Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Interessenvertretung’

5 Fragen an Dr. Eberhard Kromer zur Gründung der Dachorganisation der Musikschaffenden DOMUS

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Eberhard_Kromer_Foto_HPWährend der Berlin Music Week wurde am 6. September 2013 die Dachorganisation der Musikschaffenden e.V., DOMUS, gegründet. Der Verband will die Interessen von Kreativen und Künstlern im Musik-Business vertreten.

Verbände//Talk spricht mit Dr. Eberhard Kromer, Vorsitzender des Interimsvorstands.

V//T: Herr Dr. Kromer, ist die Gründung von DOMUS zusammengefasst der Versuch, die Interessen der Musikschaffenden an angemessener Beteiligung gegenüber den Musik-Verwertern zu bündeln?

EK: Ja, genauso ist es. DOMUS vertritt die Interessen derjenigen, die die Musik schaffen, die wir auch als „originär Berechtigte“ bezeichnen, gegenüber den Verwertern, welche die Musik zum Hörer bzw. Nutzer bringen. Wir wollen, dass Musikplattformen, streaming Dienste, Labels und Musikverlage die Musikschaffenden an Werbe- sowie sonstigen Erlösen beteiligen.

Wir wenden uns aber auch an alle bestehenden Musikerverbände und an die Politik, am Aufbau eines Systems mitzuwirken, das die Musikschaffenden an Erlösen angemessen beteiligt.

V//T: Mit der Arbeit der Gema, der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten und auch anderen Akteuren sind Sie folglich nicht so einverstanden?

5 Fragen an … Dirk Langolf und Rolf Kuby von der WirtschaftsVereinigung Metalle zur Interessenvertretung in Brüssel

Donnerstag, 21. Juni 2012

Teil IX der Serie zur EU-Interessenvertretung

Dirk Langolf leitet Kommunikation und Projektmanagement bei der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM). Rolf Kuby ist Leiter des Brüsseler Büros der WVM.

Die WVM vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen der Nichteisen-Metallindustrie (Kupfer, Zink, Feuerverzinkung, Blei, Nickel, Aluminium, Magnesium) mit über 650 Unternehmen in Deutschland und mehr als 100.000 Beschäftigten. Die WVM verfügt seit 2005 über ein Europabüro in Brüssel.

V//T: Herr Langolf, Herr Kuby, beginnen wir mit ein paar Daten und Fakten zur WirtschaftsVereinigung Metalle: Wie ist der Verband mitgliedschaftlich strukturiert, wie groß ist die Mitarbeiterschaft, über welche Ressourcen verfügt das Brüsseler Büro und wie schlagen sich diese im Jahresbudget nieder?

DL/RK: Die WirtschaftsVereinigung Metalle arbeitet seit ihrer Gründung im Jahr 1946 als wirtschaftspolitische Interessenvertretung der metallerzeugenden und –verarbeitenden Unternehmen in Deutschland. Die Mitgliedschaft der WVM ist sehr breit zusammengesetzt. Sie reicht in der Primär-, Sekundär und Halbzeugerzeugung von Metallen vom internationalen Konzern überglobal operierende Familienunternehmen bis zu mittelständischen Gießereien und Feuerverzinkereien.

Das Team der WVM ist als BDI-Mitgliedsverband ein kleines aber wendiges Schnellboot unter den in Berlin und Brüssel arbeitenden Wirtschaftsverbänden. Mit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin, davon 10 Referentinnen und Referenten und einem Referenten in Brüssel zählen wir zu den kleineren Verbänden.

Das zeigt sich auch im überschaubaren Budget. Hier zählt das Prinzip des wirtschaftlichen Einsatzes der Mitgliedsbeiträge mit dem größtmöglichen Ertrag und Nutzen für die Mitgliedsunternehmen.

V//T: Welche EU-Themengebiete gilt es für die WirtschaftsVereinigung zu beobachten? Und wie groß ist prozentual die für ihre Mitglieder relevante Rechtssetzung, die originär aus Brüssel kommt?

DL/RK: Für uns als Wirtschaft ist Europa viel besser als sein Ruf. Aber in Brüssel arbeiten 25.000 Beamte unter einem Präsidenten und 26 Kommissaren. Der Output dieser Maschinerie ist immens und kompliziert. Europäische Energie-, Umwelt- und Klimapolitik und wichtige Handels- und Rohstoffpolitik sind die zentralen Themenfelder die wir gemeinsam mit unserem europäischen Dachverband Eurometaux und befreundeten Wirtschaftsverbänden in Brüssel für unsere Mitgliedsunternehmen aus- und bewerten.

Seit einigen Jahren kommt die europäische Industriepolitik als wichtige Klammer hinzu. Die Musik wird auf beiden politischen Bühnen – in Berlin und Brüssel gespielt. Der größte Teil der Partituren wird aber in Brüssel komponiert und daher gilt es auf beiden Bühnen präsent zu sein.

V//T: Welche Argumente führten zur Entscheidung, eine Repräsentanz des Verbandes in Brüssel einzurichten? Wie wurden und werden mögliche Alternativen wie beispielsweise die Interessenvertretung über einen europäischen Dachverband bewertet?