Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Schlagwort ‘Change Management’

Warum sich nichts ändert

Samstag, 5. April 2014

Stop der KettenreaktionMal ehrlich: Kann man nicht verzweifeln? Wir lesen von der Notwendigkeit ständiger Weiterentwicklung und Veränderung und es klappen nicht mal die Standardabläufe.

Während die Funktionalitäten für den Relaunch der Website immer noch nicht geklärt sind, erzählen die lieben Geschäftsführerkollegen von quasi beiläufig eingeführten CRM, DMS und Unternehmenswikis, die nun zu einer neuen Kommunikationskultur geführt haben.

Glauben Sie nichts davon!

FASTBREAK-Themenfrühstück zum Wissenstransfer von der IT-Welt in die Welt der Verbände

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Daten - Information - WissenDer Themenschwerpunkt für die kommende Veranstaltung des Verbände-Formats FASTBREAK lautetIssue Tracking Tools: Wissenstransfer von der IT-Welt in die Welt der Verbände“. Ich zitiere nachfolgend aus dem Einladungstext zur Veranstaltung:

„Noch immer werden die Möglichkeiten von so genannten Issue Tracking Tools sträflich unterschätzt: Auf sie lassen sich Prozesse der Projektplanung, des Supports, Genehmigungsprozesse, des Change Managements und der Vertragsabwicklung genauso abbilden wie klassische Aufgaben aus der Ursprungsdomäne der Software-Entwicklung.

Diese Tools mit ihren heutigen Möglichkeiten und Integrationsangeboten sind ein bisschen wie MS Excel: Eine sehr kostengünstige und geradlinige Allzweckwaffe im täglichen Kampf um die sich auftürmende Teppichfalte an Prozessen, an denen wir irgendwie beteiligt sind.

Wer allerdings ohne die entsprechende Vorbereitung im Fachlichen, und ohne eine profunde Analyse seiner Anliegen und Prozesse in das Abenteuer Toolunterstützung hinein startet, riskiert den maximalen Schiffbruch – ohne Nabelschau und korrekte Selbsteinschätzung des eigenen Reifegrades für formalisierte Prozesse geht es nicht!

Am Beispiel des Issue Tracking Tools Atlassian JIRA zeigt Tilmann Eing, Geschäftsführer der kreuzwerker Gmbh, wie sich Projekt- und Geschäftsprozessen mit kollaborative Tools erfolgreich abbilden lassen.“

Wann:
Dienstag, den 29. Oktober 2013
8:30 Uhr – 10:30 Uhr

Wo:
Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an Management-Verantwortliche in Verbänden und Organisationen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, eine Registrierung ist erforderlich. Bitte nutzen Sie dazu das nebenstehende Online-Formular.

 

Warum 70-80% aller Veränderungsprozesse fehlschlagen

Mittwoch, 3. Juli 2013

AkzeptanzkurveWer bei Amazon nach „Change Management“ sucht, wird aktuell mit 69.096 Treffern belohnt. Das Wissen um Veränderungsvorhaben ist offensichtlich beachtlich.

Aber wird es auch angewendet?

Nach wie vor werden zwischen 70 und 80 Prozent der Veränderungsprozesse als misslungen bewertet. Für Projektmanager wie mich völlig faszinierend.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Mutaree im Auftrag von Handelsblatt-Online (dort weitere Ergebnisse) stelle ich in Auszügen zur Verfügung. Geantwortet haben zwischen Januar und April 2013 280 leitende Mitarbeiter überwiegend aus den Bereichen Human Ressurces und Unterehmensentwicklung aus Unternehmen mit in der Regel über 1.000 Mitarbeitern:

Was sind die Voraussetzungen, damit Change-Prozesse erfolgreich verlaufen?

  1. Beteiligung der Mitarbeiter (ca.70%)
  2. Professionelles Projektmanagement (68%)
  3. Motivationskraft der Führungskräfte (60%)
  4. Übernahme von Verantwortung durch die Linie (knapp 60%)
  5. Konfliktfähigkeit der Mitarbeiter (knapp 50%)

Was sind die Gründe für das Scheitern von Veränderungsprozessen?

  1. Schlechte Kommunikation (fast 80%)
  2. Unklare Verantwortlichkeiten (55%)
  3. Schlechtes Projektmanagement (52%)
  4. Frustration aus vergangenen Veränderungsprozessen (47%)
  5. Mangelnde Unterstützung aus Vorstand (44%)

(Mangelnde Einsicht für Veränderungen mit 38% auf Platz 7, Verlust von Einfluss und Macht mit knapp 20% auf Platz 12)

Welche Skills der Führungskräfte sind in Change-Prozessen entscheidend?

  1. Ehrlichkeit (65%)
  2. Überzeugungskraft (57%)
  3. Motivationskraft (52%)
  4. Sensibilität (51%)
  5. Problemlösungsfähigkeit (48%)

Wofür fürchten sich die Mitarbeiter bei Change-Prozessen am meisten?

  1. Statusverlust (63%)
  2. Jobverlust (62%)
  3. Mehr Arbeit (56%)
  4. Höhere Anforderungen (43%)
  5. Konflikte (36%)

Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Change-Prozess scheitert?

  1. Vorstand (70%)
  2. Projektmanager (53%)
  3. Linienverantwortlicher (45%)
  4. Mitarbeiter (20%)
  5. Gesellschafter (15%)

(An 6. Stelle Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften mit 10%)

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Change Management keine eigene Disziplin darstellt, ein adäquates Projektmanagement allerdings ohne Change Management in keiner Weise auskommt.

Welche Erfahrungen zum Gelingen oder Scheitern von Veränderungsvorhaben gibt es bei Ihnen in Verbänden und Organisationen? Ich freue mich auf Kommentare.

 

Über machtlose Parlamentarier und ein Gestaltungs-Dilemma

Freitag, 18. Februar 2011

Was wollen Politiker wirklich ändern? Eine ganze Menge. Welchen persönlichen Einfluss haben sie selbst auf diese Veränderungen? Wenig. Wer ist stattdessen für Veränderung zuständig? Der Bürger selbst. Stellt die Politik den Bürgern hierzu ausreichende Konzepte oder Informationen zur Verfügung? Eher nicht.

Auf diese erstaunliche Kurzformel lassen sich – in Ergänzung eines Blog-Beitrags des Freitag – die zentralen Ergebnisse der DEUPAS, der deutschen Parlamentarierstudie 2010 (Teil 1 und Teil 2) zusammenfassen.

Die Bekenntnisse deutscher Abgeordneter aus Bund, Land und Kommune klingen resümierend eher nach institutionalisierter Lähmungserscheinung als nach organisierter Veränderung in unserer Republik.

Und mancher Interessenvertreter steht nun mit offenem Munde da: Ist das Lobbying der Abgeordneten nun für die Katz? Oder ist damit eher ein Hinweis auf die Komplexität effektiver Interessenvertretung gegeben?

Was, bitte, gibt’s am „Change“ zu managen?

Dienstag, 31. August 2010

Nach der in diesem Monat veröffentlichten Studie „Handelsblatt Trend Change Management“ messen 82 Prozent der Unternehmen in Deutschland Veränderungsprojekten aktuell eine große Bedeutung bei. Und nahezu zwei Drittel der deutschen Fach- und Führungskräfte geht davon aus, dass Veränderungsvorhaben künftig noch schneller umgesetzt werden müssen.

Letztere scheinen es dann auch zu sein, denen die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungsmaßnahmen keine Sorgen machen – zu Unrecht: Während 61 Prozent der Führungskräfte der Meinung sind, dass sie ihren Mitarbeitern neue Strategien gut vermittelt haben, teilen nur 37 Prozent der Mitarbeiter diesen Optimismus ihrer Vorgesetzten.

Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung, die nach meiner Erfahrung eher noch deutlicher in Verbänden zu entdecken ist, erklärt den Schiffbruch, den viele Veränderungsvorhaben erleiden.

Was, also, gibt es warum in Veränderungsvorhaben zu „managen“?

Veränderungsvorhaben – Management von Kopf und Bauch

Montag, 14. Juni 2010

Geplante Reorganisations- und Veränderungsmaßnahmen führen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Aufregung und Betriebsamkeit. Fusion, Umzug, strategische Neuausrichtung, organisatorische Anpassungen oder auch nur eine aktualisierte Gewichtung der Kernaufgaben: das Vorhaben mag plausibel, nachvollziehbar, angemessen oder gar notwendig sein – durchsetzbar ist es damit noch lange nicht. Denn mit dem Vorhaben werden die Karten für das interne Machtgefüge neu gemischt. Und wer will das schon?

Es ist erstaunlich, dass mit beständiger Regelmäßigkeit Hitlisten über Gründe des Scheiterns von Veränderungsprojekten aufgestellt werden – und ebenso regelmäßig wie hartnäckig ohne jegliche Konsequenzen bleiben.