qualität einnehmen, als in allen anderen Bereichen des Privaten oder Öffentlichen?

Der Autor verfällt im Übrigen selbst der Versuchung, Sprache bewusst für die eigene Interessenvertretung einzusetzen und wie Arsen wirken zu lassen: langsam, aber sicher.

Pflichttermin: 13. Deutscher Verbändekongress

Freitag, 20. Januar 2012

„Was macht einen Verband erfolgreich?“ ist am 27. und 28. Februar in Düsseldorf die Leitfrage des diesjährigen Deutschen Verbändekongresses. Und gemeint sind keine Erfolgskriterien für das neu begonnene Jahr 2012. Unter dem Konferenztitel „Verbandsarbeit 2020“ richten die Veranstalter dazu vielmehr einen Blick in die längerfristige Zukunft.

Was erwartet die Teilnehmer?

5 Fragen an … Maya Biersack zum Einsatz von Wikis in Verbänden

Dienstag, 10. Januar 2012

Maya Biersack ist im Vorstand der EsPresto AG, einem Full-Service IT-Dienstleister mit Sitz in Berlin. Im Rahmen des Themas “Wikis und Wissensmanagement” bietet die EsPresto AG Beratung wie auch Implementierung und Wartung dieser Systeme an. Das Berliner Unternehmen hat Wiki-Lösungen bereits in Verbänden, aber auch in namhaften Unternehmen, wie “Apollo Optik”, “maxdome” oder der “Berliner Stadtreinigung”  erfolgreich eingesetzt.

 

 

 

 

V//T: Frau Biersack, wir alle nutzen Wikipedia als die wohl umfangreichste und am meisten genutzte öffentliche Online-Enzyklopädie, also als Wissensmanagement-Plattform. Informationen und Wissen gibt es auch in Verbänden zu organisieren. Was prädestiniert Wikis darüber hinaus für die tägliche Verbandsarbeit?

MB: Man denkt beim Begriff „Wiki“ zunächst an ein Lexikon, allerdings sind die verbandsinternen Einsatzmöglichkeiten und der Nutzen von Wikis weitaus vielfältiger.

Einen wesentlichen Punkt stellt die Zusammenarbeit an Dokumenten dar. So können Positionspapiere, Stellungnahmen und Fachartikel komfortabel gemeinsam erstellt und permanent weiterentwickelt werden. Die Dezentralität spielt hierbei keine hinderliche Rolle: Das Dokument liegt zentral im Wiki und kann von den verschiedenen Standorten aus bearbeitet werden. Eine Kommentarfunktion erlaubt zusätzlich die inhaltliche Diskussion über den entstehenden Artikel. Alle Änderungen am Artikel werden mit Autor und Datumsstempel dokumentiert.

Da die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit – z.B. der Fachkreise im Wiki – für alle Mitglieder sichtbar sind, entsteht eine hohe Transparenz: Die Mitglieder erkennen die aktuellen Themen und können die Entstehung der einzelnen Artikel/Stellungnahmen nachvollziehen. So entsteht einfach durch die Zusammenarbeit eine Wissensbasis, in der Inhalte mit Hilfe einer ausgereiften Suchfunktion schnell gefunden werden können.

Neben der Diskussion am Fachartikel enthalten viele Wiki-Systeme auch die Blog-Funktion, so dass das Wiki als universelles Kommunikationsmedium im Verband für die tägliche Nutzung sehr geeignet ist.

Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Mailboxen entlastet werden und die Beteiligten Kommunikation und Inhalte an einem Ort vorfinden.

V//T: Für viele Verbände wird Qualitätsmanagement immer interessanter. Die Deutsche Gesellschaft für Verbandsmanagement hat mit DGVM ZERT sogar ein auf der ISO 9001 basierendes Management- und Zertifizierungssystem entwickelt. Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess lässt sich über ein Wiki sicherlich ideal unterstützen. Gilt das für alle Anforderungen eines QM-Systems?

2011 – ein kleiner Rückblick

Donnerstag, 22. Dezember 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erneut ein Bundespräsident vor dem Sturz, Schulden- und Bankenkrise, Freiheitsbewegungen mit unzähligen Menschenopfern – Deutschland, Europa und die Welt boten in diesem Jahr eine Menge auf, um Politik, Politikwissenschaftler und Blogger in Atem zu halten.

Wir haben es hier eine Nummer kleiner und beschäftigen uns mit der internen Interessenkoordinierung und externen Interessenvertretung von Verbänden. Folgende Aspekte und Themen gehören in meinen persönlichen Rückblick auf das Jahr 2011:

Wie Kommunikationsagenturen Lobbystrategien und Kampagnen erstellen

Sonntag, 30. Oktober 2011

Die Wochenendausgabe der taz vom 29. und 30. Oktober 2011 gibt einen spannenden und beispielhaften Einblick in die Arbeit einer Kommunikationsagentur für ihren Auftraggeber, hier das Deutsche Atomforum, einer Lobbyplattform der vier Kernkraftwerks-Betreiber EnBW, Eon, RWE und Vattenfall.

Die Veröffentlichung von zwei Präsentationspapieren der Agentur ist nicht etwa deshalb interessant, weil hier anstößige Strategien für ein gesellschaftlich heikles Thema zu entdecken sind, auch wenn man hie und da die Nasen rümpft. Sie ist vielmehr aufschlussreich, weil sie ganz im Gegenteil eine professionelle und handwerklich solide Kommunikationsstrategie mit ihren Einzelmaßnahmen offenlegt.

Die Dokumente zeigen somit umfassend, wie Auftraggeber mit Unterstützung von mit Agenturen ihren Einfluss auf Medien, Politik und Öffentlichkeit erhöhen wollen.

„Lieber klarer sprechen, dafür weniger intelligent“ – Ein kleiner Rückblick auf die KAS-Konferenz für Politische Kommunikation

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Was für ein Titel: Internationale Konferenz für Politische Kommunikation, wow. Mit dem Titel hat die Adenauer-Stiftung bereits zum 9. Mal ein thematisch schier unüberblickbares Feld angepeilt.

Und da fällt das resümierende Nörgeln leicht, wenn man es denn möchte. Denn eine 1,5tägige Konferenz kann die Erwartungen eigentlich grundsätzlich nicht zufriedenstellen erfüllen. Dazu kein Versuch, inhaltliche Klammern herauszuarbeiten (Wahen, Kampagnen) bzw. übergreifende Inhalte oder Positionen vergleichend zusammenzuführen oder thematische Blöcke zu benennen (die „Medizin für den Patienten Volkspartei“ bzw. ein Bezug zum KAS-Blogthema Volkspartei war es trotz Ansätzen eher nicht).

Und die vielversprechende Diskussionsrunde zur „Politikvermittlung als Herausforderung“ blieb im Wesentlichen in der mehrfach festgestellten Herausforderung der Energiewende stecken, anstatt die Meta-Ebene des Themas zu erklimmen.

Was spannend war?