Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv Mai, 2011

Wann Verbände für Journalisten interessant sind

Freitag, 27. Mai 2011

Vor wenigen Tagen diskutierte ich mit dem Vertreter eines eher kleinen Berufsverbandes über Möglichkeiten zur Optimierung der Zusammenarbeit mit Journalisten. Meinen Gesprächspartner bewegte zunächst die Frage, ob sich die Medien überhaupt für kleine Organisationen interessieren und wie die relevanten Journalisten bei Bedarf erreicht werden können.

Ob „klein“ oder „groß“, Verbände haben im Wettbewerb um mediale Aufmerksamkeit einen erstklassigen Vorteil: sie sprechen für eine Branche oder eine Berufsgruppe. Publizierte Verbandsmeinungen sind abgestimmte Positionen der repräsentierten Gruppe, und haben für Journalisten daher grundsätzlich Gewicht.

Den Kontakt zu Journalisten aber erst „bei Bedarf“ herzustellen, ist sicherlich zu spät. Eine Meinung mit einiger Sicherheit in die Öffentlichkeit zu bringen, bedarf entwickelter, guter Kontakte zu Medienvertretern.

Mit der Berücksichtigung folgender Hinweise habe ich sehr gute Erfahrung für die erfolgreiche Beachtung von Verbandsmeinungen im Medienbetrieb gemacht:

5 Fragen an … den Social-Media-Experten Marc Rosenfeld

Mittwoch, 18. Mai 2011

Marc Rosenfeld ist freier Management- und Kommunikationsberater. Er kennt die Arbeit von Verbänden und NGOs aus eigener haupt- sowie ehrenamtlicher Tätigkeit und hat dort insbesondere Social-Media-, Marketing- und Fundraising-Aktivitäten verantwortet.

 

 

V//T: Herr Rosenfeld, für viele Verbände präsentieren sich die Sozialen Medien als Buch mit sieben Siegeln. Liegt das Problem insbesondere bei den älteren Führungskräften, wie neulich ein Referent auf der re:campaign vertreten hat?

MR: Ich glaube Social Media ist nur bedingt eine Frage des Alters. Vielmehr geht es um Vorstellungskraft, die es ohne Zweifel erfordert, sich vorzustellen, dass Kommunikation mit Stakeholdern nicht mehr bzw. zunehmend über andere Kanäle läuft, als viele Führungskräfte es in Theorie und Praxis gelernt haben. Studien belegen, dass alle Altersschichten das Internet nutzen, Facebook wächst genau in dem Alterssegment am stärksten, in welchem sich die meisten Führungskräfte von Verbänden befinden und das Medium Internet bzw. die sozialen Netzwerke werden immer verständlicher und leichter zu bedienen. Die Frage nach der Nutzung des Web 2.0 muss also keine Frage des Alters sein. Richtig ist dennoch, dass die jüngeren Mitarbeiter einen leichteren und mit weniger Vorurteilen und Ängsten verbundenen  Zugang zu den neuen Medien haben. Es obliegt meistens diesen Mitarbeitern, die Vorgesetzten zu überzeugen. Seltener kommt der Impuls von oben.

V//T: Erfordert die überzeugende Nutzung von Web-2.0-Anwendungen eine besondere Unternehmenskultur? Oder kann man Social Media „lernen“?

Coaching – ein Berufsstand auf der Suche nach sich selbst

Montag, 16. Mai 2011

Coach ist kein geschützter Berufsstand, ebenso wie Berater. Jeder kann es werden bzw. sein und viele legen es in der Tat darauf an. Dies schafft Raum für Scharlatane und Trittbrettfahrer.

Erfreulich ist es daher, dass sich der Berufsstand selbst um Standards für die Ausbildung und Ausübung bemüht. Ebenso erfreulich erscheint es, dass die sich formierenden berufsständischen Interessen organisiert vertreten werden. Und so hat sich in diesen Tagen der Bundesverband zertifizierter Trainer und Business-Coaches e.V. (BZTB) gegründet.

Dies ist keine Meldung, die den interessierten Leser gleich mit der Zunge schnalzen lässt. Was sie allerdings interessant macht ist die Tatsache, dass dies wahrlich nicht die erste Verbandsgründung im Bereich Coaching in Deutschland gewesen ist: seit 2001 haben neben dem BZTB noch DBVC, DCV, DGfC, DFC, dvct, ICF, QRC, Coaching-Rochade, DCG, DCMV, DGCo, Deutscher NLP Coaching Verband, und DVSC das Licht der Welt erblickt.

Lobby-Transparenz: „Legislativer Fußabdruck“ wirkungsvoller als Lobbyistenregister

Donnerstag, 12. Mai 2011

Aus der EU kommen heute zwei Meldungen zum Thema Lobbying und Transparenz. Die eine betrifft den Hinweis, dass EU-Parlament und Kommission ihre beiden bisher getrennt geführten Transparenzregister zusammenfassen werden.

Die zweite Meldung ist ungleich spannender: In einer Abstimmung zur Änderung der Geschäftsordnung haben sich die EU-Abgeordneten dafür ausgesprochen, Berichte zu Gesetzestexten mit einem „legislativen Fußabdruck“ zu versehen. Darin sollen alle Interessenvertreter aufgelistet werden, die Abgeordnete bei ihrer Arbeit an einem Gesetz kontaktiert haben.

Der legislative Fußabdruck ermöglicht im Unterschied zum Lobbyistenregister eine echte Transparenz bei der Gesetzgebung, in dem er das Augenmerk (von den Möglichkeiten der Lobbyisten) auf das Selbstverständnis der Abgeordneten und seine Informationspflichten richtet.

Ein Ausweis von Transparenz – degepol will Vergabe von Hausausweisen an ethische Kodizes knüpfen

Montag, 9. Mai 2011

Aktuell finden im und um den Deutschen Bundestag mehrere Diskussionen über die Rahmenbedingungen zur Beeinflussung auf Politik und politische Entscheidungsprozesse statt. Nach der Debatte um ein Lobbyistenregister und der Entscheidung der Rechtsstellungskommission des Bundetages auf eine transparentere Darstellung von Nebeneinkünften von Abgeordneten über 10.000 Euro, berät der Bundestag gegenwärtig über strengere Regeln zur Vergabe von Hausausweisen.

In diese Diskussion hat sich die degepol mit einem Brief an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, eingeschaltet. Tenor: die Vergabe von Hausausweisen sollte an die Befolgung ethischer Standards und abgestimmter Transparenzpflichten gebunden sein.

Spielt ein Lobbyregister Verbänden in die Hände?

Montag, 2. Mai 2011

Der Bundestag befasste sich im April mit Anträgen der Grünen  und der Linksfraktion zur Einführung eines verpflichtenden Registers für Lobbyisten (Verbände-Talk berichtete). Während die Oppositionsfraktionen für die Einführung eines verbindlichen Registers warben, wiesen Vertreter der Koalition die Einführung als effektloses Bürokratie-Monster zurück.

Die degepol geht davon aus, dass sich die Politik der Einführung eines Lobbyistenregisters nicht mehr lange verwehren kann. Und für Verbände hätte eine damit einhergehende Marktbereinigung vielleicht sogar einen positiven Effekt.