Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv Oktober, 2013

FASTBREAK-Themenfrühstück zum Wissenstransfer von der IT-Welt in die Welt der Verbände

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Daten - Information - WissenDer Themenschwerpunkt für die kommende Veranstaltung des Verbände-Formats FASTBREAK lautetIssue Tracking Tools: Wissenstransfer von der IT-Welt in die Welt der Verbände“. Ich zitiere nachfolgend aus dem Einladungstext zur Veranstaltung:

„Noch immer werden die Möglichkeiten von so genannten Issue Tracking Tools sträflich unterschätzt: Auf sie lassen sich Prozesse der Projektplanung, des Supports, Genehmigungsprozesse, des Change Managements und der Vertragsabwicklung genauso abbilden wie klassische Aufgaben aus der Ursprungsdomäne der Software-Entwicklung.

Diese Tools mit ihren heutigen Möglichkeiten und Integrationsangeboten sind ein bisschen wie MS Excel: Eine sehr kostengünstige und geradlinige Allzweckwaffe im täglichen Kampf um die sich auftürmende Teppichfalte an Prozessen, an denen wir irgendwie beteiligt sind.

Wer allerdings ohne die entsprechende Vorbereitung im Fachlichen, und ohne eine profunde Analyse seiner Anliegen und Prozesse in das Abenteuer Toolunterstützung hinein startet, riskiert den maximalen Schiffbruch – ohne Nabelschau und korrekte Selbsteinschätzung des eigenen Reifegrades für formalisierte Prozesse geht es nicht!

Am Beispiel des Issue Tracking Tools Atlassian JIRA zeigt Tilmann Eing, Geschäftsführer der kreuzwerker Gmbh, wie sich Projekt- und Geschäftsprozessen mit kollaborative Tools erfolgreich abbilden lassen.“

Wann:
Dienstag, den 29. Oktober 2013
8:30 Uhr – 10:30 Uhr

Wo:
Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an Management-Verantwortliche in Verbänden und Organisationen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, eine Registrierung ist erforderlich. Bitte nutzen Sie dazu das nebenstehende Online-Formular.

 

5 Fragen an Dr. Eberhard Kromer zur Gründung der Dachorganisation der Musikschaffenden DOMUS

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Eberhard_Kromer_Foto_HPWährend der Berlin Music Week wurde am 6. September 2013 die Dachorganisation der Musikschaffenden e.V., DOMUS, gegründet. Der Verband will die Interessen von Kreativen und Künstlern im Musik-Business vertreten.

Verbände//Talk spricht mit Dr. Eberhard Kromer, Vorsitzender des Interimsvorstands.

V//T: Herr Dr. Kromer, ist die Gründung von DOMUS zusammengefasst der Versuch, die Interessen der Musikschaffenden an angemessener Beteiligung gegenüber den Musik-Verwertern zu bündeln?

EK: Ja, genauso ist es. DOMUS vertritt die Interessen derjenigen, die die Musik schaffen, die wir auch als „originär Berechtigte“ bezeichnen, gegenüber den Verwertern, welche die Musik zum Hörer bzw. Nutzer bringen. Wir wollen, dass Musikplattformen, streaming Dienste, Labels und Musikverlage die Musikschaffenden an Werbe- sowie sonstigen Erlösen beteiligen.

Wir wenden uns aber auch an alle bestehenden Musikerverbände und an die Politik, am Aufbau eines Systems mitzuwirken, das die Musikschaffenden an Erlösen angemessen beteiligt.

V//T: Mit der Arbeit der Gema, der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten und auch anderen Akteuren sind Sie folglich nicht so einverstanden?

Lobbying kills

Dienstag, 15. Oktober 2013

Hans-Peter MARTINDas EU-Parlament hat über eine neue Tabak-Richtlinie abgestimmt. Wie auch immer die Bewertung darüber ausfällt, ob die Tabak-Lobby nun eher viel verhindert oder wenig erreicht hat: Das Ausmaß des systematischen Lobbyings der Tabak-Industrie hat Überraschung hevorgerufen.

Es wurde über extra eingestellte Lobbyisten, Druck auf Abgeordnete sowie über Listen berichtet, die eine Kategorisierung der MdEPs in Befürworter, Ablehnende und Unentschlossene zeigt.

Die Überraschung überrascht: Es geht schließlich um Milliarden-Umsätze, da liegt es doch völlig auf der Hand, dass zuvor alle Register der Interessenvertretung gezogen werden. Auch wenn dies mit Hunderttausenden zu buche schlägt.

Ich hätte mir als Nicht-Raucher eine größere Standfestigkeit mancher Abgeordneten gewünscht. Aber es bleibt mir nur der Hinweis, dass die Tabak-Lobby offensichtlich systematisches, professionelles Lobbying betrieben hat.

Die Tabak-Lobby ist aber eben auch eine böse Lobby. Wenn Befürworter einer strengeren Richtlinie den gleichen Aufwand, das gleiche Maß an Druck auf MdEPs mit dem gleichen Ressourceneinsatz hätten organisieren können, wäre ihnen der Applaus sicher gewesen.

Der unnabhängige EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin aus Österreich hat seine Sicht der Dinge immerhin transparent zur Schau getragen: Lobbying kills! Zumindest das Tabak-Lobbying!

 

5 Fragen an Elke Röder zur Fusion des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren

Mittwoch, 9. Oktober 2013

2013_BNN_E_RoederDer Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. vertritt die Interessen der Naturkostbranche auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Er hat seinen Sitz in Berlin.

Bis 2013 gab es sowohl einen BNN Einzelhandel, wie auch einen BNN Herstellung und Handel, jeweils in eigener Rechtsträgerschaft. Im April 2013 wurden im neuen Gesamtverband erstmalig Leitungsgremien gewählt.

Elke Röder ist Geschäftsführerin des fusionierten BNN-Gesamtverbandes und war zuvor Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel.

V//T: Frau Röder, der Bundesverband Naturkost Naturwaren vertritt nunmehr Einzelhandel sowie Handel und Herstellung. Was hat die beiden Organisationen bewogen zu fusionieren? Gab es vielleicht sogar entsprechende „Wünsche“ aus der Politik?

ER: Die gesellschaftliche, marktwirtschaftliche und politische Bedeutung der Naturkostbranche ist stetig gestiegen. Der Zusammenschluss der beiden Verbände war ein logischer Schritt hin zu einer starken Gesamtvertretung der Wertschöpfungskette, die dringend notwendig ist. Durch die Fusion ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte, die allen Mitgliedern Nutzen einbringt.

Besonders in Krisen gerät die Branche oft unter eine Art Generalverdacht. Der BNN spricht für Verarbeiter, Inverkehrbringer, Groß- und Einzelhändlern mit einer Stimme und sorgt so – gerade in der Öffentlichkeit – für Klarheit und Transparenz. Ein Umstand, den wir auch gegenüber politischen Vertretern stets deutlich machen und dafür Zustimmung erfahren.

V//T: Worin bestanden bis zur Fusion die größten Herausforderungen? Gab es auch spürbaren Gegenwind unter den Mitgliedern?

5 Fragen an Emanuel Schütze von OpenSlides über eine Software zur Durchführung von Versammlungen

Dienstag, 1. Oktober 2013

EmanuelSchuetzeVereine und Verbände führen turnusmäßig Versammlungen der Mitglieder und anderer Gremien durch. Seit einigen Jahren gibt es mit OpenSlides ein freies, kostenloses, webbasiertes Präsentations- und Versammlungssystem, mit dem Tagesordnung, Anträge und Wahlen einer Veranstaltung dargestellt und gesteuert werden können.

OpenSlides hat bereits mehrere Innovationspreise gewonnen und ist u.a. bei Parteien, kirchlichen Organisationen und Vereinen im Einsatz.

Emanuel Schütze ist Mitbegründer und Kernentwickler von OpenSlides und ist als Softwareentwickler und Projektmanager beim Osnabrücker OpenSource-Spezialisten Intevation GmbH tätig.

V//T: Herr Schütze, mit OpenSlides können alle Inhalte einer Veranstaltung wie Tagesordnung, Anträge, Rednerlisten, Kandidaten und Wahlergebnisse für alle Teilnehmer an eine Leinwand projiziert werden. Die Versammlungsleitung kann die Inhalte dann interaktiv steuern und bearbeiten. Worin liegt der besondere Pfiff von OpenSlides für die Sitzungsleitung und die Versammlungsteilnehmer?

ES: Die Kernidee von OpenSlides lautet „Mehr Transparenz für Versammlungen“. Ergebnisse von Anträgen und Wahlen werden von der Versammlungsleitung protokolliert und unmittelbar nach der Entscheidung für alle Teilnehmer in OpenSlides offen dargestellt. Gleiches gilt für Antragstexte und Tagesordnungspunkte. Alles, was während einer Versammlung am Projektor erscheint, können Teilnehmer in OpenSlides nachlesen und abspeichern.

Die bekannten demokratischen Prozesse lassen sich mit OpenSlides digital abbilden: Ein Teilnehmer kann z.B. über sein Mobilgerät einen Antrag einreichen, Anträge anderer Teilnehmer unterstützen, sich auf die Rednerliste setzten, bei anstehenden Wahlen kandidieren, Kandidaten vorschlagen oder Abstimmungsergebnisse nachlesen.

Die Sitzungsleitung kann mit OpenSlides beispielsweise von jedem Rechner den Projektor steuern, organisatorische Informationen einblenden oder die Beschlussfähigkeit prüfen. Auch mehrere Projektoren im Saal oder im Foyer sind mit OpenSlides leicht möglich.

V//T: Wie kam es zur Entwicklung. Haben Sie selbst negative Erfahrung bei Mitgliederversammlungen gemacht?