Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv Januar, 2013

Personalwirtschaft benennt HR-Trends 2013

Dienstag, 29. Januar 2013

trends_2013_cover_150x100Für das Jahr 2013 hat die Zeitschrift Personalwirtschaft erneut zehn HR-Themen zu Trends ausgerufen.

In einer Sonderausgabe werden zu den personalwirtschaftlichen Themen aktuelle Erkenntnisse zusammengefasst und mögliche wie sinnvolle Auswirkungen für die betriebliche Praxis dargestellt.

Die zehn Trends lauten aus Sicht der Personalwirtschaft:

  1. Recruiting – Social Media: Nice to have oder Pflicht?
  2. Employer Branding – Langsam wird es Ernst
  3. Talent Management – Mit Humboldt im Rücken
  4. E-Learning – Wie im wahren Leben
  5. Corporate Social Responsibility – Der fehlende Nenner unter dem Strich
  6. Betriebliches Gesundheitsmanagement – BGM versenkt Suchtproblematik
  7. Outsourcing/Payroll – „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“
  8. Betriebliche Altersversorgung – Vom Stiefkind zum Hoffnungsträger
  9. Zeitarbeit – Der Flaute trotzen und das Image aufpolieren
  10. Arbeitsrecht – Alles was rechtens ist

Wenn wir mal hintanstellen, dass es sich bei dieser Sonderausgabe um eine Werbeformat handelt, und nicht alle genannten HR-Themen gleichermaßen Bedeutung für die Verbandswelt haben, ist es doch eine interessante Lektüre für jede/n Geschäftsführer/in bzw. Personalverantwortliche/n in Verbänden, um zu prüfen, welche aktuellen Entwicklungen in welcher Form eine Berücksichtigung bzw. Intensivierung lohnen.

Die Ausgabe Trends 2013 können hier von personalwirtschaft.de angeschaut und heruntergeladen werden.

 

5 Fragen an Daniel Günther über gute Public Relations in Verbänden, interne und externe Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten

Dienstag, 15. Januar 2013

Portrait Daniel GuentherDaniel Günther ist Inhaber der Agentur DIALOG Public Relations und Lehrbeauftragter für PR an der Universität Bremen.

V//T: Was macht gute Public-Relations-Arbeit aus?

DG: Hach, die beste Frage gleich zu Beginn. Für mich orientiert sich gute PR vor allem an den jeweiligen Bedürfnissen des Verbandes, Unternehmens oder der Person, um die es geht. Erfahrungsgemäß bringt es nichts, PR nach Lehrbuch zu machen. Vielmehr geht es darum, sehr gut auf die Kultur einer Einrichtung zu achten und auch zwischen den Zeilen lesen zu können, denn der Ton macht ja die Musik.

Wichtig ist in meinen Augen, sich zu Beginn wirklich die Zeit zu nehmen, eine Art Bestandsaufnahme für die Kommunikation zu machen und daraus Ziele abzuleiten. Das klingt theoretisch, aber im jeweiligen Umfeld ist das sehr praktisch und sehr wichtig. Denn wenn PR etwas bringen soll, gilt es am Anfang genau zu überlegen, wie sich das erreichen lässt.

V//T: Was muss in einer Organisation vorhanden sein, damit PR bzw. Öffentlichkeitsarbeit reibungslos aufsetzen kann?

DG: Es braucht vor allem den Willen zur Kommunikation und relevante Themen. Relevant für die Organisation und für die jeweiligen Zielgruppen, ganz gleich ob Medien, Mitglieder oder eine Branche. Themen lassen sich meist planen, so dass PR-Maßnahmen auch planbar sind.

Organisatorisch sollte die Öffentlichkeitsarbeit beim Vorstand „angedockt“ sein. Egal ob im Unternehmen oder im Verband, Kommunikation ist Chefsache – nach innen und nach außen. Denn genauso wichtig wie ein gutes Thema ist eine gute Kommunikationsstruktur, die Verantwortlichkeiten klar regelt und die Dos und Don’ts definiert. Wer darf wann etwas sagen? Was wollen wir kommunizieren? Wie schnell sollte reagiert werden? …

V//T: Im Durchschnitt verfügen hauptamtlich aufgestellten Verbände über etwa 5 Mitarbeiter. Ein PR-Profi findet sich nicht immer darunter. Geht es auch ohne? Gibt es so etwas wie einen PR-Grundbaukasten und besonders wichtige Instrumente, auf die Verbände besonderen Wert legen sollten?

Problem-BER: Flitzpipen des Projektmanagements

Dienstag, 8. Januar 2013

Flughafen BER - BauunterlagenZwischen Schadenfreude und Sarkasmus

Als der Münchener Flughafen seinerzeit 28 km von München entfernt in Betrieb genommen wurde, soll aus Berlin gefrotzelt worden sein, dass er tatsächlich nur mit dem Flugzeug zu erreichen sei.

Aktuell könnte es aus München zurück schallen, dass der neue Berlin-Brandenburger Flughafen mit fast allen Verkehrsmitteln zu erreichen ist – nur eben nicht mit dem Flugzeug.

In Berlin geht man mit Meldungen zum Kopfschütteln heiter-sarkastisch um: „Berlin kriegt keinen hoch“, „Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen!“ und „Mr. Wowereit, please open this Gate!“ sind nur einige Beispiele, die das Unfassbare im Falle BER erträglich machten.

Aber diese Zeit ist vorbei. Zur vierten Verschiebung des Eröffnungstermins und allen Begleitmeldungen von der Schreckensbaustelle fällt einem nichts Witziges mehr ein!

Willy Brandt, der seinen Namen für den Untertitel des Flughafens herhalten musste, wird sich bereits mehrfach im Grab gedreht haben. Eine Umdrehung galt sicherlich der Verweigerung der Übernahme von Verantwortung seitens der Mitglieder des Aufsichtsrates. Willy Brandt wusste noch, wie das geht.

Das Debakel

2012 – Der kurze Rückblick

Mittwoch, 2. Januar 2013

im spiegelMit den besten Wünschen für das neue Jahr und einem herzlichen Dank für das steigende Interesse am Verbände//Talk kommt der kleine Jahresrückblick – zugegebener Weise dieses Mal ungewohnt spät.

Bevor aber mit den Planungen für 2013 begonnen wird, und bevor der Tatendurst sich für das neue Jahr Bahn bricht, hier einige wenige Themen, die in meinen persönlichen Rückblick auf das Jahr 2012 gehören.

1. EU-Lobbying

Insbesondere aufgrund einer Artikel-Serie im Verbände//Talk nahm die Interessenvertretung auf EU-Ebene 2012 den unangefochten thematischen Spitzenplatz ein.

Die Artikelserie hatte ihre Begründung in der Beobachtung, dass die Europäische Bewegung Deutschland und auch EurActiv mit ihren Angeboten bei Verbänden  in Deutschland immer mehr Zulauf erfahren.

2. Standards für das Lobbying

Die Dauerdiskussion um (ethische) Standards für das Lobbying hielt auch 2012 Dank fragwürdiger Praktiken und einiger Publikationen zum Thema an.

Während in Österreich 2012 unter großer Anteilnahme gesellschaftlicher Gruppen ein entsprechendes Bundesgesetz verabschiedet wurde, hat die Regierungs-Koalition in Deutschland vergleichbare Regelungs-Forderungen noch nicht einmal ignoriert.

3. Social Media

Nicht verwunderlich: die sozialen Medien und ihre Nutzung für die Darstellung, Information und die Kommunikation stehen – wie jedes Jahr – auf der Themen-Hitliste weit oben.

Warum sollte es auch bei Verbänden anders sein als in Unternehmen? Einen Unterschied gilt es jedoch festzuhalten: Verbände hinken bei der sinnvollen, strategischen Nutzung der sozialen Medien im Vergleich sicherlich noch ein Stück hinterher. Und dies lässt sich nicht nur mit limitierten Ressourcen begründen.

4. Weiter Zunahme von Verbandsgründungen

Ungebrochen war in Deutschland auch 2012 der Trend zu weiteren Verbandsgründungen. Die ständig steigende Regelungstiefe und -breite sowie komplexe volks- und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge sind wohl wesentliche Triebfedern der anhaltenden Entwicklung.

Das Deutsche Verbände Forum und die Deutsche Gesellschaft für Verbandsmanagement beobachten seit 1990 einen durchschnittlichen Zuwachs von Verbänden um jährlich fünf Prozent.

Etwa 15.500 Organisationen gelten hiernach als Verbände. 8.700 Verbände verfügen über eine hauptamtliche Geschäftsführung. Ca. 1.500 Verbänden haben ihren Haupt- oder Nebensitz in Berlin.

Ergänzung vom 3.1.:

5. Digitale Unterstützung der Verbandsarbeit

Ein Thema sollte an dieser Stelle nicht fehlen: das zunehmende Bedürfnis von Verbänden an professionellen, systemkonformen digitalen Lösungen für ihrer Arbeitsabläufe.

Auf die zahlreichen Anforderungen und Herausforderungen sind 2012 insbesondere zwei Veranstaltungen eingegangen: die Ausstellung und Fachtagung “Software & IT für Verbände und Organisationen” vom September und das fortlaufende Veranstaltungsformat „FASTBREAK – digitale Verbandsarbeit im Dialog“, bei der für Verbände und Organisationen bisher fünf Themen aufgegriffen wurden. FASTBREAK wird in 2013 fortgeführt.