Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Journalisten’

5 Fragen an Prof. Olaf Hoffjann zur Relevanz und Nutzung von Social Media durch Verbände

Mittwoch, 20. November 2013

ov_hoffjanngrossEndlich gibt es eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Nutzung der sozialen Medien durch Verbände in Deutschland.

Eine von der Otto-Brenner-Stiftung geförderte Studie zur Verbandskommunikation untersucht die Veränderungen der internen wie externen Kommunikation bei Verbänden in den vergangenen Jahren im Allgemeinen sowie die Relevanz und die Nutzung der sozialen Medien im Besonderen.

Verbände//Talk spricht mit dem Leiter der Studie Prof. Dr. Olaf Hoffjann, der an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften im Studiengang Medienmanagement in Salzgitter arbeitet.

V//T: Herr Prof. Hoffjann, Sie stellen als ein Ergebnis der Studie fest, dass klassische Massenmedien für Verbände in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden sind, nicht nur trotz einer zunehmenden Nutzung sozialer Medien, sondern sogar mit deren Unterstützung. Das müssen Sie erklären …

OH: Journalisten sind bei vielen Facebook- und Twitter-Aktivitäten eine wichtige Zielgruppe. Einige Twitter-Kanäle zielen sogar ausschließlich auf Journalisten. Hier geht es dann weniger um eine direktere Ansprache von Mitgliedern und potenziellen Unterstützern, sondern lediglich um eine andere Ansprache von Journalisten. Soziale Medien sind damit bei einigen Verbänden eine Fortführung der Pressearbeit mit anderen Mitteln.

V//T: Haben Sie den Eindruck gewonnen, dass der Einsatz sozialer Medien zur internen und/oder externen Kommunikation bei den beteiligten Verbänden strategisch sehr gezielt sowie Zielgruppen gerecht angegangen wird?

Deutsche Journalisten Social-Media-Verweigerer

Montag, 29. Oktober 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Verbände stehen aktuell vor der Frage, wann sie mit welchem Ressourceneinsatz welche Social-Media-Kanäle bespielen sollen.

Sofern Verbände die Entscheidung auch davon abhängig machen wollen, wie Journalisten in Deutschland Social Media aktiv und passiv nutzen, werden sie durch Umfrageergebnisse des Marktforschungsinstituts PR-Software-Anbieters Cision womöglich zu einer falschen Antwort verleitet.

Die Kollegen von ethority und Netzschnispel haben bereits darüber berichtet, dass Cision im Rahmen einer Studie über die Medienkompetenz von Journalisten aus elf verschiedenen Ländern deutsche Journalisten bei der Nutzung von Social Media auf einem ernüchternden achten auf Rang einordnet.

Untersucht wurden dabei Engagement, Praxis, Kenntnisse und Haltung in Sachen Social-Web. Maßstab war unter anderem die Zeit, die täglich für Social Media verwendete wird, ihre Follower-Zahlen, die verwendeten Social Media-Tools und eben die Haltung zu Social Media in Bezug auf eine mögliche Veränderung des Berufsfelds.

Dazu Falk Rehkopf, Geschäftsführer von Cision Deutschland in einem Pressetext-Interview: “Vor allem ältere Journalisten in Deutschland befürchten negative Auswirkungen auf ihre Arbeit. In diesem Segment stellen wir keine produktive Teilnahme in sozialen Medien fest. Wenn die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen weniger werden, wird Deutschland einen höheren Platz einnehmen. Momentan orten wir aber große kulturelle Schwierigkeiten”.

 

Information gegen Anonymität – Die Chatham House Rule

Donnerstag, 2. Februar 2012

Im April 2011 hatte ich im Verbände-Talk kurz über die Sprachcodes „unter eins“, „unter zwei“ und „unter drei“ berichtet, die – entsprechend angekündigt – definieren, wie Äußerungen aus der Politik von Journalisten zitiert bzw. verwertet werden dürfen.

Dass Journalisten der Auslandspresse diese Regelung nicht immer als positiv erfahren, kann hier beispielhaft nachgelesen werden.

Es gibt in der Tat noch einen weiteren Sprachcode, eine Regel, die für Gespräche, insbesondere aber auch für Konferenzen gelten kann: die „Chatham House Rule“.

Wann Verbände für Journalisten interessant sind

Freitag, 27. Mai 2011

Vor wenigen Tagen diskutierte ich mit dem Vertreter eines eher kleinen Berufsverbandes über Möglichkeiten zur Optimierung der Zusammenarbeit mit Journalisten. Meinen Gesprächspartner bewegte zunächst die Frage, ob sich die Medien überhaupt für kleine Organisationen interessieren und wie die relevanten Journalisten bei Bedarf erreicht werden können.

Ob „klein“ oder „groß“, Verbände haben im Wettbewerb um mediale Aufmerksamkeit einen erstklassigen Vorteil: sie sprechen für eine Branche oder eine Berufsgruppe. Publizierte Verbandsmeinungen sind abgestimmte Positionen der repräsentierten Gruppe, und haben für Journalisten daher grundsätzlich Gewicht.

Den Kontakt zu Journalisten aber erst „bei Bedarf“ herzustellen, ist sicherlich zu spät. Eine Meinung mit einiger Sicherheit in die Öffentlichkeit zu bringen, bedarf entwickelter, guter Kontakte zu Medienvertretern.

Mit der Berücksichtigung folgender Hinweise habe ich sehr gute Erfahrung für die erfolgreiche Beachtung von Verbandsmeinungen im Medienbetrieb gemacht:

Journalisten – von Kommunikationskanälen und Sprachcodes

Donnerstag, 7. April 2011

Im Februar habe ich auf eine Studie hingewiesen, die das Nutzerverhalten von Twitter durch Journalisten analysiert.

Mittlerweile wissen wir, dass die Hauptstadtkorrespondenten offensichtlich nicht Teil der Stichprobe gewesen sein können. Die Experten für Kommunikation entblößten sich in der Bundespressekonferenz (hier noch mal als Videobeweis) als auf traditionelle Kanäle fixierte Social-Media-Laienschaar, was zu verdient höhnischer Kommentierung durch die Internet-Gemeinde und auch von Kollegen geführt hat.

Diese ernüchternde Tatsache sollte nicht dahingehend ausgelegt werden, die bereits mehrfach ins Auge gefasste Formulierung einer Social-Media-Strategie ein weiteres Mal zu verschieben. Sie ist essentiell für die gezielte moderne Verbandskommunikation und damit für den Erfolg der Organisation. Und der Großteil der Journalisten hat aus unterschiedlichen Gründen eine Affinität zu den Social-Media-Kanälen.

Sprachcodes

Andere Gewohnheiten in der Kommunikation mit Journalisten behalten ihre Gültigkeit. Dazu gehören die Sprachcodes, die klären, wie Äußerungen von Politikern von Journalisten zitiert bzw. verwertet werden dürfen. Es werden traditionell drei Codes unterschieden:

  • „Unter eins“ legt fest, dass die kommunizierte Information unter Nennung des Urhebers wörtlich wiedergegeben werden kann. Also etwa „Bundesverkehrsminister Ramsauer hat im Bahnprojekt Stuttgart21…“. Politiker formulieren unter eins vorsichtiger als
  • „unter zwei“. Dieser Code meint, dass zwar die Information und auch das Umfeld wiedergegeben werden, aber nicht direkt zitiert werden dürfen: „Aus Kreisen der Fraktion war zu erfahren, dass das Bahnprojekt Stuttgart21 …“.
  • „Unter drei“ schließlich legt fest, dass Journalisten erhaltene Informationen für den eigenen Hintergrund nutzen können, nicht aber veröffentlichen dürfen.

Ein entsprechender Hinweis kann pauschal vor Gesprächsbeginn gegeben werden oder auch gesondert bei politisch heikleren Einzel-Informationen, wenn diese beispielsweise gezielt an die Öffentlichkeit transportiert werden soll.

Die Sprachregelung und ihre Beachtung sind existentiell für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Politik sowie Journalisten.

 

Wie Journalisten Twitter nutzen

Donnerstag, 3. Februar 2011

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Studien über die Entwicklung und Nutzung Sozialer Medien. Unter dem Titel Twitter und Journalismus hat sich das Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen ausführlich dem Microblog gewidmet.

Die Studie basiert einerseits auf einer Sekundäranalyse zur Twitter-Nutzung und andererseits auf einer Befragung von 70 Internet-Redaktionsleitern im Mai und Juni 2010.

Die Autoren interessierten insbesondere die Fragestellungen,

  • welchen Einfluss nutzergenerierte Informationen auf die Produktion professioneller Nachrichten haben,
  • welchen Einfluss sie auf die Rezeption von Nachrichten haben,
  • ob die Dienste herkömmliche Nachrichtenquellen oder weitere Informationsangebote ersetzen, und
  • wer die Dienste und aus welchen Gründen nutzt.

Einige zentrale Ergebnisse der Studie sind auch für Verbände interessant: