Maya Biersack ist im Vorstand der EsPresto AG, einem Full-Service IT-Dienstleister mit Sitz in Berlin. Im Rahmen des Themas “Wikis und Wissensmanagement” bietet die EsPresto AG Beratung wie auch Implementierung und Wartung dieser Systeme an. Das Berliner Unternehmen hat Wiki-Lösungen bereits in Verbänden, aber auch in namhaften Unternehmen, wie “Apollo Optik”, “maxdome” oder der “Berliner Stadtreinigung” erfolgreich eingesetzt.
V//T: Frau Biersack, wir alle nutzen Wikipedia als die wohl umfangreichste und am meisten genutzte öffentliche Online-Enzyklopädie, also als Wissensmanagement-Plattform. Informationen und Wissen gibt es auch in Verbänden zu organisieren. Was prädestiniert Wikis darüber hinaus für die tägliche Verbandsarbeit?
MB: Man denkt beim Begriff „Wiki“ zunächst an ein Lexikon, allerdings sind die verbandsinternen Einsatzmöglichkeiten und der Nutzen von Wikis weitaus vielfältiger.
Einen wesentlichen Punkt stellt die Zusammenarbeit an Dokumenten dar. So können Positionspapiere, Stellungnahmen und Fachartikel komfortabel gemeinsam erstellt und permanent weiterentwickelt werden. Die Dezentralität spielt hierbei keine hinderliche Rolle: Das Dokument liegt zentral im Wiki und kann von den verschiedenen Standorten aus bearbeitet werden. Eine Kommentarfunktion erlaubt zusätzlich die inhaltliche Diskussion über den entstehenden Artikel. Alle Änderungen am Artikel werden mit Autor und Datumsstempel dokumentiert.
Da die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit – z.B. der Fachkreise im Wiki – für alle Mitglieder sichtbar sind, entsteht eine hohe Transparenz: Die Mitglieder erkennen die aktuellen Themen und können die Entstehung der einzelnen Artikel/Stellungnahmen nachvollziehen. So entsteht einfach durch die Zusammenarbeit eine Wissensbasis, in der Inhalte mit Hilfe einer ausgereiften Suchfunktion schnell gefunden werden können.
Neben der Diskussion am Fachartikel enthalten viele Wiki-Systeme auch die Blog-Funktion, so dass das Wiki als universelles Kommunikationsmedium im Verband für die tägliche Nutzung sehr geeignet ist.
Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Mailboxen entlastet werden und die Beteiligten Kommunikation und Inhalte an einem Ort vorfinden.
V//T: Für viele Verbände wird Qualitätsmanagement immer interessanter. Die Deutsche Gesellschaft für Verbandsmanagement hat mit DGVM ZERT sogar ein auf der ISO 9001 basierendes Management- und Zertifizierungssystem entwickelt. Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess lässt sich über ein Wiki sicherlich ideal unterstützen. Gilt das für alle Anforderungen eines QM-Systems?