Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv April, 2010

Interessenvertretung 2.0

Sonntag, 25. April 2010

Obama bestimmte den Präsidentschaftswahlkampf im Internet, Wiener Studenten twitterten sich zu einer erfolgreichen Protestbewegung, Greenpeace zwingt Nestlé mit einer Videokampagne zu ansehnlichen Zugeständnissen und Campact zeigt regelmäßig, dass massenhafte und kostenlose Meinungsäußerung in nur wenigen Tagen wirkungsvoll in politische Entscheidungsprozesse eingespeist werden kann.

Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, die nahelegen, dass der gezielte Einsatz von Twitter, Facebook und Co auch für die Interessenvertretung von Verbänden neue Zielgruppen und Chancen garantiert. Ist das wirklich so?

Alles wie geschmiert

Donnerstag, 15. April 2010

Da ist er wieder, der böse Lobbyist! Von Aufklärern aus den dunklen Vorhöfen der Macht in das Scheinwerferlicht von Zeitungen, Radiofeatures und Talkshows gezerrt. Endlich wieder deutlich wird das verbotene Treiben von gesichtslosen Fieslingen, die in Hinterzimmern mit gebündelten Geldscheinen, Lachshäppchen und Châteauneuf du Pape willen- und ahnungslosen Abgeordneten auflauern, um ihnen unrechte Meinungen in ihre Gesetzesvorlagen zu diktieren.

Spendenverbot! Transparenz! und Wehe dem Drehtür-Effekt! schallt es in die scheinheilige Debatte.

Darf ich Sie zurückrufen?

Freitag, 9. April 2010

Die aktuelle Pressemeldung befindet sich seit gestern Vormittag im Abstimmungsprozess, ein Reichstag-Hinterbänkler profiliert sich auf Kosten inhaltlichen Tiefgangs zu einem Kernthema des Verbandes, in Foren und Blogs wird ein Anliegen des Verbandes in einer für die Mitglieder unannehmbaren Weise diskutiert, das Ministerium präsentiert einen Vorschlag, zu dem der Fachausschuss eine andere Auffassung vertritt als der Präsident, und obendrein möchte ein Print-Redakteur am Telefon einen O-Ton zum Ministeriumsvorstoß – jetzt.

Zeit gewinnen und zurückrufen, in der Zwischenzeit den Geschäftsführer auf der Dienstreise erreichen und danach den Präsidenten im Betrieb, um das Vorgehen abzustimmen und den O-Ton nach zu liefern – es gab Zeiten, da war das möglich.

Der Web-2.0-Kelch

Freitag, 2. April 2010

„Müssen wir eigentlich twittern?“ ist die Frage, die mir in den vergangenen Wochen auf Veranstaltungen zu Social Media-Themen von Verbandsvertretern häufig gestellt worden ist. Die Frage ist Ausdruck einer gründlichen Verunsicherung bei Verbänden über Inhalte und (Bedrohungs) Potential der Web-Generation 2.0 insgesamt. Konnotiert ist die Frage mit der Hoffnung, dass der Social Media-Kelch doch bitte an einem vorüber gehe.

Er wird es selbstverständlich nicht tun!