Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Archiv für die Kategorie: Allgemein

Aktuelle Herausforderungen für Verbände

Montag, 10. März 2014

Junger Mann mit MegafonVerbände koordinieren und vertreten Interessen. Sie sind Informationsbroker und Berater sowie Dienstleister für ihre Mitglieder aus Branchen oder Berufsständen.

Hinter dieser schmucklosen Beschreibung der Kernaufgaben steckt ein erheblicher Kommunikationsaufwand. Mitglieder, Politik, Behörden, Organisationen, Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit sind gleichzeitig Adressaten wie Anspruchsteller der Informations-, Abstimmungs- und Vermittlungsbemühungen von Verbänden.

Das Ende des Projektmanagements!

Dienstag, 14. Januar 2014

ov_berforderungfotolia_35103278_lWow! denkt der Leser, welch steile These. Klingt vielversprechend. Und schon lesen Sie los.

Klingt nach verkaufsfördernder Hochverbalisierung durch die Marketingabteilung eines Verlages. Und richtig, es geht hier in der Tat um ein Buch von Ronald Hanisch mit dem Untertitel „Wie die Digital Natives die Führung übernehmen und Unternehmen verändern“.

Es gibt viel zu sagen und zu lernen über die Generation Y, die Digital Natives. Wer sie sind, was sie wollen, wie sie mit ihrem Selbstverständnis und Erfahrungen in die Arbeitswelt drängen und dort Arbeitsformen und Unternehmenskultur verändern.

Warum sollte die Generation „Warum“ nicht auch das etablierte Projektmanagement hinterfragen? Und das lohnt sich womöglich noch, denn Generationen von Projektmanagern haben mit den etablierten, tradierten Prinzipien und Lehren immer wieder Schiffbruch erlitten. Und so zitiert Hanisch genüsslich mehrere Studien, die feinsäuberlich das Scheitern von Projekten belegen.

Hanischs zentrale These beschreibt, dass heutzutage Anforderungen, Rahmenbedingungen und damit auch Ziele, Termine und Budgets in Projekten regelmäßig Neuausrichtungen erführen. Alles geriete bzw. sei unaufhörlich in Bewegung und zusätzlich beschleunigten Digital Natives durch die Digitalisierung der Zusammenarbeit Projekte unaufhörlich.

2013 – Der kurze Rückblick

Sonntag, 5. Januar 2014

im spiegelGut erholt, reich beschenkt und um durchschnittlich 2,5 Kilo schwerer kommen wir aus den Weihnachtsferien zurück in die Büros.

Nun stehen Jahresplanungen an, vielleicht stecken sogar Zielfindungs- und Strategieentwicklungsprozesse in der Pipeline.

Bevor diese aufgerufen werden, lohnt sich ein Blick zurück in das Jahr 2013. Was war wichtig? Wo lagen die Trends? Wozu müssen wir uns positionieren?

Hier die vier Themen im Schnelldurchlauf, die in meinen persönlichen Verbände-Jahresrückblick gehören:

Transparenz und Steuerung auch in der letzten Reihe

Mittwoch, 27. November 2013

meeting proiezioneAm 1. Oktober habe ich im Verbände//Talk ein Interview mit Emanuel Schütze über das freie, kostenlose, webbasierte Präsentations- und Versammlungssystem OpenSlides geführt. Mit dem System können Tagesordnung, Anträge und Wahlen einer Veranstaltung dargestellt und gesteuert werden.

OpenSlides ist bei Parteien, kirchlichen Organisationen und Vereinen im Einsatz und hat mehrere Innovationspreise gewonnen.

Gestern ist die Version 1.5 erschienen. Emanuel Schütze, Mitbegründer von OpenSlides, erklärt die Vorteile von OpenSlides in der Pressemeldung dazu wie folgt: „Die besondere Stärke von OpenSlides liegt im Bereich der Transparenz und Interaktion: Jeder Teilnehmer im Plenum kann mit dem eigenen Mobilgerät z.B. Anträge, Wahlergebnisse und die aktuelle Tagesordnung nachlesen, sich zu Wort melden, Anträge einreichen oder für eine Wahl kandidieren. OpenSlides bietet damit neue Möglichkeiten, um demokratische Prozesse auf Versammlungen interaktiver und transparenter zu gestalten.“

Die Neuerungen sind in der hier der neuen Version von OpenSlides zu entnehmen.

OpenSlides kann kostenfrei auf der Website von OpenSlides heruntergeladen werden.

 

Lobbying kills

Dienstag, 15. Oktober 2013

Hans-Peter MARTINDas EU-Parlament hat über eine neue Tabak-Richtlinie abgestimmt. Wie auch immer die Bewertung darüber ausfällt, ob die Tabak-Lobby nun eher viel verhindert oder wenig erreicht hat: Das Ausmaß des systematischen Lobbyings der Tabak-Industrie hat Überraschung hevorgerufen.

Es wurde über extra eingestellte Lobbyisten, Druck auf Abgeordnete sowie über Listen berichtet, die eine Kategorisierung der MdEPs in Befürworter, Ablehnende und Unentschlossene zeigt.

Die Überraschung überrascht: Es geht schließlich um Milliarden-Umsätze, da liegt es doch völlig auf der Hand, dass zuvor alle Register der Interessenvertretung gezogen werden. Auch wenn dies mit Hunderttausenden zu buche schlägt.

Ich hätte mir als Nicht-Raucher eine größere Standfestigkeit mancher Abgeordneten gewünscht. Aber es bleibt mir nur der Hinweis, dass die Tabak-Lobby offensichtlich systematisches, professionelles Lobbying betrieben hat.

Die Tabak-Lobby ist aber eben auch eine böse Lobby. Wenn Befürworter einer strengeren Richtlinie den gleichen Aufwand, das gleiche Maß an Druck auf MdEPs mit dem gleichen Ressourceneinsatz hätten organisieren können, wäre ihnen der Applaus sicher gewesen.

Der unnabhängige EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin aus Österreich hat seine Sicht der Dinge immerhin transparent zur Schau getragen: Lobbying kills! Zumindest das Tabak-Lobbying!

 

Ich bin dann mal weg – bis Ende August

Freitag, 9. August 2013

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DFV e.V. – Wenn eine Abkürzung für Verwirrung sorgt

Donnerstag, 16. Mai 2013

Fragezeichen-silhouettes-68483_640Spectaris, BITKOM, DIHK, BDI, ZDH – Verbands-Abkürzungen sind praktisch und leben auch von ihrer Eindeutigkeit: „Der DIHK“, „Der BDI“, „Der BITKOM“, es braucht keine weitere Klarstellung, welche Organisation damit gemeint ist.

Teilweise sind die Kürzel sogar offizieller Bestandteil des Verbandsnamens und damit beim Registergericht dokumentiert.

Eindeutigkeit führt natürlich nicht automatisch zu beachtlicher Bekanntheit: Beim FVHF, dem „Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V.“, ist die Eindeutigkeit soweit gegeben, da – vorbehaltlich der Vollständigkeit meiner Recherche – kein weiterer Verband oder eine andere Organisation mit diesem Kürzel in Deutschland existiert.

Das Kürzel BDA teilen sich neben der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände auch der Berufsverband Deutscher Anästhesisten sowie der Bund Deutscher Architekten – den ersteren wird es nicht stören.

Schlichtweg unübersichtlich, völlig uneindeutig und damit in keiner Weise praktisch wird es, wenn wir den Versuch starten, Verbände mit dem Kürzel DFV zu benennen. Sehen Sie selbst:

YouTube-Clip erklärt Social-Media-Regeln für Mitarbeiter

Sonntag, 12. Mai 2013

Bei vielen großen Unternehmen sind Social-Media-Richtlinien Standard. Sie geben der Kollegenschaft vor, wie sie Social Media-Kanäle mit dem Ziel nutzen sollen bzw. dürfen, dem Unternehmen möglichst zu nutzen, zumindest aber nicht zu schaden.

Wir wissen, dass die Nutzung eines Social Media-Angebots durch den Einsatz von Bildern und Videos tendenziell steigt.

Konsequenter Weise geht die Generali-Gruppe in Deutschland bei der Vermittlung von Social Media-Richtlinien eben diesen Weg: Anstatt lange Texte an die Mitarbeiter auszugeben, wurde eine Agentur mit der Erstellung eines Video-Clips beauftragt.

Die zentralan Aussagen des Clips lauten:

  • Gute Kommunikation verzichtet auf Anfeindungen, Beleidigungen und Verleumdungen.
  • Schlechter Stil wirft kein gutes Licht auf Sie oder die Generali Versicherungen.
  • Firmen-Interna oder Kritik an der Konkurrenz sind in privaten Netzwerk-Profilen nicht gut aufgehoben.
  • Äußerungen über die eigene Firma sind eine persönliche Meinung und sollten auch so beschrieben werden.
  • Achten Sie auf das Urheberrecht zu Texten, Fotos etc.
 

FASTBREAK – Themenfrühstück am 14. Mai: Was verhindert Innovation in Organisationen?

Montag, 6. Mai 2013

innovation-73327_640Wenn von Tools und IT zur Unterstützung der digitalen Verbandsarbeit die Rede ist, liegt der Begriff „Innovation“ nicht weit, verstanden als etwas spürbar „Neues“, spürbar „Anderes“, das sich in der Anwendung bewährt.

Doch allzu oft scheitert der Einsatz moderner IT-Anwendungen, weil sie organisationsintern auf Ängste, Hindernisse oder gar systematische Ablehnung stoßen.

Das kommende FASTBREAK widmet sich daher der Frage, was Innovation in Organisationen verhindert, welcher Innovationsbedarf in Verbänden auszumachen ist, und welche Stellschrauben und Ansätze für die Organisation einer systematischen Innovationskultur sinnvoll sind.

Anregungen und Lösungsvorschläge präsentiere ich in meiner Eigenschaft als Geschäftsführer von Meilenstein! zusammen mit Christian Lippmann, Geschäftsführer der Berliner Firma structura.

Wann:
Dienstag, den 14.05.2013
8:30 Uhr – 10:30 Uhr

Wo:
Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Thema:  
Was verhindert Innovation in Organisationen und wo kann man ansetzen?

Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an Management-Verantwortliche in Verbänden und Organisationen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, eine Registrierung ist erforderlich. Bitte nutzen Sie dazu unser Online-Formular.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen spannenden Gedankenaustausch.

 

Lobbying und Compliance in Verbänden

Montag, 22. April 2013

Reichstag-Fotolia_5095159_MEine der geborenen Funktionen von Verbänden ist es, ihren Mitgliedern eine Plattform für Information und Austausch zu bieten.

Seit einigen Jahren ist diese Aufgabe in das Blickfeld der Kartellbehörden gelangt. Denn nahe lag in einigen nachgewiesenen Fällen, auf Grundlage ausgetauschter Informationen, gemeinsame Überlegungen für Markt relevantes Vorgehen der Mitglieder zu entwickeln.

Damit hat sich für Verbände ein Risikofeld aufgetan, das bisher im Wesentlichen Unternehmen betraf. Und dies kann als die Geburtsstunde von Compliance in Verbänden gelten, die Ergebnis des gestiegenen Bewusstseins auch gegenüber rechtlichen Risikotatbeständen auf anderen Gebieten gewesen ist, wie Internetrecht, Datenschutz, Steuerrecht, Gemeinnützigkeit, Haftungsfragen von Ehren- und Hauptamt.

Nun wird in einem aktuellen Beitrag der Corporate Compliance Zeitschrift dafür geworben, auch das Lobbying in Compliance-Regelungen in Unternehmen einzubeziehen. Ist dies auch für Verbände empfehlenswert?