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Wie sich wirklich etwas ändert – Veränderungen und Reorganisation gestalten. Zum Serienstart

Fear of crisis with businessman like an ostrichVor einem knappen Jahr habe ich in einem kurzen Post die mir damals besonders häufig gestellte Frage „Warum sich nichts ändert“ zum Thema gemacht.

Die Frage bezog sich auf fehlgeschlagene Reorganisations- oder Entwicklungsvorhaben, deren Ursachen die Fragesteller partout nicht ermitteln konnten: die positiven Effekte der Vorhaben lagen doch scheinbar auf der Hand; teilweise ging es gar um Vorhaben, die ausdrücklich bekannte und beanstandete Missstände in der Organisation abstellen sollten.

Trotzdem misslang das Vorhaben, benötigte erheblich länger als geplant, kostete spürbar mehr als ursprünglich berechnet, wurde von den Kolleginnen und Kollegen bereits während der Projektphase abgelehnt oder nach der Umsetzung bzw. Implementierung nicht angewandt.

Natürlich sind die Gründe für das Scheitern einzelner Vorhaben immer auch individuell zu betrachten. Beim Managen von Veränderungen mangelt es jedoch regelmäßig an einem übergeordneten Verständnis:

Reorganisationsvorhaben berühren Strukturen und Abläufe und damit Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche. Es geht somit immer um Macht, Einfluss, Status und Annehmlichkeiten der betroffenen Mitarbeiter. Geborene Unterstützer eines Vorhabens werden damit trotz angenommener „objektiver“ Sinnhaftigkeit des Vorhabens zunächst einmal nur die, die für sich zu dem Schluss kommen, dass die angestrebte Veränderung positive Auswirkungen für ihre individuelle Arbeitssituation haben wird. Und das ist selten automatisch die Mehrheit der Mitarbeiterschaft.

Persönliche Betroffenheit bricht also Sachlogik und beeinflusst maßgeblich das Gelingen bzw. Scheitern eines Vorhabens.

In der jährlich im Verbändereport publizierten Umfrage unter Verbands-Geschäftsführerinnen und -Geschäftsführern zu den „wichtigen Arbeitsfeldern und Themen“ entwickelte sich die Rubrik „Reorganisationsprozesse im Verband anstoßen“ von 10,5% (2013) und 14,6 % (2014) auf beachtliche 38,8% für 2015.

Dies nehme ich zum Anlass, in den kommenden Wochen unterschiedliche Aspekte zum Gelingen von Veränderungsvorhaben zu thematisieren. Die kleine Serie wird stark geprägt sein von Erfahrungen aus meiner Beratungspraxis.

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