Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv für die Kategorie: Führung / Management

Warum Digital Natives die Kultur in Verbänden verändern werden

Dienstag, 24. September 2013

ov_digitalnativefotolia_53481611_sZahlreiche Veränderungsprojekte in Verbänden haben ihren Ursprung in den umwälzenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie: Computer, mobile Endgeräte, das Internet sowie eine Flut von Anwendungsprogrammen prägen die Art und Weise wie wir arbeiten.

Technische Innovationen erleichtern die Kommunikation, die Organisation von Wissen, den ortsunabhängigen Zugriff auf und die Weiterverarbeitung von Dokumenten. Dies ist für die Gremien geprägte Welt der Verbände von unschätzbarem Vorteil.

In dieser Situation der fortgesetzten Digitalisierung unserer Arbeitswelt mit ihrer analogen, digital angelernten Mitarbeiterschaft, rücken nun sukzessive Vertreter einer Generation nach, die mit den digitalen Möglichkeiten aufgewachsen sind und mit ihrer natürlichen, intuitiven Anwendung ein eigenes Selbstverständnis von Kommunikation, Information und Wissensmanagement mitbringen.

Sie werden die Unternehmenskultur in Verbänden nachhaltig verändern.

Lobbying und Compliance in Verbänden

Montag, 22. April 2013

Reichstag-Fotolia_5095159_MEine der geborenen Funktionen von Verbänden ist es, ihren Mitgliedern eine Plattform für Information und Austausch zu bieten.

Seit einigen Jahren ist diese Aufgabe in das Blickfeld der Kartellbehörden gelangt. Denn nahe lag in einigen nachgewiesenen Fällen, auf Grundlage ausgetauschter Informationen, gemeinsame Überlegungen für Markt relevantes Vorgehen der Mitglieder zu entwickeln.

Damit hat sich für Verbände ein Risikofeld aufgetan, das bisher im Wesentlichen Unternehmen betraf. Und dies kann als die Geburtsstunde von Compliance in Verbänden gelten, die Ergebnis des gestiegenen Bewusstseins auch gegenüber rechtlichen Risikotatbeständen auf anderen Gebieten gewesen ist, wie Internetrecht, Datenschutz, Steuerrecht, Gemeinnützigkeit, Haftungsfragen von Ehren- und Hauptamt.

Nun wird in einem aktuellen Beitrag der Corporate Compliance Zeitschrift dafür geworben, auch das Lobbying in Compliance-Regelungen in Unternehmen einzubeziehen. Ist dies auch für Verbände empfehlenswert?

Personalwirtschaft benennt HR-Trends 2013

Dienstag, 29. Januar 2013

trends_2013_cover_150x100Für das Jahr 2013 hat die Zeitschrift Personalwirtschaft erneut zehn HR-Themen zu Trends ausgerufen.

In einer Sonderausgabe werden zu den personalwirtschaftlichen Themen aktuelle Erkenntnisse zusammengefasst und mögliche wie sinnvolle Auswirkungen für die betriebliche Praxis dargestellt.

Die zehn Trends lauten aus Sicht der Personalwirtschaft:

  1. Recruiting – Social Media: Nice to have oder Pflicht?
  2. Employer Branding – Langsam wird es Ernst
  3. Talent Management – Mit Humboldt im Rücken
  4. E-Learning – Wie im wahren Leben
  5. Corporate Social Responsibility – Der fehlende Nenner unter dem Strich
  6. Betriebliches Gesundheitsmanagement – BGM versenkt Suchtproblematik
  7. Outsourcing/Payroll – „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“
  8. Betriebliche Altersversorgung – Vom Stiefkind zum Hoffnungsträger
  9. Zeitarbeit – Der Flaute trotzen und das Image aufpolieren
  10. Arbeitsrecht – Alles was rechtens ist

Wenn wir mal hintanstellen, dass es sich bei dieser Sonderausgabe um eine Werbeformat handelt, und nicht alle genannten HR-Themen gleichermaßen Bedeutung für die Verbandswelt haben, ist es doch eine interessante Lektüre für jede/n Geschäftsführer/in bzw. Personalverantwortliche/n in Verbänden, um zu prüfen, welche aktuellen Entwicklungen in welcher Form eine Berücksichtigung bzw. Intensivierung lohnen.

Die Ausgabe Trends 2013 können hier von personalwirtschaft.de angeschaut und heruntergeladen werden.

 

Problem-BER: Flitzpipen des Projektmanagements

Dienstag, 8. Januar 2013

Flughafen BER - BauunterlagenZwischen Schadenfreude und Sarkasmus

Als der Münchener Flughafen seinerzeit 28 km von München entfernt in Betrieb genommen wurde, soll aus Berlin gefrotzelt worden sein, dass er tatsächlich nur mit dem Flugzeug zu erreichen sei.

Aktuell könnte es aus München zurück schallen, dass der neue Berlin-Brandenburger Flughafen mit fast allen Verkehrsmitteln zu erreichen ist – nur eben nicht mit dem Flugzeug.

In Berlin geht man mit Meldungen zum Kopfschütteln heiter-sarkastisch um: „Berlin kriegt keinen hoch“, „Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen!“ und „Mr. Wowereit, please open this Gate!“ sind nur einige Beispiele, die das Unfassbare im Falle BER erträglich machten.

Aber diese Zeit ist vorbei. Zur vierten Verschiebung des Eröffnungstermins und allen Begleitmeldungen von der Schreckensbaustelle fällt einem nichts Witziges mehr ein!

Willy Brandt, der seinen Namen für den Untertitel des Flughafens herhalten musste, wird sich bereits mehrfach im Grab gedreht haben. Eine Umdrehung galt sicherlich der Verweigerung der Übernahme von Verantwortung seitens der Mitglieder des Aufsichtsrates. Willy Brandt wusste noch, wie das geht.

Das Debakel

Internationaler Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Vor einigen Jahren erfuhr eine akademisch recht fulminant geführte Diskussion in Deutschland um Corporate Governance-Regelungen für NGOs und Verbände („Nonprofit Governance“) eine eher überschaubare Resonanz bei den Zielgruppen.

Seit Anfang 2011 ist in Deutschland nun mit der DIN ISO 26000 als ganzheitlicher Referenzrahmen für das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung ein internationaler Standard veröffentlicht worden.

Der Leitfaden richtet sich bewusst nicht nur an Unternehmen, sondern an alle Organisationsformen wie NGOs, Verbände, öffentliche Einrichtungen, die Wissenschaft, Stiftungen etc.

Die International Organization for Standardization (ISO) betont die universelle Anwendbarkeit der Norm, die unabhängig von Tätigkeitsfeld, Größe, Eigentümerstruktur, gesellschaftlichem Kontext, und den kulturellen oder religiösen Hintergründen gegeben sei.

Wird dem Leitfaden ein anderes Schicksal beschieden sein, als der Idee der Nonprofit Governance?

Corporate Governance – Kein Thema (mehr) für Verbände? (Teil II)

Montag, 25. Juli 2011

Der erste Teil dieses Beitrags hat aufgezeigt, dass die akademisch recht fulminant geführte Diskussion um Corporate Governance-Regelungen für NGOs und Verbände („Nonprofit Governance“) bis auf wenige Ausnahmen ohne Resonanz bei den Organisationen geblieben ist.

Das ist zunächst einmal überraschend, denn es gibt durchaus sensible Themen, die (die Diskussion über) Regelungen zur guten Verbandsführung sinnvoll erscheinen lassen: die Organisation von Steuerungs- und Kontrollaufgaben in Verbänden zwischen Haupt- und Ehrenamt, der Professionalisierungsdruck, und die systematische Berücksichtigung (gestiegener) Anforderungen von Stakeholdern sind solche Themen.

Gleichzeitig hätte sich für Verbände die Möglichkeit eröffnet, Werte, Selbstverständnis und ihre gesellschaftliche Rolle – insbesondere im Lichte der Lobbyismus-Diskussion der vergangenen Jahre – aktiv, selbstbewusst und transparent darzulegen.

Dazu ist es jedoch nicht gekommen. Die Corporate Governance-Diskussion in Verbänden ist nicht gescheitert, sie fand einfach nicht statt, weder in Haupt- oder Dachorganisationen für die eigenen Mitgliederstrukturen, noch in einer Verbandsübergreifenden Struktur, ähnlich wie in der Wirtschaft.

Die Gründe liegen wohl darin, dass es im Vergleich zur Unternehmenswelt an zwei Dingen fehlte: an wahrgenommenem äußerem Druck (ausländische Investoren) sowie an Meinungsführern und Strukturen (Regierungskommission), die eine solche Diskussion, Ergebnisse und ihre einheitliche Anwendung ermöglicht hätten.

Corporate Governance – Kein Thema (mehr) für Verbände? (Teil I)

Donnerstag, 21. Juli 2011

Kritische Mitglieder, zunehmender Wettbewerb durch Unternehmensrepräsentanzen, Agenturen und Kanzleien, finanzielle Zurückhaltung der öffentlichen Hände, die duale Struktur von Haupt- und Ehrenamt sowie mindestens seit einer Dekade spürbar steigende Anforderungen an das Management – diese Rahmenbedingungen sprechen für eine Übernahme, zumindest aber eine Diskusssion der Corporate Governance-Idee in Verbänden.

Allein die Organisationen sehen das offensichtlich anders, denn nur wenige Verbände haben Corporate Governance-Leitlinien eingeführt. Warum die Zurückhaltung? Und besteht sie zu Recht?

Old School? Zur Relevanz von Wissensmanagement in Verbänden

Montag, 13. Juni 2011

Wenn es warme Worte regnet und eine kalte Platte bereit steht, ist es wieder so weit: ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin verlässt den Verband. Die Kollegen haben dazu im Vorfeld meist folgende Fragen ausführlich diskutiert: Wer ist der kommende Arbeitgeber, wie wird der Ruhestand gestaltet? Wie erleichtert, leidenschaftslos oder gar bekümmert sind die Kollegen? Von wem sollte die Stelle nun besetzt werden?

Die wirklich entscheidende Frage wird aber meist nicht gestellt: wie bewahren wir dem Verband das unschätzbare Wissen und die wertvolle Erfahrung, die der/die Kollege/in angesammelt hat?

Verbandsmanagement – zurück zur Blümchenökonomie?

Donnerstag, 4. November 2010

Die Verbandsführung war lange Zeit eine BWL-freie Zone. Kennzahlen, Controlling und harte Fakten hatten kollektives Hausverbot. Sie galten als nicht kompatibel mit dem Führungsverständnis im gesamten Dritten Sektor, mit Idealismus, Ethik, Werten und Gemeinschaft. Seit eineinhalb Jahrzehnten professionalisiert sich die Verbändelandschaft systematisch. Nun kursieren erneut Aufrufe, die eine Renaissance eines Führungsstils propagieren, der insbesondere auf weichen Faktoren wie Vertrauen, Wertschätzung und Respekt beruht. Wie das?

Verbands-Managementsystem DGVM ZERT mit Revision

Freitag, 22. Oktober 2010

Seit einigen Jahren besteht ein Management- und Zertifizierungssystem, das die besonderen Anforderungen, Gegebenheiten und Strukturen von Verbänden berücksichtigt: DGVM ZERT basiert voll auf der internationalen Norm DIN EN ISO 9001.

Aufgrund einiger meist redaktioneller Änderungen und Klarstellungen in der ISO 9001 mit der Revision 2008 ergab sich ein Anpassungsbedarf für den zugrundeliegenden DGVM ZERT-Kriterienkatalog. Alle notwendigen Änderungen sind nun in die aktuelle Fassung des Managementsystems eingeflossen, die ab sofort bestellt werden kann.