Das Blog zur Interessensbildung, Meinungsbildung Interessenvertretung von Verbänden

Informationsveranstaltung zu Verbände-Lobbying bei EU-Themen

14. Mai 2012

 

Die Deutschland-Redaktion des europapolitischen Portals EurActiv lädt gemeinsam mit der Meilenstein! Beratungskanzlei zu einer Informationsveranstaltung für Verbände ein:

 

„Perspektiven direkter Interessensvertretung für deutsche Verbände bei EU-Themen“

Datum: Donnerstag, 24. Mai 2012
Uhrzeit: 10:00 – 11:30 Uhr
Ort: Haus der Bundespressekonferenz, Raum 0107, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin

Ziel der Veranstaltung ist es, verschiedenen Möglichkeiten der Interessensvertretung in Brüssel aufzuzeigen und die Bedeutung einer effizienten Kommunikationsstrategie auf europäischer Ebene zu verdeutlichen. Im Vordergrund werden Themen wie die europäische Öffentlichkeit, die Interessenvertretung im europäischen Mehrebenensystem sowie Praxisberichte aus der Verbandskommunikation in Brüssel und Berlin stehen.

Hier der Veranstaltungs-Link.

Für die Anmeldung und für Rückfragen steht Ihnen Ann-Katrin Bohmüller
(Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Maila.bohmueller@euractiv.de und 030 – 2088-9003) gern zur Verfügung.

 

5 Fragen an … Harald Keuchel zur Simulation von EU-Entscheidungsprozessen

7. Mai 2012

Harald Keuchel ist Geschäftsführer der EuroSoc GmbH, eine Denkwerkstatt für Europäische Fragen, welche unter anderem anhand von Simulationen den typischen Entscheidungsprozess der EU erlebbar macht.

 

Teil V der Serie zur EU-Interessenvertretung

 

 

V//T: Herr Keuchel, die Entscheidungsfindung der Europäischen Union wirkt sehr komplex. Was macht sie so undurchschaubar und verwirrend?

HK: Wie jedes politische System ist das der EU sehr komplex, da Viele Interessen  in einem Entscheidungssystem zusammengebracht werden. Was aber die EU von nationalen politischen Systemen unterscheidet ist die persönliche Komponente: wenn wir einen politischen Sachverhalt nicht verstehen, bleibt uns nur das Vertrauen auf politische Entscheidungsträger, die wir wählen. Wir wissen grob, wofür sie stehen, und können sie einschätzen.

Eine solche Einordnung von Parteien und Persönlichkeiten fällt uns auf der europäischen Ebene viel schwerer. Dort sind Politiker unterwegs, die wir nicht kennen, deren Funktion und oft auch deren Habitus wir nicht verstehen. Also: ich glaube, dass die fehlende persönliche Bindung der Menschen an das politische System der EU, das Grundproblem der EU darstellen und sie so undurchschaubar erscheinen lässt. Das System an sich ist natürlich ziemlich komplex, aber aus der Perspektive eines Bürgers ist das meiner Meinung nach zweitrangig. Wie viele deutsche Wähler  verstehen schon die komplexe föderale Struktur der Bundesrepublik?

V//T: EuroSoc wirbt damit, dass sie die EU praxisnah und realitätsbezogen erklärt. Was bieten sie an und wer sind ihre Zielgruppen?

Gesetzgebung in der EU – Der Entstehungs- und Entscheidungsprozess im Überblick

26. April 2012

Teil IV der Serie zur EU-Interessenvertretung

 

Erfolgreiche Interessenvertretung setzt möglichst früh im Gesetzgebungsverfahren an, das gilt auch in der Europäischen Union. Der Grund hierfür ist naheliegend: Wenn erst einmal ein formeller Vorschlag vorliegt, sind Änderungen nur mit deutlich erhöhtem Aufwand zu erreichen.

Daher ist der Kommission besondere Aufmerksamkeit zu schenken, denn ohne einen Kommissions-Vorschlag wird kein Gesetzgebungsverfahren in Gang gesetzt.

Lobbying in Richtung Kommission wird folgerichtig von allen erdenklichen Akteuren ausgeübt: Drittländer, internationale Organisationen, Mitgliedstaaten, darunter auch einzelne Regionen bzw. Länder, Experten sowie nationale und europäische Dachverbände.

5 Fragen an … Martin Säckl zu effektivem EU-Lobbying

19. April 2012

 

Teil III der Serie zur EU-Interessenvertretung

Martin Säckl ist Geschäftsführender Partner der European Affairs Consulting Group (eacon) in Brüssel. Davor war er Mitarbeiter im Österreichischen Bundeskanzleramt und Assistent belgischer und österreichischer Europa-Parlamentarier. Martin Säckl ist u.a. Lektor für European Public Affairs am Berufsförderungsinstitut Wien und war Gründungs-Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung (degepol).

V//T: Herr Säckl, insbesondere in Österreich, aber auch in Deutschland erhält die politische Interessenvertretung zusehends ein negativ besetztes Image. Welches Selbstverständnis genießt Lobbying in der EU von den am Prozess Beteiligten?

Zum Selbstverständnis der EU-Kommission

13. April 2012

Das Selbstverständnis der Kommission ist für das Verständnis der Einwirkungsmöglichkeiten von Interessenvertretern erheblich.

Teil II der Serie zur EU-Interessenvertretung.

Die Lobbying auf EU-Ebene erscheint von außen betrachtet abschreckend komplex:

  • Eine „deutsche“ Haltung zu einem aktuellen Thema mag mit Vorstellungen (von Vertretern) anderer Nationen nicht kompatibel sein. Dies kann ebenso Abstimmungsprozesse in EU-Dachverbänden beeinflussen.
  • Unterschiedliche Regierungskonstellationen in den Mitgliedstaaten können zu verschiedenen und durchaus wechselnden Sichtweisen führen.
  • Eine europäische Öffentlichkeit zu bestimmten Themen ist nur schwer vorstellbar. Ein EU-weiter öffentlicher Druck ist kaum zu erzeugen.
  • Das ohnehin komplexe Entscheidungsprozedere und Zusammenwirken der Institutionen hat sich mit dem Vertrag von Lissabon 2009 noch einmal geändert: das Parlament wirkt als relativ gleichberechtigter Partner an neuen Normen mit und der Rat hat veränderte Abstimmungsmodalitäten erhalten (weniger Einstimmigkeit, weniger Vetos).
  • Unterschiedliche kulturelle Hintergründe bei Kommissionsbeamten begründen gegebenenfalls ein differenziertes Vorgehen beim Lobbying.

So nah und doch so fern: kleine Serie zur Interessenvertretung in Brüssel

12. April 2012

Die Europäische Union: Moloch, außenpolitischer Zwerg, Inbegriff übertriebener Regulierung, überbezahlte Beamtenkaste, als Feigenblatt geduldetes einflussloses Parlament, das wichtigste Projekt – der Euro – am Scheideweg.

Bevor eine falsche Spur gelegt wird: der Verbände//Talk wird an dieser Stelle nicht die Rolle des Aufarbeiters von Vor- und Fehlurteilen übernehmen.

Interessant ist die EU hier als Quelle von Normen, die das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Mitgliedstaaten spürbar prägen, und auf deren Entstehen daher auch immer mehr deutsche Verbände Einfluss nehmen wollen.

Der Verbände//Talk beginnt heute eine kleine Serie zu Aspekten der EU-Interessenvertretung, in der beispielsweise folgenden Fragen nachgegangen wird:

5 Fragen an … Prof. Dr. Hilmar Sturm und Prof. Dr. Günter Käßer-Pawelka zum Studienangebot „Verbandsmanagement“

4. April 2012

Prof. Dr. Hilmar Sturm leitet seit Anfang 2012 den Studiengang. Der gelernte Kaufmann und studierte Wirtschaftswissenschaftler hat sich seit 1995 an der TU München wissenschaftlich und beratend mit Verbandsmanagement befasst, er ist Mitgründer und Vorstand des Instituts für Verbandsforschung und -beratung SVV.

Prof. Dr. Günter Käßer-Pawelka ist verantwortlicher Studiendekan für den Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement. Er ist seit 1989 in der Lehre an der Dualen Hochschule (bzw. der früheren Berufsakademie) engagiert und maßgeblich verantwortlich für den Aufbau der Studienangebote im Dienstleistungsmanagement. Der Studienschwerpunkt Verbandsmanagement wurde in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit mit der DGVM und mit verschiedenen Verbandsgeschäftsführern bedarfsgerecht entwickelt.

V//T: Herr Käßer-Pawelka, Herr Sturm, die Hochschullandschaft in Deutschland hat mit einem Angebot speziell für verbandsrelevante Tätigkeitsprofile lange gezögert. Warum ist ein Hochschulangebot speziell für das Verbandsmanagement sinnvoll?

Happy Birthday! Immer mehr Verbände erblicken das Licht der Welt (II)

4. April 2012

Nach dem Eintrag zum Thema vom 20. Oktober 2011 im Verbände//Talk, gibt es nun neue Daten des Deutschen Verbände Forums und der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement.

Sie legen Zahlen vor, nach denen aktuell von rund 544.000 Vereinen über 15.500 als Verbände zu zählen sind. Hierin eingeschlossen sind Kammern, Innungen und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Seit dem Beginn der Untersuchungen 1990 entspricht das einem durchschnittlichen Zuwachs um jährlich fünf Prozent.

Etwa 8.700 Verbände verfügen nach den Erkenntnissen über eine hauptamtliche Geschäftsführung. Gut 2.000 Verbände sind in der Lobbyliste des Deutschen Bundestages registriert, etwa 1.500 haben ihren Erst- oder einen Nebensitz in der Bundeshauptstadt.

Zu den Gründen der Entwicklung wird sicherlich zurecht vermutet, dass die “zunehmende Komplexität der Branchen”, also die ansteigende Themenvertiefung und -verbreiterung, sowie ein differenziertes Anforderungsprofil der Mitgliedschaft wesentliche Triebfedern der dauerhaften Entwicklung sind.

 

Warum wir alle Chief Listening Officers werden müssen

23. März 2012

Für jeden Verband ist eine professionelle Kommunikation überlebenswichtig. Das Bewusstsein über die Zielgruppen und wie sie kommunizieren ist Basis für eine erfolgreiche Verbandsarbeit.

Soweit der verbale Griff in die Schublade der alten Hüte und Selbstverständlichkeiten.

Das Verständnis für eine zielgruppengerechte Kommunikation ist organisatorisch regelmäßig bei der dafür die Verantwortung tragenden Geschäftsführung bzw. der Kommunikationsleitung aufgehängt.

Dies erscheint eingedenk der überragenden Rolle und zunehmenden Komplexität aller Aspekte der Kommunikation nicht mehr weiter ausreichend. Das Anforderungsprofil für alle Verbands-Mitarbeiter wird sich diesbezüglich ändern.

Mit Projekten erfolgreich führen

1. März 2012

Die Qualität im Managen von Organisationen besteht längst nicht mehr im effektiven Durchführen von Daueraufgaben. Das relevante Umfeld verkürzt ständig die Taktung von Trends, Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Und relevante Trends nicht nur aufzunehmen, sondern frühzeitig zu erkennen, um sie gegebenenfalls mitgestalten zu können, ist der Maßstab.

Die Berücksichtigung inhaltlicher oder struktureller Konsequenzen aus erkannten Trends sowie wechselnden Rahmenbedingungen und Anforderungen wird zunehmend in Projekten organisiert. Beliebte Beispiele sind Maßnahmen der Organisationsentwicklung oder die Einführung von Software-Tools.

Eine aktuelle Studie bestätigt hierbei die Erkenntnis: Projektmanagement ist Führungsangelegenheit!