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Bitte Fehler machen! – Serie über das Gelingen von Veränderungsprozessen (3)

viele Daumen gehen nach oben vor grünen HintergrundDas Scheitern von Projekten und Veränderungsvorhaben wird oft zitiert und manchmal auch belegt. Die Zahlen reichen bis zu 50 und 80 Prozent, je nach Definition von Scheitern, Dimension der Vorhaben und der betrachteten Branche.

Scheitern ist tragisch, nicht nur weil Ressourcen in den Sand gesetzt werden, sondern weil auch die Lust auf andere Veränderungsvorhaben spürbar leidet.

Scheitern beruht auf dem Machen von Fehlern. Aber während ein Scheitern vermieden werden sollte, dürfen Fehler, ja sollen Fehler gemacht werden dürfen.

Denn Neues zu versuchen hat einen Preis: Pannen und Mängel. Und verstehen Sie „Preis“ bitte wirklich als eine Art „Gewinn“. Wir alle Lernen durch Handeln. Was geklappt hat wiederholen wir, was nicht geklappt hat wird beim nächsten Mal besser, zumindest aber anders gemacht.

Entscheidend ist, wie Sie mit den Pannen umgehen. Fehler sind weder ein Makel noch eine Schwäche. Eine Schwäche ist dagegen, Fehler zu vertuschen, sie zu ignorieren oder kleinzureden. Und wir tendieren ja leider dazu: die Hierarchiestufe verhält sich nicht selten umgekehrt proportional zur Bereitschaft, selbst verursachte Fehler zu benennen.

Daher ist Teamarbeit so bedeutsam. Einerseits ermöglichen unterschiedliche Vor-Erfahrungen das Minimieren von Fehlern, andererseits besteht im Team die Möglichkeit, durch obligatorische Lernschleifen Pannen und Fehleinschätzungen gemeinsam aufzuarbeiten und sie nicht als individuellen Makel zu stigmatisieren.

Fehler sind so gesehen ein Gewinn.

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