Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Corporate Governance’

Geplantes Verbandsstrafgesetzbuch will Pönalen für Verbände

Dienstag, 10. März 2015

JustizIn der aktuellen Ausgabe des Verbändereport (02/2015) berichtet Rechtsanwalt Ralf Wickert über die Gesetzesinitiative von Nordrhein-Westfalen „zur Einführung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Unternehmen und sonstigen Verbänden“.

Hintergrund ist das Bestreben, dass nicht nur mehr natürliche Personen, sondern nun auch Organisationen wie Idealvereine, Stiftungen oder Servicegesellschaften für eine „Verbandsstraftat“ belangt werden sollen.

Hintergrund sei, dass Organisationen über eine „Compliance-Organisation“ verstärkt zu „guter Unternehmensführung“ angehalten werden sollen.

Die möglichen Sanktionen sollen Geldstrafen, die öffentliche Bekanntmachung einer Verurteilung, der Ausschluss von Subventionen, der Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Aufträge bis hin zur Verbandsauflösung sein.

Hier geht’s zum Gesetzestext.

 

Internationaler Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Vor einigen Jahren erfuhr eine akademisch recht fulminant geführte Diskussion in Deutschland um Corporate Governance-Regelungen für NGOs und Verbände („Nonprofit Governance“) eine eher überschaubare Resonanz bei den Zielgruppen.

Seit Anfang 2011 ist in Deutschland nun mit der DIN ISO 26000 als ganzheitlicher Referenzrahmen für das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung ein internationaler Standard veröffentlicht worden.

Der Leitfaden richtet sich bewusst nicht nur an Unternehmen, sondern an alle Organisationsformen wie NGOs, Verbände, öffentliche Einrichtungen, die Wissenschaft, Stiftungen etc.

Die International Organization for Standardization (ISO) betont die universelle Anwendbarkeit der Norm, die unabhängig von Tätigkeitsfeld, Größe, Eigentümerstruktur, gesellschaftlichem Kontext, und den kulturellen oder religiösen Hintergründen gegeben sei.

Wird dem Leitfaden ein anderes Schicksal beschieden sein, als der Idee der Nonprofit Governance?

Corporate Governance – Kein Thema (mehr) für Verbände? (Teil II)

Montag, 25. Juli 2011

Der erste Teil dieses Beitrags hat aufgezeigt, dass die akademisch recht fulminant geführte Diskussion um Corporate Governance-Regelungen für NGOs und Verbände („Nonprofit Governance“) bis auf wenige Ausnahmen ohne Resonanz bei den Organisationen geblieben ist.

Das ist zunächst einmal überraschend, denn es gibt durchaus sensible Themen, die (die Diskussion über) Regelungen zur guten Verbandsführung sinnvoll erscheinen lassen: die Organisation von Steuerungs- und Kontrollaufgaben in Verbänden zwischen Haupt- und Ehrenamt, der Professionalisierungsdruck, und die systematische Berücksichtigung (gestiegener) Anforderungen von Stakeholdern sind solche Themen.

Gleichzeitig hätte sich für Verbände die Möglichkeit eröffnet, Werte, Selbstverständnis und ihre gesellschaftliche Rolle – insbesondere im Lichte der Lobbyismus-Diskussion der vergangenen Jahre – aktiv, selbstbewusst und transparent darzulegen.

Dazu ist es jedoch nicht gekommen. Die Corporate Governance-Diskussion in Verbänden ist nicht gescheitert, sie fand einfach nicht statt, weder in Haupt- oder Dachorganisationen für die eigenen Mitgliederstrukturen, noch in einer Verbandsübergreifenden Struktur, ähnlich wie in der Wirtschaft.

Die Gründe liegen wohl darin, dass es im Vergleich zur Unternehmenswelt an zwei Dingen fehlte: an wahrgenommenem äußerem Druck (ausländische Investoren) sowie an Meinungsführern und Strukturen (Regierungskommission), die eine solche Diskussion, Ergebnisse und ihre einheitliche Anwendung ermöglicht hätten.

Corporate Governance – Kein Thema (mehr) für Verbände? (Teil I)

Donnerstag, 21. Juli 2011

Kritische Mitglieder, zunehmender Wettbewerb durch Unternehmensrepräsentanzen, Agenturen und Kanzleien, finanzielle Zurückhaltung der öffentlichen Hände, die duale Struktur von Haupt- und Ehrenamt sowie mindestens seit einer Dekade spürbar steigende Anforderungen an das Management – diese Rahmenbedingungen sprechen für eine Übernahme, zumindest aber eine Diskusssion der Corporate Governance-Idee in Verbänden.

Allein die Organisationen sehen das offensichtlich anders, denn nur wenige Verbände haben Corporate Governance-Leitlinien eingeführt. Warum die Zurückhaltung? Und besteht sie zu Recht?