Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv für die Kategorie: Kommunikation

5 Fragen an Armin Berger von 3pc über mobile Verbandskommunikation

Montag, 17. Juni 2013

Armin Berger 3pcArmin Berger ist Geschäftsführer von 3pc GmbH Neue Kommunikation, die u. a. Webdesign, Corporate Design und App-Entwicklung anbietet.

3pc arbeitet für Unternehmen, Behörden, Wissenschafts- und Kultur-Einrichtungen sowie Verbände wie die Familienunternehmer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft oder den Deutschen Bibliotheksverband.

Die Arbeit von 3pc wurde unter anderem mit dem Grimme Online Award, dem Deutschen Bildungsmedien-Preis und dem Politikaward ausgezeichnet.

V//T: Herr Berger, wir wissen, dass die Nutzung mobiler Endgeräte stetig zunimmt. Ist es aus Ihrer Sicht unausweichlich, dass jedwede Anbieter von Dienstleistungen, Produkten und Services abseits ihrer Webseite auch ein Angebot für die Nutzung „on the go“ vorhalten?

AB: Seit dem rasanten Erfolg von Smartphones und Tablets haben diese Ausgabegeräte neben dem klassischen Desktop deutlich an Bedeutung gewonnen. Eine gut programmierte Website sollte prinzipiell auch auf diesen Geräten bedienbar sein. Das ist die Grundlage von allem: eine solide, universell funktionierende Website.

Über eine App nachzudenken bedeutet eigentlich immer, einen Ausschnitt aus dem eigenen Angebot zu wählen, der fokussiert – und nicht, wie bei Websites üblich, das gesamte Informationsportfolio anzubieten. Es geht um Reduktion. Wir nennen es Entverkomplizierung. Eine App fürs Smartphone taugt zum Beispiel nur dann etwas, wenn sie unterwegs nützlich, inspirierend oder unterhaltsam ist.

Tablets haben meiner Überzeugung nach zwar auch einen mobilen Aspekt. Viel wichtiger finde ich aber die Tatsache, dass es Geräte sind, die man zurückgelehnt auf der Couch verwendet. Das ist eine andere Situation. Eine Situation, in der die Menschen offener, entspannter sind.

Das Tablet ist ein Gerät, das weniger der schnellen, praktischen Information dient. Vielmehr steht hier der Aspekt der Emotionalität im Vordergrund. Tablets begünstigen stärker ein exploratives, weniger zielgerichtetes Vorgehen. Das ist bisher noch nicht ausreichend beachtet worden. Meine feste Überzeugung ist, dass genau diese Eigenschaften des Tablets die digitale Kommunikation noch sehr grundlegend verändern wird. Aus neurologischer Sicht ist die Verbindung zwischen Zeigefinger und Hirn die direkteste. Florian Heinen, ein Kinderneurologe, hat erst kürzlich in der FAZ dargelegt, dass das Tablet ein Quantensprung für die Einbettung von Wissen in unseren Alltag darstellt.

V//T: Nehmen wir an, ein Verband hat eine präzise Idee, welches Angebot er für welche Zielgruppe über eine App darstellen will. Gibt es aus Ihrer Erfahrung Aspekte oder Anforderungen, die die mobile Verbandskommunikation von der einer wissenschaftlichen Einrichtung, einer Behörde oder eines Unternehmens unterscheidet?

AB: Es gibt keinen grundlegenden Unterschied. Eine präzise Idee ist wichtig. Die Umsetzung muss Energie haben, die Zielgruppe nicht nur praktisch bedienen, sondern letztendlich auch berühren.

Das gilt aber nicht nur für Apps, sondern allgemein für Kommunikation. Das Kommunikationsangebot wird immer von Menschen für Menschen gemacht. Die Technik übernimmt dabei eine Vermittlungsfunktion. Bei aller Begeisterung für Technik darf man das eigentliche Kommunikationsziel nie aus den Augen verlieren. Es geht darum, die Relevanz der eigenen Inhalte zum Ausdruck zu bringen. Das ist eine Grundhaltung, auf der all unsere Projekte fußen.

V//T: Für die Realisierung eines mobilen Angebots stehen mit Apps, Web Apps, mobilen Websites, „Responsive Design“ verschiedene Herangehensweisen zur Verfügung. Ist die Wahl nur eine Frage für Technikverliebte oder welche Entscheidungsparameter sollten Verbände berücksichtigen?

FASTBREAK – Themenfrühstück am 18. April zu mobiler Verbandskommunikation

Freitag, 12. April 2013

Mobile-Geräte-Fotolia_48112716_SNeue Kommunikationskanäle eröffnen Verbänden weitere Möglichkeiten, mit ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten. Doch welcher Kanal ist der Richtige und wie nutzt man ihn am besten?

Der Vortrag „Mobile Verbandskommunikation mit Apps, Web Apps & Co“ beim Themenfrühstück ´FASTBREAK – digitale Verbandsarbeit im Dialog` thematisiert die verschiedenen Merkmale von nativen Apps, Web Apps und mobilen Websites in Abgrenzung zur klassischen Website.

Anhand von Praxisbeispielen erfahren die Teilnehmer, worauf es bei der Auswahl der Inhalte ankommt, welches die spezifischen technischen Merkmale sind und ob Responsive Design als Wunderwaffe der Zukunft gelten kann.

Über den produktiven Einsatz von Smartphones und Tablets für die Verbandsarbeit referiert Armin Berger, Geschäftsführer von 3pc GmbH Neue Kommunikation. Zu seinen Kunden gehören mehrere Verbände und öffentliche Auftraggeber.

Wann:
Donnerstag, den 18. April 2013, 
8:30 Uhr – 10:30 Uhr

Wo:
Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung
, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Agenda:
08:30 Uhr Stressfreies Ankommen bei Café und Snacks
09:00 Uhr Impuls: Apps, Web Apps, Mobile Websites etc.  – Viele Möglichkeiten für Verbände!
von Armin Berger, Geschäftsführer 3pc GmbH Neue Kommunikation
09:45 Uhr Diskussion und Erfahrungsaustausch
10:30 Uhr Ende

Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an Management-Verantwortliche in Verbänden und Organisationen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, eine Registrierung ist erforderlich. Bitte nutzen dazu das Online-Formular.

 

Digitale Kommunikation in Deutschland

Donnerstag, 28. März 2013

Der Erfolg eines Verbandes wird erheblich von seiner Wahrnehmung durch die relevanten Zielgruppen bestimmt. Jede Organisation muss also ermitteln, wo, wann und wie die internen und externen Zielgruppen kommunizieren und welchen Informationsbedarf sie haben.

Übergreifende Erkenntnisse bietet die aktuelle Studie „Digitales Deutschland 2013“ von comScore über die Nutzung des Internets, mobiler Endgeräte und Social Media speziell in Deutschland. Hier einige Ergebnisse:

  • Social Media dominiert: Deutsche verbringen im Netz am meisten Zeit mit sozialen Medien (244 Mio. Stunden im Dez. 2012) vor den Bereichen Entertainment, Services (bspw. E-Mail), Portale und Retail/Einzelhandel
  • Meistens vom Computer: Noch immer werden ca. 90% der Seitenaufrufe vom Computer aus getätigt, 5,6% über Smartphones und 3,3 % Tablets
  • Die Endgeräte-Präferenz variiert während des Tages, die Nutzung aller Gerätetypen steigt jedoch bis ca. 21:30 Uhr an
  • Smartphones weiter im Kommen: Die Marktdurchdringung von Smartphones in Deutschland liegt bei 51%, aber 77% der neu gekauften Endgeräte im Dezember 2012 waren Smartphones
  • Bereits je die Hälfte aller mobilen Social Media-Nutzer in Deutschland klicken Links zu Webseiten an (53,6%) und lesen Updates von Firmen, Marken oder Events (48,7%)
  • Bedeutung von Apps: in Deutschland wurden 2012 für die Nachrichtengewinnung und den Informationsaustausch, die E-Mails und auch Social Media mehr Apps als Browser genutzt.

comScore zieht den Schluss, dass die Multi-Plattform-Umgebung mit Computern, Smartphones und Tablets darauf hinweist, dass die Nutzer ein nahtloses digitales Nutzungserlebnis wünschen. Nachrichten, Emails, Filme, Social Media usw. werden immer und überall genutzt und Inhalte werden oft “on the go” abgerufen, bereits mehrheitlich über Apps als Browsergestützt.

Der Report kann hier heruntergeladen werden.

 

Warum wir alle Chief Listening Officers werden müssen

Freitag, 23. März 2012

Für jeden Verband ist eine professionelle Kommunikation überlebenswichtig. Das Bewusstsein über die Zielgruppen und wie sie kommunizieren ist Basis für eine erfolgreiche Verbandsarbeit.

Soweit der verbale Griff in die Schublade der alten Hüte und Selbstverständlichkeiten.

Das Verständnis für eine zielgruppengerechte Kommunikation ist organisatorisch regelmäßig bei der dafür die Verantwortung tragenden Geschäftsführung bzw. der Kommunikationsleitung aufgehängt.

Dies erscheint eingedenk der überragenden Rolle und zunehmenden Komplexität aller Aspekte der Kommunikation nicht mehr weiter ausreichend. Das Anforderungsprofil für alle Verbands-Mitarbeiter wird sich diesbezüglich ändern.

Lobbying und Sprache

Mittwoch, 15. Februar 2012

Aktuell ist in der Online-Ausgabe von Politik und Kommunikation unter dem Titel „Das Arsen der Lobbyisten“ ein Artikel über die Rolle von Sprache im Lobbying platziert.

Der Sozialwissenschaftler Andres Kolbe erläutert anhand einiger Beispiele, dass Wortkreationen und innovative Umdeutungen seit einigen Jahren zum Werkzeugkasten der Interessenvertreter gehören.

Ja und?, möchte man antworten. Warum sollte die Rolle der Sprache im Lobbying eine marginalere Rolle oder andere Qualität einnehmen, als in allen anderen Bereichen des Privaten oder Öffentlichen?

Der Autor verfällt im Übrigen selbst der Versuchung, Sprache bewusst für die eigene Interessenvertretung einzusetzen und wie Arsen wirken zu lassen: langsam, aber sicher.

Information gegen Anonymität – Die Chatham House Rule

Donnerstag, 2. Februar 2012

Im April 2011 hatte ich im Verbände-Talk kurz über die Sprachcodes „unter eins“, „unter zwei“ und „unter drei“ berichtet, die – entsprechend angekündigt – definieren, wie Äußerungen aus der Politik von Journalisten zitiert bzw. verwertet werden dürfen.

Dass Journalisten der Auslandspresse diese Regelung nicht immer als positiv erfahren, kann hier beispielhaft nachgelesen werden.

Es gibt in der Tat noch einen weiteren Sprachcode, eine Regel, die für Gespräche, insbesondere aber auch für Konferenzen gelten kann: die „Chatham House Rule“.

5 Fragen an … Maya Biersack zum Einsatz von Wikis in Verbänden

Dienstag, 10. Januar 2012

Maya Biersack ist im Vorstand der EsPresto AG, einem Full-Service IT-Dienstleister mit Sitz in Berlin. Im Rahmen des Themas „Wikis und Wissensmanagement“ bietet die EsPresto AG Beratung wie auch Implementierung und Wartung dieser Systeme an. Das Berliner Unternehmen hat Wiki-Lösungen bereits in Verbänden, aber auch in namhaften Unternehmen, wie „Apollo Optik“, „maxdome“ oder der „Berliner Stadtreinigung“  erfolgreich eingesetzt.

 

 

 

 

V//T: Frau Biersack, wir alle nutzen Wikipedia als die wohl umfangreichste und am meisten genutzte öffentliche Online-Enzyklopädie, also als Wissensmanagement-Plattform. Informationen und Wissen gibt es auch in Verbänden zu organisieren. Was prädestiniert Wikis darüber hinaus für die tägliche Verbandsarbeit?

MB: Man denkt beim Begriff „Wiki“ zunächst an ein Lexikon, allerdings sind die verbandsinternen Einsatzmöglichkeiten und der Nutzen von Wikis weitaus vielfältiger.

Einen wesentlichen Punkt stellt die Zusammenarbeit an Dokumenten dar. So können Positionspapiere, Stellungnahmen und Fachartikel komfortabel gemeinsam erstellt und permanent weiterentwickelt werden. Die Dezentralität spielt hierbei keine hinderliche Rolle: Das Dokument liegt zentral im Wiki und kann von den verschiedenen Standorten aus bearbeitet werden. Eine Kommentarfunktion erlaubt zusätzlich die inhaltliche Diskussion über den entstehenden Artikel. Alle Änderungen am Artikel werden mit Autor und Datumsstempel dokumentiert.

Da die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit – z.B. der Fachkreise im Wiki – für alle Mitglieder sichtbar sind, entsteht eine hohe Transparenz: Die Mitglieder erkennen die aktuellen Themen und können die Entstehung der einzelnen Artikel/Stellungnahmen nachvollziehen. So entsteht einfach durch die Zusammenarbeit eine Wissensbasis, in der Inhalte mit Hilfe einer ausgereiften Suchfunktion schnell gefunden werden können.

Neben der Diskussion am Fachartikel enthalten viele Wiki-Systeme auch die Blog-Funktion, so dass das Wiki als universelles Kommunikationsmedium im Verband für die tägliche Nutzung sehr geeignet ist.

Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Mailboxen entlastet werden und die Beteiligten Kommunikation und Inhalte an einem Ort vorfinden.

V//T: Für viele Verbände wird Qualitätsmanagement immer interessanter. Die Deutsche Gesellschaft für Verbandsmanagement hat mit DGVM ZERT sogar ein auf der ISO 9001 basierendes Management- und Zertifizierungssystem entwickelt. Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess lässt sich über ein Wiki sicherlich ideal unterstützen. Gilt das für alle Anforderungen eines QM-Systems?

Politik ist kein verlässlicher Partner (mehr), sagen Public Affairs-Verantwortliche

Dienstag, 11. Oktober 2011

Die MSLGermany hat Ende September 2011 eine Umfrage unter Public-Affairs-Verantwortlichen von Unternehmen und Verbänden in Deutschland veröffentlicht. Die vollständige Studie bietet MSL als pdf zum Download.

Die Studie enthält etwa 20 Fragen und die entsprechenden Antworten von 50 Teilnehmern. Einige recht interessante Fragestellungen rund um die Interessenvertretung sind in der Tat zu finden. Diese sind an dieser Stelle ohne Kommentierung nachzulesen:

„Go Social Network? Yes, we do!“ – Zum Forum Verbandskommunikation

Mittwoch, 29. Juni 2011

„Yes, we do!“ Dies sollte Erkenntnis und Bekenntnis der teilnehmenden Organisationen nach dem Forum Verbandskommunikation der Kölner Verbändeseminare vom 27. und 28. Juni in Düsseldorf sein.

Gut 100 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich an zwei Tagen zu verschiedenen Aspekten rund um die Kommunikation im und mit Web 2.0 zu informieren und Anregungen zu erhalten: Von A wie Agenda Setting über Grassroots-Campaigning, Online- und Krisen-PR bis zum Aufbau einer Verbandscommunity waren thematische Schwerpunkte gesetzt. Zu den für mich besonders spannenden Beiträgen:

Schöne neue Welt – Hinweise für den Twitter-Einstieg

Dienstag, 7. Juni 2011

Vor gut einem Jahr begann mein zweites Post in diesem Blog mit dem Hinweis, dass Verbände eine starke Verunsicherung über das Potential der Sozialen Medien verspüren. „Müssen wir eigentlich twittern?“ ist gleichzeitig Ausdruck von Unsicherheit wie Hoffnung darüber, dass der Social Media-Kelch doch bitte an einem vorübergehe.

Twitter ist eine feste Größe in der Social-Media-Welt und mittlerweile sind dutzende von Twitter-Ratgebern ins Netz gestellt worden. Verschiedentlich sind diese so umfassend bzw. spezifisch, dass sich Unsicherheit und die dargestellte Hoffnung eher vergrößern denn reduzieren.

Für den Twitter-Einstieg von Verbänden daher an dieser Stelle meine 5 Hinweise.