Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

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5 Fragen an Michael Kalthoff-Mahnke zum Award „inkom. Grand Prix “ der DPRG

Mittwoch, 9. Juli 2014

Kalthoff-MahnkeDie Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) ehrt seit 1995 mit dem inkom. Grand Prix Mitarbeiterzeitschriften und -zeitungen, die von Unternehmen, Agenturen, Regierungsorganisationen und nichtstaatlichen Gesellschaften herausgegeben werden. Seit einigen Jahren stehen auch elektronische Medienformate auf der Bewertungsskala der Jury. Am 27. Juni 2014 wurde der Preis zum 20. Mal verliehen.

Ich spreche aus diesem Anlass mit Michael Kalthoff-Mahnke, Bundesgeschäftsführer der DPRG Berlin und seit zehn Jahren Projektleiter für den inkom. Grand Prix über den DPRG-Wettbewerb für Medienformate der Internen Kommunikation.

Michael Kalthoff-Mahnke studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Soziologie, Politik und Geschichte und war im Anschluss daran Redakteur für Interne Kommunikation bei der Ruhrkohle AG in Essen (heute Evonik AG) sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der RAG Umwelt GmbH. Darüber hinaus war er Geschäftsführer im Medienhaus Dortmund, ab 2000 als freiberuflicher Kommunikationsberater und Corporate Publisher mit Schwerpunkt Interne Kommunikation tätig. Über viele Jahre war Kalthoff-Mahnke als Referent sowie Dozent für Interne Kommunikation aktiv. Er ist Verfasser zahlreicher Fachartikel und Mitherausgeber des „Jahrbuch Interne Kommunikation“.

V//T: Viele von Verbänden ausgelobte Preise oder Awards dienen nicht zuletzt dazu, den Verband und seine Anliegen stärker in das Licht der Öffentlichkeit zu bringen, sein Image positiv zu entwickeln und die Attraktivität für potentielle Mitglieder zu steigern. Was waren 1995 die Gründe für die Auslobung des inkom. Grand Prix?

K-M: Der erste Wettbewerb vor nunmehr bereits 20 Jahren wurde vom damaligen Bundesverband für Interne Kommunikation (inkom.) gestartet. Daher hat der Wettbewerb auch seinen Namen. Die Mitglieder des Verbands waren allesamt Redakteurinnen und Redakteure von Mitarbeiterzeitungen und -zeitschriften. Da lag es aus Verbandssicht nahe, die eigenen Qualitätsansprüche an eine Mitarbeiterpublikation in Wettbewerbsmaßstäbe zu gießen. Die  DPRG hat nach dem Zusammenschluss mit der inkom. im Jahre 2004 den Wettbewerb im Rahmen des Internationalen Deutschen PR-Preises als Marke erfolgreich weitergeführt und den Wettbewerb und das Jurierungsverfahren konsequent weiterentwickelt.

V//T: Wie hat die DPRG über die Jahre von dem Preis tatsächlich profitiert? Und wie profitieren die Teilnehmer, auch wenn sie heute nicht werbewirksam einen Grand Prix erhalten werden?

5 Fragen an Prof. Olaf Hoffjann zur Relevanz und Nutzung von Social Media durch Verbände

Mittwoch, 20. November 2013

ov_hoffjanngrossEndlich gibt es eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Nutzung der sozialen Medien durch Verbände in Deutschland.

Eine von der Otto-Brenner-Stiftung geförderte Studie zur Verbandskommunikation untersucht die Veränderungen der internen wie externen Kommunikation bei Verbänden in den vergangenen Jahren im Allgemeinen sowie die Relevanz und die Nutzung der sozialen Medien im Besonderen.

Verbände//Talk spricht mit dem Leiter der Studie Prof. Dr. Olaf Hoffjann, der an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften im Studiengang Medienmanagement in Salzgitter arbeitet.

V//T: Herr Prof. Hoffjann, Sie stellen als ein Ergebnis der Studie fest, dass klassische Massenmedien für Verbände in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden sind, nicht nur trotz einer zunehmenden Nutzung sozialer Medien, sondern sogar mit deren Unterstützung. Das müssen Sie erklären …

OH: Journalisten sind bei vielen Facebook- und Twitter-Aktivitäten eine wichtige Zielgruppe. Einige Twitter-Kanäle zielen sogar ausschließlich auf Journalisten. Hier geht es dann weniger um eine direktere Ansprache von Mitgliedern und potenziellen Unterstützern, sondern lediglich um eine andere Ansprache von Journalisten. Soziale Medien sind damit bei einigen Verbänden eine Fortführung der Pressearbeit mit anderen Mitteln.

V//T: Haben Sie den Eindruck gewonnen, dass der Einsatz sozialer Medien zur internen und/oder externen Kommunikation bei den beteiligten Verbänden strategisch sehr gezielt sowie Zielgruppen gerecht angegangen wird?

5 Fragen an Dr. Eberhard Kromer zur Gründung der Dachorganisation der Musikschaffenden DOMUS

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Eberhard_Kromer_Foto_HPWährend der Berlin Music Week wurde am 6. September 2013 die Dachorganisation der Musikschaffenden e.V., DOMUS, gegründet. Der Verband will die Interessen von Kreativen und Künstlern im Musik-Business vertreten.

Verbände//Talk spricht mit Dr. Eberhard Kromer, Vorsitzender des Interimsvorstands.

V//T: Herr Dr. Kromer, ist die Gründung von DOMUS zusammengefasst der Versuch, die Interessen der Musikschaffenden an angemessener Beteiligung gegenüber den Musik-Verwertern zu bündeln?

EK: Ja, genauso ist es. DOMUS vertritt die Interessen derjenigen, die die Musik schaffen, die wir auch als „originär Berechtigte“ bezeichnen, gegenüber den Verwertern, welche die Musik zum Hörer bzw. Nutzer bringen. Wir wollen, dass Musikplattformen, streaming Dienste, Labels und Musikverlage die Musikschaffenden an Werbe- sowie sonstigen Erlösen beteiligen.

Wir wenden uns aber auch an alle bestehenden Musikerverbände und an die Politik, am Aufbau eines Systems mitzuwirken, das die Musikschaffenden an Erlösen angemessen beteiligt.

V//T: Mit der Arbeit der Gema, der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten und auch anderen Akteuren sind Sie folglich nicht so einverstanden?

5 Fragen an Elke Röder zur Fusion des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren

Mittwoch, 9. Oktober 2013

2013_BNN_E_RoederDer Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. vertritt die Interessen der Naturkostbranche auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Er hat seinen Sitz in Berlin.

Bis 2013 gab es sowohl einen BNN Einzelhandel, wie auch einen BNN Herstellung und Handel, jeweils in eigener Rechtsträgerschaft. Im April 2013 wurden im neuen Gesamtverband erstmalig Leitungsgremien gewählt.

Elke Röder ist Geschäftsführerin des fusionierten BNN-Gesamtverbandes und war zuvor Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel.

V//T: Frau Röder, der Bundesverband Naturkost Naturwaren vertritt nunmehr Einzelhandel sowie Handel und Herstellung. Was hat die beiden Organisationen bewogen zu fusionieren? Gab es vielleicht sogar entsprechende „Wünsche“ aus der Politik?

ER: Die gesellschaftliche, marktwirtschaftliche und politische Bedeutung der Naturkostbranche ist stetig gestiegen. Der Zusammenschluss der beiden Verbände war ein logischer Schritt hin zu einer starken Gesamtvertretung der Wertschöpfungskette, die dringend notwendig ist. Durch die Fusion ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte, die allen Mitgliedern Nutzen einbringt.

Besonders in Krisen gerät die Branche oft unter eine Art Generalverdacht. Der BNN spricht für Verarbeiter, Inverkehrbringer, Groß- und Einzelhändlern mit einer Stimme und sorgt so – gerade in der Öffentlichkeit – für Klarheit und Transparenz. Ein Umstand, den wir auch gegenüber politischen Vertretern stets deutlich machen und dafür Zustimmung erfahren.

V//T: Worin bestanden bis zur Fusion die größten Herausforderungen? Gab es auch spürbaren Gegenwind unter den Mitgliedern?

5 Fragen an Emanuel Schütze von OpenSlides über eine Software zur Durchführung von Versammlungen

Dienstag, 1. Oktober 2013

EmanuelSchuetzeVereine und Verbände führen turnusmäßig Versammlungen der Mitglieder und anderer Gremien durch. Seit einigen Jahren gibt es mit OpenSlides ein freies, kostenloses, webbasiertes Präsentations- und Versammlungssystem, mit dem Tagesordnung, Anträge und Wahlen einer Veranstaltung dargestellt und gesteuert werden können.

OpenSlides hat bereits mehrere Innovationspreise gewonnen und ist u.a. bei Parteien, kirchlichen Organisationen und Vereinen im Einsatz.

Emanuel Schütze ist Mitbegründer und Kernentwickler von OpenSlides und ist als Softwareentwickler und Projektmanager beim Osnabrücker OpenSource-Spezialisten Intevation GmbH tätig.

V//T: Herr Schütze, mit OpenSlides können alle Inhalte einer Veranstaltung wie Tagesordnung, Anträge, Rednerlisten, Kandidaten und Wahlergebnisse für alle Teilnehmer an eine Leinwand projiziert werden. Die Versammlungsleitung kann die Inhalte dann interaktiv steuern und bearbeiten. Worin liegt der besondere Pfiff von OpenSlides für die Sitzungsleitung und die Versammlungsteilnehmer?

ES: Die Kernidee von OpenSlides lautet „Mehr Transparenz für Versammlungen“. Ergebnisse von Anträgen und Wahlen werden von der Versammlungsleitung protokolliert und unmittelbar nach der Entscheidung für alle Teilnehmer in OpenSlides offen dargestellt. Gleiches gilt für Antragstexte und Tagesordnungspunkte. Alles, was während einer Versammlung am Projektor erscheint, können Teilnehmer in OpenSlides nachlesen und abspeichern.

Die bekannten demokratischen Prozesse lassen sich mit OpenSlides digital abbilden: Ein Teilnehmer kann z.B. über sein Mobilgerät einen Antrag einreichen, Anträge anderer Teilnehmer unterstützen, sich auf die Rednerliste setzten, bei anstehenden Wahlen kandidieren, Kandidaten vorschlagen oder Abstimmungsergebnisse nachlesen.

Die Sitzungsleitung kann mit OpenSlides beispielsweise von jedem Rechner den Projektor steuern, organisatorische Informationen einblenden oder die Beschlussfähigkeit prüfen. Auch mehrere Projektoren im Saal oder im Foyer sind mit OpenSlides leicht möglich.

V//T: Wie kam es zur Entwicklung. Haben Sie selbst negative Erfahrung bei Mitgliederversammlungen gemacht?

5 Fragen an Georg Hötte zur Fusion der Binnenschifffahrtsverbände AdB und BDB

Montag, 22. Juli 2013

Hoette_miniDer Arbeitgeberverband der deutschen Binnenschifffahrt (AdB) und der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) sind unter dem Dach des BDB fusioniert. Die Verschmelzung wurde in jeweils einstimmigen Beschlüssen der Mitglieder auf Versammlungen am 28. Mai 2013 in Duisburg besiegelt.

Aktuell ist der BDB wegen einer Auseinandersetzung mit ver.di in den Medien. Die Gewerkschaft bestreikt diese Woche erneut Schleusen, zum Schaden für die Binnenschifffahrt, so der BDB.

Georg Hötte, Geschäftsführer der in Duisburg ansässigen Reederei  Rhenus PartnerShip GmbH & Co KG, ist seit dem 11. Januar 2012 Präsident des alten BDB und seit 28. Mai 2013 Präsident des nunmehr neuen Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt. In beiden Organisationen war er zuvor viele Jahre im Präsidium bzw. Vorstand aktiv.

V//T: Herr Hötte, Sie haben die Fusion damit begründet, dass sich bereits bestehende Synergieeffekte noch effektiver nutzen ließen und dies zugleich ein Beitrag zur Bereinigung der Verbändelandschaft sei. Das klingt ein wenig nach der ja durchaus nachvollziehbaren Situation, dass es nicht weiter wirtschaftlich war, zwei Verbände für eine Branche zur organisieren.

Warum gab es für die deutsche Binnenschifffahrt in der Vergangenheit zwei Verbände und warum ist diese Konstellation nun tatsächlich nicht weiter aufrecht zu erhalten?

5 Fragen an Armin Berger von 3pc über mobile Verbandskommunikation

Montag, 17. Juni 2013

Armin Berger 3pcArmin Berger ist Geschäftsführer von 3pc GmbH Neue Kommunikation, die u. a. Webdesign, Corporate Design und App-Entwicklung anbietet.

3pc arbeitet für Unternehmen, Behörden, Wissenschafts- und Kultur-Einrichtungen sowie Verbände wie die Familienunternehmer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft oder den Deutschen Bibliotheksverband.

Die Arbeit von 3pc wurde unter anderem mit dem Grimme Online Award, dem Deutschen Bildungsmedien-Preis und dem Politikaward ausgezeichnet.

V//T: Herr Berger, wir wissen, dass die Nutzung mobiler Endgeräte stetig zunimmt. Ist es aus Ihrer Sicht unausweichlich, dass jedwede Anbieter von Dienstleistungen, Produkten und Services abseits ihrer Webseite auch ein Angebot für die Nutzung „on the go“ vorhalten?

AB: Seit dem rasanten Erfolg von Smartphones und Tablets haben diese Ausgabegeräte neben dem klassischen Desktop deutlich an Bedeutung gewonnen. Eine gut programmierte Website sollte prinzipiell auch auf diesen Geräten bedienbar sein. Das ist die Grundlage von allem: eine solide, universell funktionierende Website.

Über eine App nachzudenken bedeutet eigentlich immer, einen Ausschnitt aus dem eigenen Angebot zu wählen, der fokussiert – und nicht, wie bei Websites üblich, das gesamte Informationsportfolio anzubieten. Es geht um Reduktion. Wir nennen es Entverkomplizierung. Eine App fürs Smartphone taugt zum Beispiel nur dann etwas, wenn sie unterwegs nützlich, inspirierend oder unterhaltsam ist.

Tablets haben meiner Überzeugung nach zwar auch einen mobilen Aspekt. Viel wichtiger finde ich aber die Tatsache, dass es Geräte sind, die man zurückgelehnt auf der Couch verwendet. Das ist eine andere Situation. Eine Situation, in der die Menschen offener, entspannter sind.

Das Tablet ist ein Gerät, das weniger der schnellen, praktischen Information dient. Vielmehr steht hier der Aspekt der Emotionalität im Vordergrund. Tablets begünstigen stärker ein exploratives, weniger zielgerichtetes Vorgehen. Das ist bisher noch nicht ausreichend beachtet worden. Meine feste Überzeugung ist, dass genau diese Eigenschaften des Tablets die digitale Kommunikation noch sehr grundlegend verändern wird. Aus neurologischer Sicht ist die Verbindung zwischen Zeigefinger und Hirn die direkteste. Florian Heinen, ein Kinderneurologe, hat erst kürzlich in der FAZ dargelegt, dass das Tablet ein Quantensprung für die Einbettung von Wissen in unseren Alltag darstellt.

V//T: Nehmen wir an, ein Verband hat eine präzise Idee, welches Angebot er für welche Zielgruppe über eine App darstellen will. Gibt es aus Ihrer Erfahrung Aspekte oder Anforderungen, die die mobile Verbandskommunikation von der einer wissenschaftlichen Einrichtung, einer Behörde oder eines Unternehmens unterscheidet?

AB: Es gibt keinen grundlegenden Unterschied. Eine präzise Idee ist wichtig. Die Umsetzung muss Energie haben, die Zielgruppe nicht nur praktisch bedienen, sondern letztendlich auch berühren.

Das gilt aber nicht nur für Apps, sondern allgemein für Kommunikation. Das Kommunikationsangebot wird immer von Menschen für Menschen gemacht. Die Technik übernimmt dabei eine Vermittlungsfunktion. Bei aller Begeisterung für Technik darf man das eigentliche Kommunikationsziel nie aus den Augen verlieren. Es geht darum, die Relevanz der eigenen Inhalte zum Ausdruck zu bringen. Das ist eine Grundhaltung, auf der all unsere Projekte fußen.

V//T: Für die Realisierung eines mobilen Angebots stehen mit Apps, Web Apps, mobilen Websites, „Responsive Design“ verschiedene Herangehensweisen zur Verfügung. Ist die Wahl nur eine Frage für Technikverliebte oder welche Entscheidungsparameter sollten Verbände berücksichtigen?

5 Fragen an Michael Hengesbach zur Gründung des Bundesverbandes der Arbeitsrechtler in Unternehmen

Dienstag, 4. Juni 2013

Michael-Hengesbach-BVAUMichael Hengesbach ist Director HR bei TuiFly und Mitglied des ersten Präsidiums des Ende April in Heidelberg gegründeten Bundesverbandes der Arbeitsrechtler in Unternehmen (BVAU).

V//T: Der BVAU beschreibt sich als unabhängige, bundesweit tätige, branchenübergreifende und personenbezogene Interessenvereinigung für Arbeitsrechtler in Unternehmen. Warum braucht es eine Interessenvertretung für Arbeitsrechtler in Deutschland?

MH: Wir wollen ein praxistaugliches Arbeitsrecht gegenüber Politik und Gesetzgebung einfordern, der arbeitsrechtlichen Praxis eine Stimme verleihen. Der BVAU ist zudem etwas Neues, etwas, nachdem die bisherigen Mitglieder lange gesucht haben: Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau sowohl was Arbeitsrecht als auch Umsetzung in der betrieblichen Praxis betrifft. Es sind ausschließlich arbeitsrechtlich – in Theorie aber vor allem auch Praxis – enorm erfahrene Kollegen, die zumeist im Personalbereich angesiedelt sind. Und das branchenübergreifend.

V//T: Warum organisieren sie sich in einem neuen Verband? Wären die Ziele nicht unter dem organisatorischen Dach des Bundesverbandes der Unternehmensjuristen zu realisieren gewesen?

5 Fragen an Rechtsanwalt Thomas Schwenke über Stolperfallen für Verbände bei Datenschutz und Internetrecht

Montag, 27. Mai 2013

RA_Thomas_Schwenke_2000_2666Thomas Schwenke betreibt eine Rechtsanwalts-Kanzlei in Berlin, mit der er sich auf den Bereich Internetrecht und Recht der neuen Medien spezialisiert hat. Er hat zum Thema mehrere Beiträge und Bücher veröffentlicht.

V//T: Adressennutzung, Meldepflichten nach BDSG, Impressumspflichten bei Social Media-Kanälen, der Einsatz von Social-Plugins, Nutzungsrechte, Abmahnwellen – Datenschutz und IT-Recht treiben einem mitunter Tränen in die Augen.

Halten Sie die mit den Rechtsgebieten verbundenen Fragestellungen und Probleme für besonders komplex oder ergibt sich manche Unsicherheit eher daraus, dass im dynamischen Internet immer wieder neue Rechtsfragen zur auftauchen?

TS: Ich denke, dass beides zutrifft. Zum einem sind die Datenschutz- und Urheberrechtsvorschriften sehr abstrakt formuliert, um möglichst zukunftssicher zu sein. Das heißt, indem auf konkrete Beispiele verzichtet wird, können die Gesetze auch auf neue Techniken angewendet werden. Das Problem dabei ist, dass kaum ein juristischer Laie die Gesetze verstehen kann und die Juristen sich oft mit der Technik schwer tun.

Aber auch wenn die technischen Vorgänge klar sind, legen Juristen Gesetze oft unterschiedlich aus, so dass viele Streitpunkte vor Gericht geklärt werden müssen. Ein gutes Beispiel sind die Social Plugins von Facebook. Zu den Fragen ob sie einen Datenschutzverstoß darstellen, ob Websitebetreiber für diesen verantwortlich sind und ob ihnen überhaupt Konsequenzen drohen, werden völlig unterschiedliche Ansichten vertreten.

V//T: Für viele Verbände sind ihre Adressdatenbestände sehr wertvoll, die regelmäßig auch Personen umfassen, die nicht aus dem Mitgliederbereich stammen.

Dürfen diese Personen strenggenommen zu Veranstaltungen des Verbandes eingeladen werden oder Adressat von Verbands-Newslettern sein? Kann man von einer notwendigen „Einwilligung der Betroffenen“ nach  Bundesdatenschutzgesetz ausgehen, wenn die entsprechenden Adressaten in der Vergangenheit an Veranstaltungen teilgenommen haben bzw. Newsletter nicht beanstandet haben?

5 Fragen an Simon Raiser von planpolitik über tiefere Einblicke in politische Dynamiken und Aushandlungsprozesse

Mittwoch, 22. Mai 2013

Simn-Raiser-planpolitik-CIMG3457_kleinSimon Raiser ist einer der beiden Geschäftsführer der planpolitik GbR, die seit 2005 mit politischen Planspielen, Trainings, Workshops sowie durch die Erstellung von Lehrmaterialien politische Zusammenhänge vermittelt.

V//T: Planpolitik hat sich zur Aufgabe gemacht genauer zu klären, wie Politik funktioniert. Nun gibt es hierzu reichlich Literatur, Informationen im Netz sowie die tägliche Berichterstattung der Medien. Welchen Mehrwert bietet planpolitik für welche Zielgruppen?

SR: planpolitik hat sich auf den Einsatz von interaktiven Lernmethoden für sehr unterschiedliche Zielgruppen spezialisiert, d.h. wir möchten die Teilnehmenden unserer Angebote in erster Linie selbst erfahren lassen, wie man beispielsweise als Interessenvertretung Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen kann. Dahinter steht die Überzeugung, dass die Teilnehmenden nachhaltiger lernen, wenn sie mit einbezogen werden. Und dazu macht es ihnen meistens auch noch Spaß.

Interaktive Methoden sind insofern eine ideale Ergänzung für die von Ihnen genannte Literatur oder auch für den klassischen Vortrag. Sie verstetigen durch das eigene Erfahren das Erlernte, führen zu einer reflektierten Sichtweise auf das gewählte Problemfeld und ermöglichen häufig Erkenntnisse für eine effektive Vorgehensweise in der „realen Welt“.

Diese Grundannahmen über den Mehrwert interaktiver Methoden sind unserer Erfahrung nach übrigens unabhängig von der Zielgruppe. Entsprechend haben wir Angebote für Schüler, Studierende und Berufstätige.

V//T: Politik hat etwas mit formal-juristischen Grundlagen wie Gesetzen, Verordnungen und auch Geschäftsordnungen zu tun. Dann geht es aber auch um konkurrierende Interessen, deren Vertreter innerhalb und außerhalb der Politik, um Ressourcen, Einfluss, Macht und die Rolle der Medien. Welche Rolle spielt die politische Interessenvertretung, das Lobbying in ihren Angeboten?