Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv Februar, 2011

Über machtlose Parlamentarier und ein Gestaltungs-Dilemma

Freitag, 18. Februar 2011

Was wollen Politiker wirklich ändern? Eine ganze Menge. Welchen persönlichen Einfluss haben sie selbst auf diese Veränderungen? Wenig. Wer ist stattdessen für Veränderung zuständig? Der Bürger selbst. Stellt die Politik den Bürgern hierzu ausreichende Konzepte oder Informationen zur Verfügung? Eher nicht.

Auf diese erstaunliche Kurzformel lassen sich – in Ergänzung eines Blog-Beitrags des Freitag – die zentralen Ergebnisse der DEUPAS, der deutschen Parlamentarierstudie 2010 (Teil 1 und Teil 2) zusammenfassen.

Die Bekenntnisse deutscher Abgeordneter aus Bund, Land und Kommune klingen resümierend eher nach institutionalisierter Lähmungserscheinung als nach organisierter Veränderung in unserer Republik.

Und mancher Interessenvertreter steht nun mit offenem Munde da: Ist das Lobbying der Abgeordneten nun für die Katz? Oder ist damit eher ein Hinweis auf die Komplexität effektiver Interessenvertretung gegeben?

Personalsuche mit xing, Imagewerbung mit facebook

Mittwoch, 16. Februar 2011

Über die Bedeutung der Social-Media-Kanäle beim Recruiting deutscher Unternehmen gibt die kürzlich veröffentlichte Studie recruiting trends 2011 der Unis aus Bamberg und Frankfurt/Main sowie der Online-Stellenbörse Monster Auskunft.

Die Rahmenbedingungen in Unternehmen sind differenziert, doch lassen sich aus Sicht von NGOs und Verbänden nützliche Hinweise über den wachsenden Stellenwert des Internets und von Social-Media-Anwendungen für die Personalsuche erhalten:

  • 87% der offenen Stellen werden auf der eigenen Website angeboten, 61,2% in Internet-Stellenbörsen und nur 20,2% in den Printmedien.
  • Rund sieben von zehn eingehenden Bewerbungen sind elektronisch.
  • Die besten Kandidaten kommen laut der Rekrutierungsverantwortlichen 1. über das eigene, persönliche Netzwerk, dann 2. über die Unternehmens-Website und 3. über Internet-Stellenbörsen. Die Zufriedenheit mit Kandidaten, die über soziale Netzwerkplattformen ist dagegen gering.
  • Bei den Social-Media-Anwendungen hat xing die größte Bedeutung: 12,7% der Unternehmen schalten dort regelmäßig Stellenanzeigen, 18% suchen dort aktiv nach Kandidaten und 21,1% nach ergänzenden Informationen über Bewerber. Informationen über Bewerber werden aber auch bei facebook (9,1%) sowie bei StudiVZ und MeinVZ (8,3%) ermittelt.
  • Das E-Recruiting verbessert nach Auskunft der Befragten den Personalbeschaffungsprozess, indem insbesondere die Daten- und Bewerberqualität erhöht wird sowie die Durchlaufzeiten und Kosten pro Bewerbung reduziert werden.

Und nebenbei verrät die Studie noch die aktuell großen HR-Trends, die in den Unternehmen gesehen werden: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Employer Branding (Aufbau einer Arbeitgebermarke) und Mitarbeiterbindung. Und beim Imageaufbau wird eher auf facebook gesetzt.

 

Fachkräftemangel auch bei Verbänden?

Freitag, 11. Februar 2011

Wirtschaftlicher Aufschwung ist – solange es ihn noch geben wird – beruhigend. Volle Auftragsbücher sorgen für zusätzliche Stellen und weniger Arbeitslosigkeit, zusätzliche Steuereinnahmen und mehr Konsum, und dadurch noch vollere Auftragsbücher. Soweit die VWL für Anfänger.

Bekanntlich haben aber alle Münzen zwei Seiten. Und wir finden auf der andere Seite der wirtschaftlichen Prosperität unter anderem den demografischen Wandel und Fachkräftemangel. Letzterer treibt Unternehmen mittlerweile zu nie dagewesenen Vorstößen wie dem Bekenntnis zu familienfreundlichen, flexiblen Arbeitszeiten, die als Feile am Image des Unternehmens ansetzen.

Gilt die Sorge um geeignetes Personal auch für Verbände? Nur eine Minderheit der Verbände kann ihrem Personal finanziell und hierarchisch längerfristig attraktive Perspektiven bieten. Wie also mit der Situation umgehen?

Wie Journalisten Twitter nutzen

Donnerstag, 3. Februar 2011

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Studien über die Entwicklung und Nutzung Sozialer Medien. Unter dem Titel Twitter und Journalismus hat sich das Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen ausführlich dem Microblog gewidmet.

Die Studie basiert einerseits auf einer Sekundäranalyse zur Twitter-Nutzung und andererseits auf einer Befragung von 70 Internet-Redaktionsleitern im Mai und Juni 2010.

Die Autoren interessierten insbesondere die Fragestellungen,

  • welchen Einfluss nutzergenerierte Informationen auf die Produktion professioneller Nachrichten haben,
  • welchen Einfluss sie auf die Rezeption von Nachrichten haben,
  • ob die Dienste herkömmliche Nachrichtenquellen oder weitere Informationsangebote ersetzen, und
  • wer die Dienste und aus welchen Gründen nutzt.

Einige zentrale Ergebnisse der Studie sind auch für Verbände interessant: