Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv für die Kategorie: … am Rande des Lobbyings

Verbände am Rande des Lobbyings – FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland

Donnerstag, 24. November 2011

Die Welt der Interessen vertretenden Verbände ist traditionsreich, seriös, gewichtig und damit per se eine ernste Angelegenheit. Dass alle, aber wirklich alle denkbaren Interessen in Deutschland in Verbänden organisiert sind, ist für die meisten Betrachter bewiesene Gewissheit.

Der Verbände//Talk stellt in loser Folge Verbände vor, die Belange vertreten, die nicht unbedingt an vorderster Front der Interessenvertretung zu vermuten sind und deren Lobbying uns nicht täglich begegnet; Verbände, die uns die gesamt Breite der Interessenvertretung in Deutschland vor Augen führen.

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. wurde am 23. Februar 1985 in Berlin gegründet und versteht sich als Fußgängerschutzverein mit der Aufgabe, „… die Stimme der Fußgänger in die öffentliche Diskussion einzubringen. Der Verein hat sich zu einem Fachverband entwickelt, der von Bundesministerien als Lobby in Diskussionsprozesse einbezogen wird und für seine fachliche Qualifikation und hohe Effizienz bekannt ist.“

Der im Wesentlichen ehrenamtlich geführte Verband erscheint sehr aktiv. Er hat von Aspekten zur Stadtplanung bis zum Verkehrsrecht und der Verkehrssicherheit zu zahlreichen Themen Positionen und Forderungen formuliert, realisiert auf kommunaler Ebene Projekte und ermöglicht jeweils die Mithilfe bei der Umsetzung, der Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit oder bei der Medienerstellung.

Zudem gibt FUSS e.V. die Zeitschrift mobilogisch heraus und veranstaltet mit der Schwesterinstitution UMKEHR e.V. – Informations- und Beratungsbüro für Verkehr und Umwelt den Bundesweite Umwelt- und Verkehrskongress BUVKO.

 

Verbände am Rande des Lobbyings – Der Deutsche Hanf Verband (DHV)

Montag, 3. Oktober 2011

Die Welt der Interessen vertretenden Verbände ist traditionsreich, seriös, gewichtig und damit per se eine ernste Angelegenheit. Dass alle, aber wirklich alle denkbaren Interessen in Deutschland in Verbänden organisiert sind, ist für die meisten Betrachter bewiesene Gewissheit.

Der Verbände//Talk stellt in loser Folge Verbände vor, die Belange vertreten, die nicht unbedingt an vorderster Front der Interessenvertretung zu vermuten sind und deren Lobbying uns nicht täglich begegnet; Verbände, die uns die gesamt Breite der Interessenvertretung in Deutschland vor Augen führen.

„Der Deutsche Hanf Verband: Deine professionelle Stimme für Cannabislegalisierung“, so der Opener auf der Website des Verbandes. Verbandes? Weit gefehlt, wie folgende Passagen aus der Selbstdarstellung des DHV belegen, die gleichzeitig interessante Ansichten zum Lobbying bieten:

„Die Gründung des DHV ging von der Agentur Sowjet (Hanf Journal) aus. … Im Oktober 2004 hat sich die Agentur Sowjet entschlossen, den DHV auszugründen, da er nun in der Lage ist, selbständig zu funktionieren.

Neuer Inhaber des DHV ist der bisherige Geschäftsführer Georg Wurth. Er versichert nun mit seinem guten Namen, dass der DHV nicht der persönlichen Bereicherung dient, sondern dazu, in der Hanfpolitik vorwärts zu kommen. Das politische System in Deutschland ist weniger durch direkte Demokratie als durch den Einfluss verschiedener Lobbyisten geprägt. Der DHV ist die logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis.

Der Deutsche Hanf Verband ist kein Verband im klassischen Sinne [Hervorhebung Verbände//Talk], sondern eine Firma, die im Auftrag ihrer „Mitglieder“ und Sponsoren Lobbyarbeit für eine bessere Cannabispolitik betreibt, ohne von „Vereinsmeierei“ aufgerieben zu werden. Wir vertreten viele Firmen der deutschen Hanfbranche und zusätzlich private Sponsoren. Diese Art der professionellen Interessenvertretung von Hanfliebhabern ist einmalig in Deutschland.“

Das glaubt man sofort!

„Eines der wichtigsten Ziele des DHV ist die Legalisierung von Hanfprodukten als Genussmittel unter verbraucherfreundlichen Bedingungen. Dieses Hauptziel ist selbstverständlich nicht auf einen Schlag erreichbar. Deshalb kämpfen wir auch gegen alle Formen der alltäglichen Diskriminierung von Hanfkonsumenten, z.B. im Strafrecht, im Führerscheinrecht, am Arbeitsplatz, bei Cannabis als Medizin oder beim privaten Anbau einiger Hanfpflanzen zum Eigenkonsum. Firmen, die im Umfeld von Cannabiskonsumenten legale Produkte anbieten, dürfen dabei nicht behindert werden.“

Toll! Und hier der Imagefilm – ohne Hinweis auf die eigentliche Rechtsform des „Verbandes“. Astroturf für die Cannabislegalisierung:

 

Verbände am Rande des Lobbyings – Zentralverband Naturdarm e. V.

Montag, 5. September 2011

Die Welt der Interessen vertretenden Verbände ist traditionsreich, seriös, gewichtig und damit per se eine ernste Angelegenheit. Dass alle, aber wirklich alle denkbaren Interessen in Deutschland in Verbänden organisiert sind, ist für die meisten Betrachter bewiesene Gewissheit.

Der Verbände//Talk stellt in loser Folge Verbände vor, die Belange vertreten, die nicht unbedingt an vorderster Front der Interessenvertretung zu vermuten sind und deren Lobbying uns nicht täglich begegnet; Verbände, die uns die gesamt Breite der Interessenvertretung in Deutschland vor Augen führen.

Der Zentralverband Naturdarm e. V. (ZVN), der in der Großen Bäckerstraße in Hamburg repräsentiert, verfolgt laut Lobbyliste des Bundestages unter anderem den „Schutz und die Förderung der Einfuhr und des Vertriebes von Naturdärmen: sachverständige Beratung von Behörden und sonstigen Verwaltungsorganen in Fragen der Darmeinfuhr…“

Auf ihrer Website erfahren wir, dass der (ZVN) die Interessen von aktuell 31 deutschen Spezialfirmen mit immerhin 6.000 Mitarbeitern seit 1947 vertritt, die sich mit dem Handel und der Verarbeitung von Naturdärmen beschäftgen. Der Fokus der Verbandstätigkeiten liege „auf der Sicherung der Qualitätsvorteile der Naturdärme und der uneingeschränkten Lebensmittelsicherheit des veredelten Rohstoffs.“

Mit Blick auf turnusmäßig entlarvte zweilfelhafte Praktiken in der Lebensmittelwirtschaft kann der ZVN versichern, dass „alle verarbeitenden Betriebe … ohne Ausnahme über die EU-Zulassung mit entsprechender EV-Nummer, die bei jeder Warenlieferung angegeben wird und die eindeutige Identifikation des jeweiligen Naturdarmbetriebs sicherstellt, [verfügen].“ Das ist in der Tat beruhigend, da doch „Deutschland … heute als Drehscheibe des internationalen Naturdarmhandels [gilt].“

Es gibt einen Blog mit dem schönen Namen Knackwurstwissen zu allen relevanten Aspekten.

Abschließend noch ein Video von Schülern der Hanseatischen Akademie für Marketing und Management, die sich Gedanken um die filmische Aufarbeitung des Themas „Wurst im Naturdarm“ gemacht haben. Viel Vergnügen!

 

Verbände am Rande des Lobbyings – Bundesfachverband Besonnung e. V.

Freitag, 2. September 2011

Die Welt der Interessen vertretenden Verbände ist traditionsreich, seriös, gewichtig und damit per se eine ernste Angelegenheit. Dass alle, aber wirklich alle denkbaren Interessen in Deutschland in Verbänden organisiert sind, ist für die meisten Betrachter bewiesene Gewissheit.

Der Verbände//Talk stellt in loser Folge Verbände vor, die Belange vertreten, die nicht unbedingt an vorderster Front der Interessenvertretung zu vermuten sind und deren Lobbying uns nicht täglich begegnet; Verbände, die uns die gesamt Breite der Interessenvertretung in Deutschland vor Augen führen.

Der Verbände//Talk beginnt die Reihe mit dem Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB), der Sonnenstudiobetreiber vertritt und sich und seine Arbeit unter anderem wie folgt vorstellt:

„Wie wichtig gute Lobbyarbeit ist, können Sie fast jeden Tag in den Medien verfolgen. Während einzelne Stimmen oft ungehört verhallen, werden mitgliedsstarke Vereinigungen mit offenem Ohr wahrgenommen. Ärgern Sie sich als Studiobetreiber nicht auch regelmäßig über unqualifizierte Beiträge in der Öffentlichkeit zum Thema Solarium? Dem gilt es kompetent und nachhaltig etwas entgegenzusetzen. Das ist im Interesse unserer ganzen Branche und natürlich auch für Sie von Vorteil.“

Der BfB verfügt zudem über die Weiterbildungsinstitution Akademie für Besonnung und das Blog Sonnennews.

Nachtrag (5. September 2011): Der BfB ist nicht in der Lobbyliste des Deutschen Bundestages (Öffentliche Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern) eingetragen (Stand 2. Mai 2011).