Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv August, 2010

Was, bitte, gibt’s am „Change“ zu managen?

Dienstag, 31. August 2010

Nach der in diesem Monat veröffentlichten Studie “Handelsblatt Trend Change Management” messen 82 Prozent der Unternehmen in Deutschland Veränderungsprojekten aktuell eine große Bedeutung bei. Und nahezu zwei Drittel der deutschen Fach- und Führungskräfte geht davon aus, dass Veränderungsvorhaben künftig noch schneller umgesetzt werden müssen.

Letztere scheinen es dann auch zu sein, denen die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungsmaßnahmen keine Sorgen machen – zu Unrecht: Während 61 Prozent der Führungskräfte der Meinung sind, dass sie ihren Mitarbeitern neue Strategien gut vermittelt haben, teilen nur 37 Prozent der Mitarbeiter diesen Optimismus ihrer Vorgesetzten.

Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung, die nach meiner Erfahrung eher noch deutlicher in Verbänden zu entdecken ist, erklärt den Schiffbruch, den viele Veränderungsvorhaben erleiden.

Was, also, gibt es warum in Veränderungsvorhaben zu „managen“?

Hört, hört: Lobbyisten haben guten Ruf!

Donnerstag, 19. August 2010

Im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) befragte forsa im Juli 2010 die Deutschen nach ihrer Meinung über Lobbyisten. Danach bewerten insbesondere junge Menschen Lobbyarbeit als positiv.

Das DUW erklärt, dass 48 Prozent der Deutschen es „in Ordnung“ finden, dass Lobbyisten in Berlin und Brüssel Interessen von Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen vertreten. Unter Schülern und Studenten ist die Akzeptanz nach Erkenntnissen von forsa mit 63 Prozent besonders hoch. Unter den 30- bis 44-Jährigen überwiege mit 53 Prozent immerhin noch die positive Bewertung. Jeder Dritte halte den Einfluss von Interessengruppen sogar für „zu gering“.

Nun könnte sich die Frage ergeben, wieso gerade das DUW diese Studie in Auftrag gegeben hat. Die Pressemitteilung der Fernuni mit Sitz in Berlin gibt drauf bald eine eindeutige Antwort: „Die Diskussionen um Korruption und schwarze Schafe allerdings zeigen, dass mehr Transparenz in der Lobbyarbeit nötig ist. Vor allem bedarf es klarer Regeln, was Lobbyisten als Qualifikation können sollen und in ihrer Arbeit machen dürfen. Interessenvertreter müssen professionell handeln und das nach klaren Regeln. Eine wissenschaftliche Ausbildung ist die beste Grundlage dafür. Waren Lobbyisten früher Quereinsteiger, so entwickeln heute Hochschulen wie die Deutsche Universität für Weiterbildung spezialisierte Masterprogramme für dieses Berufsfeld.“

Aha. Besagter Studiengang am von der Freien Universität Berlin und der Stuttgarter Klett Gruppe getragenen DUW heißt European Public Affairs und beginnt im Oktober 2010. Viel Erfolg!

 

Studiengänge für Tätigkeitsprofile in Verbänden

Mittwoch, 11. August 2010

Aufgaben und Struktur von Verbänden erfordern von ihrer Mitarbeiterschaft besondere Qualifikationen. Die Mitarbeiter mit akademischem Anforderungsprofil sind in der Regel Quereinsteiger, kaum eine Person beginnt ihre berufliche Laufbahn bei einem Verband. Die Vermittlung von Besonderheiten des Verbandslebens, der dafür notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie der steigenden Professionalisierungsanforderungen erfolgt somit durch learning on the job.

Umso erstaunlicher mutet es an, dass die Hochschullandschaft in Deutschland mit einem akademischen Angebot speziell für verbandsrelevante Tätigkeitsprofile lange gezögert hat. Dies ändert sich aktuell auf beeindruckende Weise. Nachfolgend ein Überblick, der ebenfalls Angebote für NGOs berücksichtigt.

Verbindliches Lobbyistenregister – Erste Anträge der Grünen und der Linksfraktion im Bundestag

Dienstag, 10. August 2010

Die Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie DIE LINKE haben in getrennten Anträgen die Bundesregierung aufgefordert, einen Gesetzentwurf zur Einführung eines verbindlichen Lobbyistenregisters vorzulegen.

Nach eindringlich geführter öffentlicher Diskussion seit einem Jahr über das Wohl und Wehe des Lobbyings in Deutschland, haben die beiden Fraktionen das Thema nun auf die parlamentarische Bühne gehoben.

Die Initiativ der beiden Fraktionen hat derzeit allerdings keine Chance auf erfolgreiche Umsetzung, denn die große Mehrheit der Abgeordneten selbst scheut ihre Auswirkungen.

Und überhaupt, warum stehen umgekehrt Exekutive und Legislative nicht in der Pflicht, ihre Kontakte mit Lobbyisten transparent darzustellen?

Achtung Krise!

Dienstag, 3. August 2010

Hektik macht sich breit, Telefone stehen nicht still, der Adrenalin-Spiegel steigt bei der Geschäftsführung in der nach oben offenen Panik-Skala – eindeutige Anzeichen einer Krise in der Organisation. Und es müssen keine BP-, Toyota- oder Griechenland- Dimensionen erreicht sein, um in Verbänden empfindliche Kosten oder einen spürbaren Imageschaden zu verursachen.

Zahlreiche Autoren, Kommunikationsprofis und sogar Hochschulen leben vom „Krisenmanagement“ und beklagen, dass Organisationen hier nicht adäquat aufgestellt sind. Dabei ist der wichtigste Baustein eines guten Krisenmanagements, und gleichzeitig die beste Krisenprävention, eine klare strategische Ausrichtung der Organisation.