Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv für die Kategorie: Neue Player

5 Fragen an Dr. Eberhard Kromer zur Gründung der Dachorganisation der Musikschaffenden DOMUS

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Eberhard_Kromer_Foto_HPWährend der Berlin Music Week wurde am 6. September 2013 die Dachorganisation der Musikschaffenden e.V., DOMUS, gegründet. Der Verband will die Interessen von Kreativen und Künstlern im Musik-Business vertreten.

Verbände//Talk spricht mit Dr. Eberhard Kromer, Vorsitzender des Interimsvorstands.

V//T: Herr Dr. Kromer, ist die Gründung von DOMUS zusammengefasst der Versuch, die Interessen der Musikschaffenden an angemessener Beteiligung gegenüber den Musik-Verwertern zu bündeln?

EK: Ja, genauso ist es. DOMUS vertritt die Interessen derjenigen, die die Musik schaffen, die wir auch als „originär Berechtigte“ bezeichnen, gegenüber den Verwertern, welche die Musik zum Hörer bzw. Nutzer bringen. Wir wollen, dass Musikplattformen, streaming Dienste, Labels und Musikverlage die Musikschaffenden an Werbe- sowie sonstigen Erlösen beteiligen.

Wir wenden uns aber auch an alle bestehenden Musikerverbände und an die Politik, am Aufbau eines Systems mitzuwirken, das die Musikschaffenden an Erlösen angemessen beteiligt.

V//T: Mit der Arbeit der Gema, der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten und auch anderen Akteuren sind Sie folglich nicht so einverstanden?

5 Fragen an Elke Röder zur Fusion des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren

Mittwoch, 9. Oktober 2013

2013_BNN_E_RoederDer Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. vertritt die Interessen der Naturkostbranche auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Er hat seinen Sitz in Berlin.

Bis 2013 gab es sowohl einen BNN Einzelhandel, wie auch einen BNN Herstellung und Handel, jeweils in eigener Rechtsträgerschaft. Im April 2013 wurden im neuen Gesamtverband erstmalig Leitungsgremien gewählt.

Elke Röder ist Geschäftsführerin des fusionierten BNN-Gesamtverbandes und war zuvor Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel.

V//T: Frau Röder, der Bundesverband Naturkost Naturwaren vertritt nunmehr Einzelhandel sowie Handel und Herstellung. Was hat die beiden Organisationen bewogen zu fusionieren? Gab es vielleicht sogar entsprechende „Wünsche“ aus der Politik?

ER: Die gesellschaftliche, marktwirtschaftliche und politische Bedeutung der Naturkostbranche ist stetig gestiegen. Der Zusammenschluss der beiden Verbände war ein logischer Schritt hin zu einer starken Gesamtvertretung der Wertschöpfungskette, die dringend notwendig ist. Durch die Fusion ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte, die allen Mitgliedern Nutzen einbringt.

Besonders in Krisen gerät die Branche oft unter eine Art Generalverdacht. Der BNN spricht für Verarbeiter, Inverkehrbringer, Groß- und Einzelhändlern mit einer Stimme und sorgt so – gerade in der Öffentlichkeit – für Klarheit und Transparenz. Ein Umstand, den wir auch gegenüber politischen Vertretern stets deutlich machen und dafür Zustimmung erfahren.

V//T: Worin bestanden bis zur Fusion die größten Herausforderungen? Gab es auch spürbaren Gegenwind unter den Mitgliedern?

5 Fragen an Georg Hötte zur Fusion der Binnenschifffahrtsverbände AdB und BDB

Montag, 22. Juli 2013

Hoette_miniDer Arbeitgeberverband der deutschen Binnenschifffahrt (AdB) und der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) sind unter dem Dach des BDB fusioniert. Die Verschmelzung wurde in jeweils einstimmigen Beschlüssen der Mitglieder auf Versammlungen am 28. Mai 2013 in Duisburg besiegelt.

Aktuell ist der BDB wegen einer Auseinandersetzung mit ver.di in den Medien. Die Gewerkschaft bestreikt diese Woche erneut Schleusen, zum Schaden für die Binnenschifffahrt, so der BDB.

Georg Hötte, Geschäftsführer der in Duisburg ansässigen Reederei  Rhenus PartnerShip GmbH & Co KG, ist seit dem 11. Januar 2012 Präsident des alten BDB und seit 28. Mai 2013 Präsident des nunmehr neuen Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt. In beiden Organisationen war er zuvor viele Jahre im Präsidium bzw. Vorstand aktiv.

V//T: Herr Hötte, Sie haben die Fusion damit begründet, dass sich bereits bestehende Synergieeffekte noch effektiver nutzen ließen und dies zugleich ein Beitrag zur Bereinigung der Verbändelandschaft sei. Das klingt ein wenig nach der ja durchaus nachvollziehbaren Situation, dass es nicht weiter wirtschaftlich war, zwei Verbände für eine Branche zur organisieren.

Warum gab es für die deutsche Binnenschifffahrt in der Vergangenheit zwei Verbände und warum ist diese Konstellation nun tatsächlich nicht weiter aufrecht zu erhalten?

5 Fragen an Michael Hengesbach zur Gründung des Bundesverbandes der Arbeitsrechtler in Unternehmen

Dienstag, 4. Juni 2013

Michael-Hengesbach-BVAUMichael Hengesbach ist Director HR bei TuiFly und Mitglied des ersten Präsidiums des Ende April in Heidelberg gegründeten Bundesverbandes der Arbeitsrechtler in Unternehmen (BVAU).

V//T: Der BVAU beschreibt sich als unabhängige, bundesweit tätige, branchenübergreifende und personenbezogene Interessenvereinigung für Arbeitsrechtler in Unternehmen. Warum braucht es eine Interessenvertretung für Arbeitsrechtler in Deutschland?

MH: Wir wollen ein praxistaugliches Arbeitsrecht gegenüber Politik und Gesetzgebung einfordern, der arbeitsrechtlichen Praxis eine Stimme verleihen. Der BVAU ist zudem etwas Neues, etwas, nachdem die bisherigen Mitglieder lange gesucht haben: Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau sowohl was Arbeitsrecht als auch Umsetzung in der betrieblichen Praxis betrifft. Es sind ausschließlich arbeitsrechtlich – in Theorie aber vor allem auch Praxis – enorm erfahrene Kollegen, die zumeist im Personalbereich angesiedelt sind. Und das branchenübergreifend.

V//T: Warum organisieren sie sich in einem neuen Verband? Wären die Ziele nicht unter dem organisatorischen Dach des Bundesverbandes der Unternehmensjuristen zu realisieren gewesen?