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5 Fragen an Michael Kalthoff-Mahnke zum Award „inkom. Grand Prix “ der DPRG

Kalthoff-MahnkeDie Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) ehrt seit 1995 mit dem inkom. Grand Prix Mitarbeiterzeitschriften und -zeitungen, die von Unternehmen, Agenturen, Regierungsorganisationen und nichtstaatlichen Gesellschaften herausgegeben werden. Seit einigen Jahren stehen auch elektronische Medienformate auf der Bewertungsskala der Jury. Am 27. Juni 2014 wurde der Preis zum 20. Mal verliehen.

Ich spreche aus diesem Anlass mit Michael Kalthoff-Mahnke, Bundesgeschäftsführer der DPRG Berlin und seit zehn Jahren Projektleiter für den inkom. Grand Prix über den DPRG-Wettbewerb für Medienformate der Internen Kommunikation.

Michael Kalthoff-Mahnke studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Soziologie, Politik und Geschichte und war im Anschluss daran Redakteur für Interne Kommunikation bei der Ruhrkohle AG in Essen (heute Evonik AG) sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der RAG Umwelt GmbH. Darüber hinaus war er Geschäftsführer im Medienhaus Dortmund, ab 2000 als freiberuflicher Kommunikationsberater und Corporate Publisher mit Schwerpunkt Interne Kommunikation tätig. Über viele Jahre war Kalthoff-Mahnke als Referent sowie Dozent für Interne Kommunikation aktiv. Er ist Verfasser zahlreicher Fachartikel und Mitherausgeber des „Jahrbuch Interne Kommunikation“.

V//T: Viele von Verbänden ausgelobte Preise oder Awards dienen nicht zuletzt dazu, den Verband und seine Anliegen stärker in das Licht der Öffentlichkeit zu bringen, sein Image positiv zu entwickeln und die Attraktivität für potentielle Mitglieder zu steigern. Was waren 1995 die Gründe für die Auslobung des inkom. Grand Prix?

K-M: Der erste Wettbewerb vor nunmehr bereits 20 Jahren wurde vom damaligen Bundesverband für Interne Kommunikation (inkom.) gestartet. Daher hat der Wettbewerb auch seinen Namen. Die Mitglieder des Verbands waren allesamt Redakteurinnen und Redakteure von Mitarbeiterzeitungen und -zeitschriften. Da lag es aus Verbandssicht nahe, die eigenen Qualitätsansprüche an eine Mitarbeiterpublikation in Wettbewerbsmaßstäbe zu gießen. Die  DPRG hat nach dem Zusammenschluss mit der inkom. im Jahre 2004 den Wettbewerb im Rahmen des Internationalen Deutschen PR-Preises als Marke erfolgreich weitergeführt und den Wettbewerb und das Jurierungsverfahren konsequent weiterentwickelt.

V//T: Wie hat die DPRG über die Jahre von dem Preis tatsächlich profitiert? Und wie profitieren die Teilnehmer, auch wenn sie heute nicht werbewirksam einen Grand Prix erhalten werden?

K-M: Wir haben mit unseren Bewertungskriterien für die Mitarbeitermedien Maßstäbe gesetzt.  Unsere Juroren nehmen alle Einreichungen sehr kritisch unter die Lupe. Damit haben wir sehr viel Vertrauen in unsere Arbeit gewonnen.

Bei uns profitieren zudem alle Einreicher, nicht nur diejenigen, die nachher auf dem Treppchen stehen. Jeder Teilnehmer erhält am Ende des Wettbewerbs eine Bewertungsübersicht mit den Kriterien der Jury und einer Einordnung  nach Punkten. Das gibt einen ersten Überblick über die bewertete Qualität durch die Juroren. Dadurch wird der Wettbewerb auch für vermeintlich „kleine“ Unternehmen oder Organisationen interessant, die mit wenig Budget auskommen müssen – im Übrigen häufig aber auch großartige redaktionelle Leistungen abliefern. Und eines kommt noch hinzu:  Der inkom. Grand Prix ist mittlerweile ein wichtiger Benchmark für Dienstleister des Corporate Publishings.

V//T: Der inkom. Grand Prix wird heute zum 20. Mal verliehen. Damit verfügt die DPRG über einen mittlerweile gestandenen Award. Hat sich der Grand Prix über die Jahre verändert, beispielsweise hinsichtlich seine Kategorien oder Bewertungsmaßstäbe?

K-M: Natürlich hat sich der inkom. Grand Prix in den vergangenen Jahren vielfach weiterentwickelt, ist aber im Kern seiner Linie treu geblieben: Botschaft geht vor Verpackung, wenngleich der Wurm nicht dem Angler, sondern dem Fisch schmecken muss.

Wichtig ist uns ein attraktives editorial design, das Text und Gestaltung optimal verbindet.  Mit Entwicklung elektronischer Formate, insbesondere auch der internen Social Media bewertet der inkom. Grand Prix auch Intranets, E-Magazine, Apps und auch Videoformate.

Die Anzahl der Einreichungen hat sich in diesem Jahr verdoppelt. Der Trend trägt der Entwicklung in der Internen Kommunikation Rechnung.

V//T: Der Ausschreibungsstart für den diesjährigen Grand Prix war im Februar, die Verleihung fand Ende Juni statt. Ist die Organisation tatsächlich auf diesen Zeitraum zu begrenzen oder gibt es auch einen Vorlauf bzw. einen Nachgang? Wie ist die DPRG ferner personell mit der Organisation belastet? Und tragen die Teilnahmegebühren den finanziellen Aufwand?

K-M: Der Wettbewerb ist eigentlich ein ganzjähriges Projekt, dass natürlich in den Phasen zu Wettbewerbsstart, der Jury-Sitzung und der Preisverleihung ganz besonders intensiv bearbeitet werden muss. Ansonsten gilt: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Der nächste inkom Grand Prix beginnt gleichsam nach der Preisverleihung.

Wir stemmen den Wettbewerb hauptsächlich mit eigenem Personal. Einige wenige Dienstleister liefern uns zu, zum Beispiel Grafik und Webservice. Die internen und externen Kosten werden über die Teilnahmegebühr gedeckt und bei der Preisverleihung arbeiten wir sehr eng mit einem Sponsor zusammen.

V//T: Welche Tipps geben Sie Verbänden mit auf den Weg, die sich mit der Auslobung eines Awards beschäftigen? Gibt es lessions learned?

K-M: Ein gutes Konzept steht im Mittelpunkt: Warum sollen sich Teilnehmer bewerben? Es gibt ja schon so viele Wettbewerbe zu allen möglichen Themen. Es geht also im Idealfall um Alleinstellungsmerkmale.

Juroren mit Expertise sind ebenso wichtig. Wer etwas einreicht, verlangt zugleich auch Sachverstand und Kompetenz bei der Beurteilung. Eine gute Kommunikation mit den Zielgruppen ist Pflicht. Schließlich müssen die potenziellen Einreicher erst einmal wissen, dass es einen neuen Wettbewerb gibt. Und schließlich ist eine „gute Seele“ unerlässlich, die (kann auch ein „der“ sein), alle Fäden in Händen hält und die Prozesse erfolgreich steuert. Dann macht ein Wettbewerb sicher großen Spaß für alle Beteiligten.

V//T Vielen Dank, Herr Kalthoff-Mahnke!

 

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